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Bestattung

Hessische Kirchen gegen gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier

Pekic/istockphoto.comKeine Bestattung gemeinsam mit Herrchen

Tiere müssen besonders geachtet werden, aber eine gemeinsame Bestattung mit dem Herrchen? Die neue Diskussion um gemeinsame Bestattungen von Mensch und Tier spiegelt die gewachsene Bedeutung der Tiere als Mitgeschöpfe wieder. Und sie zeigt: Tiere sind auch für das soziale Leben von Menschen wichtig. Aber ein gemeinsames Grab geht zu weit, sagt Pressesprecher Volker Rahn.

Die beiden evangelischen Landeskirchen in Hessen lehnen kirchliche Bestattungen von Menschen und Tieren in gemeinsamen Gräbern ab. „Das wären für mich Grenzüberschreitungen“, sagte der Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Rahn, in Darmstadt. Bei einer Ausweitung der kirchlichen Bestattung auf Tiere „würde der Unterschied zwischen Mensch und Tier zum Nachteil der ohnehin durch die Ökonomisierung unserer Bestattungskultur gefährdeten Menschenwürde verwischt“, sagte Lutz Friedrichs von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) in Kassel. 

Der Tod eines Haustieres sei zunächst eine wichtige Herausforderung für die Seelsorge, die "unbedingt ernst zu nehmen ist", ergänzte Rahn. Zudem zeige sich in der Frage nach Tierbestattungen auch das gestiegene Bewusstsein für die Rolle der Tiere als Mitgeschöpfe und soziale Partner des Menschen. Bei einer gemeinsamen Trauerfeier selbst drohten aber „tiefgreifende theologische Probleme“, so Rahn. Denn die Beisetzung sei ein religiöser Akt, der eng mit der Taufe am Anfang des Lebens verbunden sei. Beides seien Übergangsriten, die aus christlicher Sicht mit der Hoffnung auf ein ewiges Leben bei Gott verknüpft werden. „So spielt sowohl in der Taufe als auch bei der Trauerfeier das Bekenntnis zu Gott, den Christen als Vater, Sohn und Heiligen Geist begreifen, eine wichtige Rolle“, ergänzt Rahn. Bei der christlichen Feier würde sich dann die Frage stellen, ob das Tier auch einen Glauben hat. „Das möchte ich bei aller Wert- und Hochschätzung für die Tiere dann doch bezweifeln“, sagte Rahn.   

Außerdem sehe er in der gemeinsamen Beisetzung die Gefahr, dass Tiere zu reinen Grabbeigaben werden. Rahn ergänzte:  „Auf der anderen Seite ist es denkbar, dass Tiere vermenschlicht werden und der Unterschied zwischen Tier und Mensch zum Leidwesen des Tieres verwischt wird." 

Am 9. Juni hatte das Familienunternehmen „Deutsche Friedhofsgesellschaft“ in Braubach (Rhein-Lahn-Kreis) bei Koblenz einen Friedhof eröffnet, auf dem Mensch und Tier in einem gemeinsamen Urnengrab bestattet werden können. Einen Tag später öffnete das Unternehmen einen solchen Friedhof in Essen. Weitere Standorte sind in Planung.

Hintergrund zur Bestattung auf EKHN.de

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