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Bunt und matschig

Ein Koffer macht Kinder zu Künstlern

Charlotte MattesKleinkind beim MalenDie Kleinen sind konzentriert dabei, sich mit Farben und Formen auszudrücken

Das Wiesbadener Projekt „die kunst-koffer kommen“ fördert die Kreativität von Kindern und ermöglicht Gemeinschaftserlebnisse. Jeden Werktag bietet das Projekt zwei Stunden lang viele unterschiedliche Materialien zum Basteln an. Damit jedes Kind mitmachen kann, ist das Projekt kostenlos.

Charlotte MattesWenn es heißt „die kunst-koffer kommen“ ist der Spaß am gemeinsamen Matschen und Gestalten mit Ton und bei anderen künstlerischen Aktivitäten vorprogrammiert

Vier alte Lederkoffer liegen geöffnet auf dem Boden des Blücherspielplatzes in Wiesbaden. Sie sind prall gefüllt mit Bastelkram: Muscheln, Sand, Pappe, Korken, Steine. Kinder mit tropfenden Farbpinseln in der Hand wuseln zwischen den Koffern umher. In einer Ecke liegt ein großer brauner Klotz Ton. Mit einem Faden schneidet sich Diogo eine flache Tonscheibe ab.

Zwei Stunden lang können sich Kinder kreativ austoben

Die Koffer kommen jeden Werktag zwei Stunden lang zu festen Orten in der Wiesbadener Innenstadt. Los geht's immer um 15.00 Uhr. Finanziert wird das Projekt von dem Amt für soziale Arbeit und privaten Spenden.

Integrationspreis gewonnen

Seit über acht Jahren reisen die Kunstkoffer schon durch die Stadt. Egal ob Sonnenschein oder Hagel – auf die Koffer ist das ganze Jahr Verlass. Die Idee für das Kunstkofferprojekt hatte der Wiesbadener Künstler Titus Grab. Mit Erfolg, das Projekt hat 2010 den Wiesbadener Integrationspreis gewonnen. Zu den Haltestellen der Kunstkoffer kommen Kinder unterschiedlichen Alters und Herkunft. Die Mutter Diko Lewis findet es toll, „dass Kinder gemeinsam spielen und ausländische Kinder so zum Beispiel die Farben auf deutsch lernen können.“

Zehn MitarbeiterInnen kümmern sich um die Koffer

Damit die Koffer immer pünktlich und vollgepackt zu den Stationen kommen, kümmern sich zehn MitarbeiterInnen um das Projekt. Jeden Freitag kommt Judith Karl im roten, farbverschmierten Kittel, um die Kinder zu betreuen. Seit sechs Jahren arbeitet sie für „die kunst-koffer kommen“. Neben ihrem Bürojob genießt Karl die schönen und auch lustigen Erlebnisse mit den Kleinen an ihrer Station. „Wenn die Farbflaschen fast leer sind, sage ich immer, dass die Kinder sie auf den Kopf stellen sollen, damit die Farbe nach unten läuft“. Karl schmunzelt und erzählt weiter: „Als ich mich umgesehen habe, saß ein Kind auf dem Boden und hat sich die Farbflasche tatsächlich auf den eigenen Kopf gestellt“. Lachfältchen schmücken ihr Gesicht.

Die Kinder verarbeiten jährlich über zwei Tonnen Ton

Diogo ist neun und kommt schon seit über einem Jahr jeden Freitag auf den Blücherspielplatz: „Es macht einfach Spaß zu basteln – ich bastel' immer mit Ton“, sagt er mit einem breiten Grinsen. Auch Selina war schon oft hier: “Ich komme, weil man kreative Sachen machen kann, dass macht mir Spaß. Am liebsten mache ich was aus Ton.“ Kein Wunder also, dass die Kinder jährlich über zwei Tonnen Ton verarbeiten.

Kinder dürfen ihre Kunstwerke mit nach Hause nehmen

Damit die Kinder auch noch zu Hause etwas von ihrer Arbeit haben, dürfen sie alles, was sie gebastelt haben, mitnehmen. Vor allem die Mütter werden reich beschenkt. Susanne Schwarz betreut donnerstags das Figurentheater. Hier bauen Kinder eigene Figuren und spielen anschießend kurze Szenen. Schwarz liegt es besonders am Herzen, „dass man Kindern die Möglichkeit gibt ohne eine Anweisung, sondern über das eigene Ausprobieren einen Weg zu finden etwas selbst zu machen.“

 

good news

In der Serie „good news“ wirft unsere Redaktion einen Blick auf Projekte, die auch außerhalb der evangelischen Kirche umgesetzt werden. Denn wir finden: Es gibt so viele fantastische Aktionen von bisher unbekannten Heldinnen und Helden des Alltags, die die goldene Regel mit Leben füllen. Die goldene Regel sagt: „Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest“.  

So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge,
sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen.

Epheser 2,19

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages /nottomanv1

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