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Amerika-Reise des Kirchenpräsidenten

Flüchtlinge: Mehr US-Engagement gefordert

Detlev KnocheKirchenpräsident Jung aus Hessen-Nassau und Kirchenpräsident Dorhauer aus den USA (r.).Kirchenpräsident Jung aus Hessen-Nassau und Kirchenpräsident Dorhauer aus den USA (r.).

Die Hilfe für Flüchtlinge ist nicht nur eine europäische Angelegenheit, sondern längst eine weltweite: Das wurde beim Besuch von Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung in der US-amerikanischen Partnerkirche klar. Beide Kirchen erinnerten dabei auch die US-Regierung an ihre Verantwortung.

Darmstadt / Cleveland (USA), 10. September 2015. Der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Dr. Volker Jung, und der Kirchenpräsident der US-amerikanischen evangelischen Kirche United Church Of Christ (UCC), Dr. John Dorhauer, haben die US-amerikanische Regierung eindringlich gebeten, mehr Verantwortung in der Flüchtlingskrise insbesondere für Hilfesuchende aus dem Nahen und Mittleren Osten zu übernehmen. Bei einem Besuch der Partnerkirche in den USA sei die Flüchtlingssituation in Europa eines der beherrschenden Themen gewesen, erklärte Kirchenpräsident Jung nach seiner Reise am Donnerstag in Darmstadt.

US-Amerikanier auch in Flüchtlingshilfe aktiv

Die US-amerikanischen Gemeinden seien insbesondere im Süden des Landes ebenfalls in der Flüchtlingsarbeit aktiv und haben nach Worten Jungs immer wieder Flüchtlinge im Kirchenasyl aufgenommen. Allerdings sei in der aktuellen amerikanischen Politik eine „Tendenz zur stärkeren Abschottung“ zu beobachten. Die evangelischen Kirchenvertreter aus den USA und Deutschland würden es nach Jung dagegen angesichts der Situation in Europa begrüßen, „wenn die Vereinigten Staaten sich deutlicher öffnen und mehr Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen würden“. Jung: „Nächstenliebe und Menschlichkeit sind keine Werte, die auf ein Land oder einen Kontinent beschränkt sein dürfen. Die gegenwärtige Flüchtlingskrise fordert die gesamte Weltgemeinschaft heraus.“

In Hessen-Nassau mehr als 60 Gemeinden engagiert

Die EKHN selbst engagiert sich aktuell in mindestens 60 Gemeinden mit eigens geförderten Projekten in der Flüchtlingshilfe. Die Unterstützung reicht von Sprachkursen bis zu Hilfen bei der Unterbringung. Zudem verantwortet die evangelische Kirche in Hessen und Rheinland-Pfalz über 20 professionelle Stellen für die Beratungsarbeit von Flüchtlingen. Hinzu kommen Unterkünfte in Wiesbaden, Mainz, Jugenheim, Egelsbach, Grävenwiesbach und Friedrichsdorf. Zuletzt stoppte die Kirche den geplanten Verkauf des Übernachtungshauses des ehemaligen Religionspädagogischen Tagungszentrums in Kronberg-Schönberg mit 40 Betten. Es wird nun vom Hochtaunuskreis als Flüchtlingsunterkunft genutzt. EKHN und Diakonie Hessen bringen in diesem Jahr rund drei Millionen Euro an Eigenmitteln in die Flüchtlingshilfe ein.

Sorge um gerechte Lebensverhältnisse

Jung erklärte, dass sich in den Gesprächen mit den amerikanischen Partnern gezeigt habe, „welche theologische Nähe wir haben“. Für beide Kirchen sei es wichtig, „das Evangelium Jesu Christi in der Welt zu bezeugen und damit einen Dienst in dieser Welt und für diese Welt wahrzunehmen“. Dies bedeutet nach Jung, „sich für die Rechte jedes einzelnen Menschen einzusetzen - in der Sorge für gerechte Lebensverhältnisse und im Kampf gegen jede Form von Diskriminierung“.

Auch US-Präsident Obama war in der UCC

Kirchenpräsident Jung war am 29. August zu seinem ersten Besuch in die New York Conference der US-amerikanische Partnerkirche UCC mit Hauptsitz in Cleveland aufgebrochen. Weitere Themen waren unter anderem der Ausbau von Begegnungsprogrammen für Jugendliche, die wechselseitige Öffnung für Fortbildungen, der Austausch über kirchliche Organisationsmodelle und die Debatte über die aktuelle Situation in Israel und Palästina. Die EKHN und die New York Conference der UCC unterhalten seit 2007 freundschaftliche Beziehungen. Die sich hauptsächlich über den Osten der USA erstreckende New York Conference der UCC hat rund 36.000 Mitglieder; in der UCC in den USA sind es rund eine Million Menschen. Auch US-Präsident Barack Obama gehörte bis 2008 der UCC an. Zur EKHN gehören rund 1,63 Millionen Frauen und Männer.

Jeder Mensch braucht einen Hoffnungsschrank,
in dem wir die Erfahrungen
von Befreiung sammeln.

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