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Jahr der Kirchenmusik 2012

E-Gitarrensound als spirituelle Erfahrung

Theologe aus Rheinhessen sammelt Gitarren. Er erzählt, was das elektronische Instrument mit der Kalaschnikow gemeinsam hat.

Sebastian JakobiDirk Alpermann an der GitarreDirk Alpermann greift in die Saiten.

Dirk Alpermann streicht über seine „Düsenberg Starplayer II“ – eine seiner knapp 50 E-Gitarren – und erinnert sich zurück an die 70er: „Die E-Gitarre war ein Symbol für Aufmüpfigkeit, linke Lebenseinstellung… mit der E-Gitarre kam die Revolution ins Haus!“ Deswegen musste der spätere Theologe viel Überzeugungsarbeit bei seinen Eltern leisten, bevor er seine erste E-Gitarre erwarb. 

Sieben Jahre Spiel-Pause

Während seines evangelischen Theologie-Studiums war Dirk Alpermann unplugged – für Gitarre spielen war da keine Zeit. Als er dann nach dem Studium eine „Fender Stratocaster“ in einem Schaufenster hängen sah, war ihm klar: „Die kaufst Du Dir jetzt!“

Mittlerweile ist seine Sammlung auf knapp 50 Gitarren gewachsen. „Das hat nichts mit Fetischismus zu tun“, sagt Alpermann. „Für mich ist es einfach eine gewisse Liebe zum Objekt“. Immerhin seien die heutigen Modelle von der Technik her immer noch mehr oder weniger baugleich mit den ersten E-Gitarren. „Wo sonst findet man ein Produkt, das über 60 Jahre unverändert gebaut wird? Da fällt mir sonst nur die Kalaschnikow ein“, sagt Alpermann schmunzelnd.

Der spirituelle Teil des Gitarrespiels

Zwei Jahre lang hat der evangelische Religionslehrer an einem Buch geschrieben. Der Titel: „Die Gitarre der Götter“. „Das war auch der Versuch, der Gitarre etwas religiöses abzulauschen“, sagt Alpermann. Für ihn kann das gemeinsame Musizieren – ob mit E-Gitarre oder einem anderen Instrument – durchaus eine spirituelle Erfahrung sein: „Wenn man alles um sich herum vergessen kann, eins wird mit dem Klang, der Musik… das eins werden mit etwas Größerem. Ob man das jetzt als den Rock’n’Roll bezeichnet oder was auch immer – das ist für mich diese Spiritualität.“

Kein Ende in Sicht

An seiner Schule, dem Katharinen-Gymnasium in Oppenheim, bietet Dirk Alpermann auch Gitarrenbaukurse an. Jahrelang hat er Schülerbands gecoacht. Platz für neue Gitarren ist in seinem Musikzimmer daheim eigentlich keiner mehr. „Ich bin im Moment an dem Punkt, wo ich sage: jetzt reicht’s erstmal.“ Und mit einem Grinsen fügt er hinzu: „Aber an dem Punkt war ich schon oft. Hier stehen schon viele dieser ‚letzten Gitarren’ rum…“

Jeder Mensch braucht einen Hoffnungsschrank,
in dem wir die Erfahrungen
von Befreiung sammeln.

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