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Altenseelsorge und Omikron

Evangelische Altenheime: Infektionsschutz und seelisches Wohlbefinden verbinden

Bildquelle: gettyimages, ridofranzAltenheim und CoronaPflegekräfte und Altenseelsorgende sind mit den Bewohnerinnen und Bewohnern von Alten- und Pflegeheimen im Gespräch (Symbolbild)

Der Anteil der Omikron-Variante am Corona-Infektionsgeschehen nimmt weiter zu. Besuche in Alten- und Pflegeheimen sind meist noch möglich, die Bewohnerinnen und Bewohner sollen sich nicht mehr so isoliert fühlen wie während der ersten Welle. Evangelische Einrichtungen sowie die Altenseelsorge engagieren sich, um die anvertrauten Menschen bestmöglich zu schützen und seelisch zu stärken. Wer ehrenamtlich aktiv werden will, kann sich in Besuchsdiensten engagieren.

Der Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtungen, die zur Gesellschaft für diakonische Altenhilfe Gießen und Linden gehören, liegt Christa Hofmann-Bremer am Herzen. Die Geschäftsführerin und Einrichtungsleiterin berichtet, dass regelmäßige Testungen der Bewohnerinnen und Bewohner, der Mitarbeitenden sowie der Besucherinnen und Besucher ständig zum Einrichtungsalltag gehören. Zudem hat die Leiterin zum Impfen motiviert: In das Altenhilfezentrum Johannesstift und das Seniorenzentrum Linden kamen jeweils mobile Impfteams, die Impfungen für Mitarbeitende und Bewohner:innen angeboten haben. Die Altenhilfe-Geschäftsführerin nennt Anfang Januar das Ergebnis: „Wir haben bei den Bewohnern einen vollständigen Impfschutz von 97 Prozent und bei den Mitarbeitern von 90 Prozent.“  

Hygiene-Regeln konsequent umsetzen

Zudem achten die Mitarbeitenden darauf, dass auch grundsätzliche Alltagsregeln wie Abstand halten, Hygienemaßnahmen und das Tragen der FFP2-Maske umgesetzt werden. Sie erzählt: „Gerade das Tragen der FFP 2 Maske in bestimmten Situationen ist öfter ein Thema, viele Bewohner vergessen es aufgrund ihrer Erkrankung eben immer wieder.“ Vor dem Hintergrund der nahenden Omikron-Welle betont Geschäftsführerin Hofmann-Bremer: „Wir informieren und erinnern täglich an die Maßnahmen und sensibilisieren stetig, damit keine Müdigkeit im Einhalten der Maßnahmen entsteht. Dazu gehören auch Informationsaushänge des Robert-Koch-Instituts.“ 

Auch in der „Seniorenresidenz Vogelsberg“ in Ilbeshausen wird alles getan, um Bewohner, Besuchende und Mitarbeitende vor einer Infektion zu schützen. „Im Moment wird jeder Besucher getestet - und zwar unabhängig von seinem Impfstatus“, berichtet Anke Göltenboth, die als Seelsorgerin in dieser Senioreneinrichtung tätig ist. Im Zentrum ihrer Tätigkeit begleitet sie die Schulungen von gemeindlichen Besuchsdienstkreisen und engagiert sich in der Projektarbeit zum Thema „Demenz“.

Gottesdienste und Aktivitäten wieder möglich

Durch die Impfungen und das konsequente Einhalten der Maßnahmen sind wieder mehr Aktivitäten in den Altenhilfeeinrichtungen möglich, wie Christa Hofmann-Bremer berichtet: „Die Altenseelsorge bietet wieder nach der zweiten Corona-Welle Gottesdienste, Andachten, und Aussegnungen an.“ Diese Erfahrung macht auch Altenseelsorger Ernst Rohleder, der die Seniorinnen und Senioren etwas weiter südlich betreut – im Altenzentrum Heilsberg in Bad Vilbel und im Erasmus-Alberus-Haus in Friedberg. „An Weihnachten haben wir die Gottesdienste gefeiert. Teilweise ist in den Altenhilfeeinrichtungen mehr möglich als draußen, wenn man erstmal reingekommen ist und die 2G+-Hürde genommen hat (geimpft oder genesen plus getestet).

