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Fußball

EM-Qualifikationsspiel „Befreit Aufspielen“

franckreporter/istockphoto.comAndacht vor dem EM-Qualifikationsspiel erinnert an das komplizierte Verhältnis zwischen Deutschland und Polen

Eine Andacht vor dem EM-Qualifikationsspiel erinnert an das komplizierte Verhältnis zwischen Deutschland und Polen.

Frankfurt, 4. September 2015. Dass die Nationalmannschaften Polens und Deutschlands heute einfach nur miteinander Fußball spielen können und von politischen Ansprüchen befreit sind, ist nicht selbstverständlich, sondern Grund zur Dankbarkeit. Daran hat die Andacht erinnert, die am Freitag, den 4. September, vor dem Qualifikationsspiel Deutschland gegen Polen zur Europameisterschaft in der Kapelle der Commerzbank-Arena stattfand. Die Pröpstin für Rhein-Main Gabriele Scherle, Prof. Dr. Peter Scherle und Stadionpfarrer Eugen Eckert erinnerten daran, dass das Verhältnis beider Völker früher schwer belastet war.

Sie erinnerten auch an das Weltmeisterspiel im Frankfurter Stadion 1974. Es war eine denkwürdige Wasserschlacht, die beide Mannschaften gewannen: Die polnische Nationalmannschaft, weil sie großartigen Fußball zeigte, und die deutsche Mannschaft, weil sie mehr Tore erzielte. Sie wurde zwar später Weltmeister, erlitt aber zuvor gegen die andere deutsche Mannschaft aus der DDR eine Niederlage. Wörtlich sagte Scherle: „Wer die Geschichte vor 1974 erinnert, kann darin ein kleines Wunder sehen, dass nach 1945 eine solche Entwicklung möglich war.

Mannschaften können inzwischen unbelastet Fußball spielen

Die „schrecklichsten nationalsozialistischen Verbrechen, begangen im Namen des deutschen Volkes“ seien mit einem Ort in Polen verbunden: Oświęcim – Auschwitz. „Wir Deutschen müssen zutiefst dankbar sein, dass uns die Polen und die anderen Völker Europas einen Neuanfang ermöglichten“, sagte Scherle und weiter: „Heute können beide Mannschaften befreit aufspielen, ganz einfach Fußball spielen.“

Trotz Schuld befreit aufspielen – diese Hoffnung beschrieben auch die biblischen Texte, sagte Scherle. Gott übe keine Rache. Sogar den Kain, der seinen Bruder Abel erschlagen hatte, lasse Gott am Leben und schütze ihn mit einem Segenszeichen vor der Gewalt anderer. Dieses Segenzeichen Gottes trügen alle Menschen. Wörtlich sagte Scherle: „Wir brauchen es, denn auch wir haben Menschen mit Worten und Taten verletzt – und können das nicht wieder gut machen. Wir brauchen Vergebung, wenn wir aus eigener Kraft nicht mehr heil machen können, was zerbrochen ist. Nur dann können wir – wie auch immer unsere Lebensgeschichte vorher war – frei und unbeschwert leben.“ Eine solche Normalität trotz Schuld zeige auch die Europameisterschaft. „Die Mannschaften dürfen befreit aufspielen und wir dürfen befreit leben.“

Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig.

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