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Corona und Heime

Fachleute raten: Angehörige besuchen!

Bildquelle: Angela WolfHaus Saalburg im Frankfurter Stadtteil BornheimBesuch willkommen! Die Mitarbeitenden setzen sich ein für den Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner im Haus Saalburg im Frankfurter Stadtteil Bornheim.

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die sich mit Covid-19 infizieren, nimmt täglich zu. Ein Höchstwert jagt den nächsten. Auch bereits Geimpfte und Genesene werden immer häufiger positiv getestet. Fachleute raten dennoch, Angehörige in Senioren- und Pflegeheimen zu besuchen.

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Alten- und Pflegeheim Saalburg Alten- und Pflegeheim Saalburg

Es ist wie eine Blaupause des Herbstes 2020. Exponentiell steigende Infektionszahlen, Politiker:innen, die um Lösungen und Maßnahmen ringen, besonders gefährdete Gruppen, die sich wieder in Unsicherheit wägen. Einen Unterschied zum Herbst des letzten Jahres gibt es allerdings: die Möglichkeit des Impfens. Dagmar Jung von der Diakonie Hessen bestätigt, dass die Auffrischungsimpfungen, das sogenannte Boostern, in den Senioren- und Pflegeheimen gut vorankommt: „Auch wenn wir regional starke Unterschieden verzeichnen, die Drittimpfung kommt insgesamt sehr gut voran.“

Mit Besuchen der Vereinsamung entgegenwirken

Deshalb raten Fachleute aus der Pflege trotz der angespannten Situation, Angehörige in den Einrichtungen oder auch zu Hause weiterhin zu besuchen. „Eine Vereinsamung von alten und älteren Menschen, wie wir sie im vergangenen Jahr erlebt haben, können wir guten Gewissens nicht mehr verantworten.“ Patrick de Paoli, Pflegedienstleiter im Haus Saalburg in Frankfurt-Bornheim, ruft alle Angehörigen zu einem vernünftigen Handeln auf: „Impfen, testen, Maske, Hände waschen.“ Simpel und wirksam. 

Impfen verschafft entscheidenden Vorteil

Um Besuche zu ermöglichen, braucht es eine gute Organisation in den Heimen. Für einen reibungslosen Ablauf und um möglichst viele Bewohner:innen mit dem Impfstoff versorgen zu können, ist es möglich, beispielsweise den Malteser Hilfsdienst als mobiles Impfteam anzufordern. Aber auch die Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Hausärzt:innen funktioniere gut. „Genau diese Situation, dass jetzt geimpft wird, verschafft uns einen entscheidenden Vorteil zum letzten Herbst und Winter.“ Hannelore Rexroth ist die Geschäftsführerin der Agaplesion Markus Diakonie gGmbH in Frankfurt. Sie trägt die Verantwortung für drei vollstationäre Pflegeeinrichtungen und blickt dem kommenden Winter relativ gelassen entgegen. Schon früh habe man mit dem übergeordnet Gesundheitskonzern Agaplesion gAG einen Krisenstab eingerichtet. 

Unsicherheiten ansprechen

„Wir konnten nicht immer auf die sehr kurzfristigen Entscheidungen der Politik warten und mussten in gewisser Weise erahnen, welche Maßnahmen auf uns zukommen würden. Aus diesem Grund sind wir gut aufgestellt. Es gab zu keiner Zeit fehlende Materialien, um die Hygienekonzepte sicher und wirkungsvoll umzusetzen“, erklärt Geschäftsführerin Hannelore Rexroth. Von Vorteil ist zudem, dass der überwiegende Teil des Pflegepersonal bei der Agaplesion Markus Diakonie geimpft ist. „Natürlich führten wir auch mal überzeugende Gespräche, wenn die Unsicherheit bei einzelnen Mitarbeiter:innen groß war. Dadurch allerdings, dass wir für unser Pflegepersonal das Impfangebot direkt im Haus haben, ist die Barriere nicht mehr groß.“ 

Große Unterschiede zwischen den Alten- und Pflegeheimen

Patrick de Paoli ist als Pflegedienstleiter zuständig für das Personal im Haus Saalburg im Frankfurter Stadtteil Bornheim. Er sieht die Einrichtung der Agaplesion Markus Diakonie gGmbH als „Insel der Sicherheit“. Die verständnis- und respektvolle Atmosphäre im Haus, ein eingespieltes Team, das ausgefeilte Hygienekonzept und der vernünftige Umgang der Angehörigen mit der Gesamtsituation hat die Einrichtung vor folgereichenden Ausbrüchen bewahrt. 

Dagmar Jung weißt in diesem Zusammenhang abermals darauf hin, dass eine Einrichtung nicht der anderen gleicht und es auch hier starke Unterschiede gibt. „Genau wie bei der Impfquote sind die Einrichtungen auch personell und im Management unterschiedlich ausgestattet. Beides entscheidende Faktoren, um in der Pandemielage souverän zu bestehen.“ 

Jung, die die Abteilung Gesundheit, Alter, Pflege bei der Diakonie Hessen leitet, würde eine Impfpflicht für Pflegepersonal begrüßen. „Aber auch die Hauswirtschafts- und Verwaltungskräfte müssen sich impfen lassen. Jede und Jeder, der in einer Pflegeeinrichtung Zugang hat, ist mit einer Impfung gut beraten und übernimmt somit Verantwortung.“

Aktualisierung der Regelungen im Blick behalten

Die Hessische Landesregierung beschloss am vergangenen Freitag neue Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus. Diese orientieren sich in ihrem Umfang an der  Hospitalisierungsrate. Der Anzahl von Menschen also, die auf den Intensivstationen im Land und wegen einer Coronaerkrankung behandelt werden müssen. Für die Senioren- und Pflegeheime ergeben sich keine Neuerungen. Es gilt weiterhin 3G. Nichtgeimpftes Personal muss jeden Tag einen tagaktuellen Negativnachweis vorlegen. Mitarbeitende, die geimpft oder genesen sind, lassen sich zwei Mal wöchentlichen testen.

Verantwortung auch für andere 

Aber nicht nur die Angehörigen von besonders gefährdeten alten und älteren Menschen sind zu vernünftigem Verhalten aufgerufen. Ausreichend viele Impfungen bieten seit jeher einen Herdenschutz. Deshalb geht es bei dieser Pandemie laut dem EKHN-Kirchenpräsidenten Volker Jung auch darum, dass die Impfung als gemeinschaftliche Aufgabe betrachtet werde. Nächstenliebe und Solidarität seien hierfür wichtige Motive. Beispielsweise geht es um die Kinder, die bisher noch nicht geimpft werden konnten. Und es geht um die Alten und Älteren, deren Immunabwehr mit dem Coronavirus schwer zu kämpfen hat. 

Evangelische Alten- und Pflegeheime

Aktuelles über Corona

für Mitarbeitende: Aktuelle Regelungen zum Schutz vor Corona

[Angela Wolf, rRH]

In der Konzentration auf das, was ist,
kann sich so etwas wie ein Raum öffnen,
ein Gewahrsam schärfen für die Gegenwart Gottes.

(Carsten Tag)

Carsten Tag

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / rusm

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