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Dekanatssynode verabschiedet Resolution

"Flüchtlinge brauchen unsere Hilfe"

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Die Synode des Evangelischen Dekanats Bergstraße hat die politisch Verantwortlichen aufgerufen, Flüchtlinge am gesellschaftlichen und sozialen Leben teilhaben zu lassen. Dazu gehörten das Recht auf eine menschenwürdige Unterkunft und das Recht, einer bezahlten Arbeit nachgehen zu können.

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Eine entsprechende Resolution wurde bei der Tagung der Dekanatssynode in Lorsch ohne Gegenstimme verabschiedet. Zugleich erklärte die Synode, dass die evangelische Kirche weiterhin gesellschaftliche Verantwortung bei der Flüchtlingshilfe übernehme wolle. Sie ermutigte deshalb die Kirchengemeinden, die ehrenamtlich tätigen Flüchtlingsinitiativen weiter zu unterstützen und die Gründung neuer Helferkreise zu fördern. Die Kirchengemeinden werden gebeten, zu prüfen, ob kircheneigene Gebäude für Flüchtlinge als Unterkünfte bereitgestellt werden können. Neben der Erteilung von Deutsch-Unterricht, Unterstützung bei Behördengängen, Kleider- und anderem Sachspenden könnten Flüchtlinge in Einzelfällen auch durch Gewährung von Kirchenasyl unterstützt werden, heißt es in der Resolution.

"Ich bin ein Fremder gewesen und ihr habt mich aufgenommen."
 (Mt 25,35)

Dekan Arno Kreh betonte, dass es vor 25 Jahren in der Bevölkerung viel Abwehr gegen Flüchtlinge gegeben habe. „Heute sehe ich dagegen eine große Bereitschaft zur Unterstützung. Das wollen wir als evangelische Kirche fördern.“ Zu Beginn der Synodentagung hatte Lorschs Bürgermeister Christian Schönung in einem Grußwort die Flüchtlingshilfe der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden in seiner Stadt gewürdigt. Er lobte insbesondere die Deutsch-Kurse im Martin-Luther-Haus.

Jambo, Tansania!

Die Synode entsendete mit einem Reisesegen eine sechsköpfige Delegation des Dekanats zu einem Besuch der Moravian Church in Tansania, mit der das Bergsträßer Dekanat seit über 20 Jahren partnerschaftlich verbunden ist. Thomas Böhm (Gadernheim), Angela Fietz (Jugenheim), Stefan Ningel (Hammelbach), Tilman Pape (Heppenheim), Martina Pfeifer (Schwanheim) und Elke Weber (Seeheim) werden sich zweieinhalb Wochen in den Partnergemeinden im Süden Tansanias aufhalten. Möglichweise wird dabei eine neue Gemeindepartnerschaft zwischen Hammelbach und Sansibar angebahnt. Die Synodalen winkten zur Verabschiedung in die Smartphone-Kamera von Pfarrer Pape, der die Delegation leitet, und riefen gemeinsam „Jambo, Tansania!“, die gängige Begrüßungsformel in dem ostafrikanischen Land. Das Kurz-Video will Pape als Gruß von der Bergstraße in Tansania zeigen.

Kirche darf nicht schweigen, wenn es ungerecht zugeht

Seit dem 1. Oktober hat das Evangelische Dekanat mit Sabine Allmenröder eine neue Referentin für gesellschaftliche Verantwortung. Die 47jährige war zuvor unter anderem Projektkoordinatorin bei der Caritas für ehrenamtliche Familienpaten im Odenwald. Die Frage der Gerechtigkeit werde bei ihrer Tätigkeit die zentrale Rolle spielen, das Dekanat habe vor vier Jahren mit der Heppenheimer Erklärung gegen Armut und Ausgrenzung dafür ein Zeichen gesetzt, sagte Dekan Kreh, der die neue Fachreferentin in ihr Amt einführte.

In ihrem Bericht über die Tagung der Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hob Pfarrerin Silke Bienhaus (Heppenheim) die verabschiedete Selbstverpflichtungserklärung hervor, wonach Kirchengemeinden und Dekanate darauf achten sollen, bei allen Aktivitäten Menschen, die in Armut leben oder von Armut bedroht sind, nicht auszugegrenzen. Diese Selbstverpflichtung schreibe das fort, was das Dekanat mit der Heppenheimer Erklärung formuliert hatte, betonte Pfarrerin Bienhaus.

Sonntagsschutz und Tafelarbeit

In seinem Bericht ermunterte Dekan Kreh die Kirchengemeinden zur Kooperation bei Gottesdiensten, Veranstaltungen und anderen Aktivitäten. Er warnte davor, so tun, als ob mit weniger Personal alles wie bisher weiterlaufen könne, wenn künftig die Anzahl der Pfarrstellen im Dekanat gekürzt werden. Zugleich appellierte er an die Gemeinden, zu prüfen, welche Arbeit wegfallen könne. Dekan Kreh kündigte an, dass die Aktivitäten zum Sonntagsschutz fortgesetzt werden. So soll im nächsten Jahr gemeinsam mit den Starkenburger Nachbardekanaten thematisiert werden, inwiefern der Sonntagsschutz auch gut für die eigene Gesundheit ist und ob der gemeinsame freie Tag dazu beitragen kann, dass sich Menschen nicht ausgebrannt fühlen. Auch die Rimbacher Tafel soll bei einem Tafelaktionstag am 14. Juni nächsten Jahres wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt werden.

Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens

Die Seeheimer Pfarrerin Monika Bertram berichtete als Teilnehmerin der Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen im südlkoreanischen Busan von dem dort beschlossenen „Pilgerweg der Gerechtigkeit und des Friedens“. Sie ermunterte die Kirchengemeinden, sich auf den Weg zu machen und vor Ort einen solchen Pilgerweg mit dieser Thematik zu entwickeln.

Haushalt, Finanzen und die Tücken der Doppik

Die von Präses Micheal Wörner geleitete Synodentagung befasste sich zudem mit Haushalts- und Finanzfragen. So wurde die Jahresrechnung für 2013 genehmigt und mit Rainer Daum und Reinhold Bauer (beide Lindenfels) die Kassenprüfer für das laufende Haushaltsjahr gewählt. Der Haushaltsplan für 2015 konnte wegen Kapazitätsengpässen bei der Regionalverwaltung in Gernsheim durch die Einführung der Doppik noch nicht verabschiedet werden. Dies soll bei der Frühjahrssynode im März 2015 erfolgen.Das Dekanat Bergstraße gehört zu den Pilotregionen bei der Einführung der Doppik in der Haushaltsführung.

 

Die Resolution zur Flüchtlingshilfe finden Sie im Wortlaut hier

Tu, was zu tun kannst.
Und dann ist gut, denn mehr geht nicht.
Alles weitere kann ich in die Hände Gottes legen
und darauf vertrauen, dass er es wohl gut mit mir meint.
(Carsten Tag zu Prediger 9,10)

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