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Danke sagen

Pfarrer will Eltern besondere Rolle bei Trauung geben

istockphoto / tobntnoBrautstrauß im Vordergrund, Festgemeinde im HintergrundIn einer kirchlichen Trauung empfangen Liebende Gottes Segen für
ihren gemeinsamen Lebensweg

Damit Eltern bei der Trauung ihrer Kinder gewürdigt werden, möchte ein Pfarrer aus Süddeutschland den Trauritus ergänzen. Mit einer Verneigung vor den Eltern können die Kinder ihre Wertschätzung sowie Dankbarkeit dafür zeigen, dass sie ihnen das Leben geschenkt haben.

privatMarkus Binder ist Psychologe und Pfarrer.Markus Binder ist Psychologe und Pfarrer.

Vom ersten Schrei bis zum Start in die Berufsausbildung und darüber hinaus haben Eltern ihre Kinder begleitet, ihnen Orientierung gegeben und waren Ansprechpartner für Sorgen und Nöte, zudem waren sie viele Jahre für das materielle Wohl zuständig. Pfarrer Markus Binder aus Freiburg-Opfingen möchte nun Eltern von Brautpaaren besonders würdigen. Seine Idee: Er möchte den Dank an die Eltern als eigenes Element in die Trauzeremonie einbauen. Erste Stimmen aus der EKHN zu dieser neuen Idee sind noch verhalten.  So sieht Pfarrer Matthias Pape das vorgeschlagene Gottesdienstelement bereits durch die Fürbitten abgedeckt, in denen Brautpaare klassischerweise das Wort an ihre Eltern und Angehörigen richten und so ihren Dank ausdrücken können.

„Verneigen ist eine sehr wirkungsvolle Geste“

Der Pfarrer und ehemalige Familientherapeut hat bislang circa 20 Paare mit dem neuen Ritus getraut. Das heißt: Vor dem Trauversprechen gehen die Eheleute zu ihren Eltern und bedanken sich bei ihnen. Binder empfiehlt dafür eine Verneigung, denn „verneigen ist eine sehr wirkungsvolle Geste“. Nach dem Dank kehrt das Brautpaar zum Altar zurück. Für Binder ist dieser Ritus „ein dankbares sich Loslösen, es entsteht ein neues System, das Vorrang hat zu dem alten System. Aber die Verbindung zu den Wurzeln bleibt.“ 

Wie bedanken, wenn das Eltern-Kind Verhältnis schlecht ist?

Binder erfährt in seinem Berufsalltag, dass viele Brautpaare sich an das erinnerten, was nicht so gut mit ihren Eltern lief. „Es geht nicht darum, dass ihr die Vergangenheit schön redet“, sagt er dann den angehenden Eheleuten. Eltern hätten die Verneigung nicht durch die fehlerlose Erziehung verdient, sie stehe ihnen aber zu, weil sie die Eltern seien. Optional ließe sich aber auch eine andere Lösung finden, falls Kinder sich zwar bedanken, aber nicht verneigen wollten: „Sie können auch die Hand geben oder die Eltern anschauen“, schlägt Binder vor. 

Dank kann auch an verstorbene Eltern gehen

Binder bekräftigt den Dank als Element einzubauen, da so auch Adoptivkinder ihren Eltern danke sagen können, Brautpaare sich bei ihren verstorbenen Eltern bedanken können und auch Eltern, die im Ausland sind, so mit einbezogen werden können. Eine Möglichkeit sei, einen Brief zu schreiben, der dann in den neuen Trauritus eingebaut wurde, dieser „hat Wirkung, auch wenn nicht alle Beteiligten selbst vor Ort sind“, bekräftigt der Pfarrer.

Binder wünscht sich, dass andere Pfarrer es auch ausprobieren

Vor circa anderthalb Jahren hat Binder den neuen Trauritus mit einem befreundeten Neurologen ausgearbeitet. Er sagt, dass der Ritus noch in der „Experimentierphase“ sei, würde sich aber wünschen, dass mehr Pfarrer und Brautpaare das „Danke sagen“ ausprobieren werden.

Es geht darum, die Menschen zu werden,
die wir in Gottes Augen sind.
Und es geht darum, das zu leben,
was wir in Gottes Augen sind!

(Volker Jung)

Volker Jung

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Quelle: gettyimages, stockam

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