Besuche helfen den Bewohnerinnen und Bewohnern

Die Erfahrungen mit Besuchsverboten in Alten- und Pflegeheimen zum Infektionsschutz während der ersten Welle haben gezeigt, wie wichtig direkte Kontakte mit Angehörigen für das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohnern sind. Christa Hofmann-Bremer hat während der herannahenden Omikron-Welle bemerkt, dass einige Bewohner auch Angst vor einem Besuchs- und Betretungsverbot haben: „Sie hoffen, dass unsere Einrichtungen verschont bleiben.“
Anfang Januar 2022 sind allerdings Besuche von Angehörigen und Bekannten unter Beachtung der Regelungen möglich. Das gilt auch für die diakonischen Einrichtungen in Friedberg und Bad Vilbel, in denen Pfarrer Ernst Rohleder als Altenseelsorger arbeitet. Täglich erfährt er, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner wieder etwas mehr Normalität wünschen. Das bestätigt auch seine Kollegin Anke Göltenboth: „Es wird von vielen als sehr belastend empfunden, seit fast zwei Jahren schon mit so vielen Einschränkungen, Sorgen und Unsicherheiten konfrontiert zu sein.“ Dabei rät sie davon ab, sich in sich selbst zurückzuziehen, sondern „im Kontakt mit anderen zu bleiben und soweit wie möglich am allgemeinen Leben Anteil zu nehmen.“
Laut Altenseelsorger Rohleder können Besuche dazu beitragen, auch über ein Telefonat freuen sich die älteren Leute sehr: „Rufen Sie an, schreiben Sie einen Brief oder besuchen Sie Ihre Verwandten direkt im Altenheim.“ Wer Sorge habe die Einrichtung zu betreten, könne einen Bewohner auch zu einem Spaziergang an der frischen Luft abholen. Altenseelsorgerin Göltenboth berichtete auch: „In der Einrichtung, in der ich tätig bin, wird dementsprechend auch versucht, soviel Normalität wie möglich aufrecht zu erhalten und verschiedene Aktivitäten wie Musik-, Bingo- oder Kegelnachmittage anzubieten. Auch Gottesdienste finden allwöchentlich statt – und werden sehr gut angenommen.“  

Aufruf zum ehrenamtlichen Engagement in der Besuchsdienstarbeit

Trotz aller Bemühungen bemerkt Pfarrerin Göltenboth, wie die Pandemie gezeigt habe, dass das Gefühl, einsam und isoliert zu sein, sehr belastend sei und Menschen auf die Dauer sogar krank machen könne. Deshalb regt sie an: „Von daher bin ich dankbar für jeden, der sich in der Besuchsdienstarbeit, beispielsweise der Kirchengemeinde, engagiert.

Widerstandskraft wahrnehmen und stärken

Zugleich ist Pfarrer Rohleder immer wieder verblüfft von der Resilienz mancher Bewohnerinnen und Bewohnern: „Einige hat es hart getroffen. Eine Frau hat ihren Ehemann verloren, ein anderer ist nach einer Chemotherapie wieder im Rollstuhl zurückgekehrt. Wenn ich dann frage wie es geht, höre ich – ganz ohne Ironie: `Ach Herr Pfarrer, das wichtigste ist doch, dass man gesund ist.´“ Diese Widerstandskraft erlebt auch Pfarrerin Anke Göltenboth. Sie erzählt, dass viele hochaltrige Menschen schon eine beträchtliche Anzahl an Krisen erlebt und überstanden hätten. Aller äußeren Gebrechlichkeit zum Trotz würden sie über eine beachtliche innere Stärke und Widerstandskraft verfügen. Deshalb sagt sie: „Von daher sehe ich es als eine meiner wichtigsten Aufgaben an, diese Kraftpotentiale, zu denen insbesondere auch der Glaube gehört, bewusst zu machen und zur Entfaltung zu bringen.“

Kontakt zur Altenseelsorge

Wenn die Bewohnerinnen und Bewohner das Bedürfnis nach einem Gespräch haben, ist auch die Altenseelsorge für sie da. So lässt sich der Kontakt herstellen:

  1. Bewohner:innen oder Angehörige kontaktieren direkt die Alten- oder Altenheimseelsorge in der EKHN:
    zu den Kontakten der Altenseelsorge
    zu den Kontakten der Altenheimseelsorge
  2. Die Wohnbereichsleitung eines Alten- und Pflegeheimes vermittelt den Kontakt.

Hilfe im Alter 

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