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Evangelische Publizistik

Evangelische Journalistenschule vor dem Aus?

EJS BerlinEvangelische Journalistenschule vor dem Aus?Evangelische Journalistenschule in Berlin droht das Aus

Steht die Evangelische Journalistenschule in Berlin vor dem Aus? Zum Ende des Jahres soll ihr der Geldhahn zugedreht werden –25 Jahre erfolgreiche Ausbildung von Volontären würden dann zu Ende gehen. Auch für die Hörfunkschule Frankfurt aus dem Medienhaus der EKHN wäre das Aus der Schule ein Einschnitt: Die Hörfunkschule und die Evangelische Journalistenschule arbeiten an vielen Stellen zusammen.

EJS BerlinAusbildung in der Evangelischen JournalistenschuleAusbildung in der Evangelischen Journalistenschule als Video-Reporter

Kurz vor dem 25. Geburtstag der Schule droht ihr nun das Aus: Der aktuelle 13. Jahrgang an Volontären könnte der letzte der Evangelischen Journalistenschule in Berlin sein. „Die Ausschreibung des nächsten Jahrgangs im März ist vorerst gestoppt“, erklärte Jörg Bollmann, Direktor des Gemeinschaftswerks der Evangelischen Publizistik (GEP) – das Gemeinschaftswerk in Frankfurt ist Träger der Journalistenschule. Das Werk steht unter einem enormen Spardruck. Die Journalistenschule kostet knapp 500.000 Euro pro Jahr, insgesamt muss das GEP rund 1,9 Millionen Euro einsparen.

Die Schließung der Schule werde aber sozial verträglich und ohne betriebsbedingte Kündigung realisiert, so Direktor Bollmann. Zwei Stellen, darunter die des Schulleiters, würden demnächst ruhestandsbedingt auslaufen und nicht neu besetzt. Der Deutsche Journalistenverband (DJV) kritisiert die drohende Schließung mit scharfen Worten: „Wer an den gesellschaftlichen Auftrag der Kirche glaubt, muss vom Glauben abfallen angesichts der Pläne zur Schließung der Evangelischen Journalistenschule in Berlin."

Rund 22 Millionen Euro für den Qualitätsjournalismus

Neben der Journalistenschule investiert das Gemeinschaftswerk rund 22 Millionen Euro im Jahr in qualitätsjournalistische Produkte, wie dem Evangelischen Pressedienst (epd) mit seinen Titeln „epd Film“ und „epd Medien“, das monatliche erscheinende Magazin Chrismon und das Web-Portal evangelisch.de. Aktuell bringt das GEP auch noch ein Evangelisches Content Netzwerk an den Start, das gerade jüngere Zielgruppen erreichen soll. Die Herausforderungen an das GEP wachsen also, dennoch erhält das Werk im Gegenzug keine zusätzlichen Mittel aus dem Haushalt der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). 

Dass diese Entwicklung langfristig nicht gut gehen kann, bekommt nun die Evangelische Journalistenschule mit der drohenden Schließung zu spüren. Deshalb wendet sich die Initiative „EJS retten“ direkt an Heinrich Bedford-Strohm und den Rat der EKD. Mit einem offenen Brief wollen die Absolventen und namhaften Journalisten die Ratsmitglieder auffordern, den Schließungsbeschluss zurückzunehmen. Der Rat tagt am 27. Februar – er könnte zum Beispiel der EKD-Synode vorschlagen, finanzielle Mittel für die Journalistenausbildung und den Erhalt der Schule bereit zu stellen.    

Evangelische Journalistenschule und Hörfunkschule pflegen enge Zusammenarbeit

Mit der Schließung der Evangelischen Journalistenschule würde auch eine enge Zusammenarbeit mit der Hörfunkschule Frankfurt zu Ende gehen. Jedes Jahr loben die beiden Schulen gemeinsam den „Hinhörer“ aus – einen Nachwuchspreis für junge Radiojournalisten. An mehreren Volontärsjahrgängen haben frühere Schüler der Hörfunkschule aus Hessen und Rheinland-Pfalz teilgenommen, die heute für renommierte Medien wie zum Beispiel dem Spiegel arbeiten. Der Chefredakteur und Leiter der Hörfunkschule im Medienhaus der EKHN, Andreas Fauth, hatte das drohende Aus für die Schule in einem Kommentar deutlich kritisiert. „Mit dem Aus der Schule würden wir einen wichtigen Streiter für Qualitätsjournalismus und die Evangelische Publizistik verlieren,“ bedauert Fauth: „Eine Kirche, die sich der Mittel einer freien Publizistik beraubt, verliert an Relevanz in der Gesellschaft und macht sich letztlich unglaubwürdig.“

Gib uns Vertrauen, Gott, in diesen Zeiten.
Gelassenheit, Besonnenheit und Mut.
Und gib uns Freundlichkeit. Die soll sich ausbreiten.
In unseren Herzen und in unserem Land und überhaupt.

(Doris Joachim)

Doris Joachim

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages_stockam

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