Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der EKHN zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular und auf facebook sind wir offen für Ihre Anregungen.

Menümobile menu

Weltaidstag

„HIV ist immer noch ein Stigma“

Esther StoschAidsschleifenAidsschleifen

HIV und AIDS gelten als ansteckende Krankheit sozialer Randgruppen. Doch auch viele Kinder stecken sich weltweit bei der Geburt mit dem Virus an. Dass sie HIV-positiv sind, verraten sie jedoch selten – obwohl sie ein fast ganz normales Leben führen können.

HIV gilt immer noch als Krankheit von Drogensüchtigen, Homosexuellen und Prostituierten – also als etwas, für das man selbst verantwortlich ist. Dabei werden allein an der Frankfurter Uniklinik 80 Kinder und Jugendliche zwischen 0 und 24 Jahren behandelt, die sich über ihre Mutter infiziert haben. 

„Die Familien sind oft sehr isoliert mit dem Thema, “ erzählt die Sozialpädagogin Annette Pach von der Uniklinik Frankfurt. „Viele Eltern sagen ihren Kindern auch gar nicht, was genau sie haben, damit die Kinder im Kindergarten oder in der Schule nicht gemieden werden.“ 

„Die Kinder sind im Alltagskontakt nicht infektiös, auch im Labor ist der Virus oft nicht mehr nachweisbar, “ betont Pach. Sie könnten sogar auf natürlichem Wege Kinder zeugen. Allerdings unter Aufsicht: „Dann wird vorher sechs Monate lang im Labor geprüft, ob der Virus nachweisbar ist.“ Sei das nicht der Fall, dann sei eine natürliche Schwangerschaft möglich – wenn sie täglich ihre Tabletten nehmen.

Diakonie-Stiftung für chronisch kranke Kinder hilft

Elisabeth Knecht ist Krankenhausseelsorgerin und hat in ihrem Arbeitsalltag oft Kontakt zu kranken Kindern und ihren Familien. Um den betroffenen Familien schnell und unkompliziert zu helfen, hat sie unter dem Dach der Diakone die „Stiftung Hilfe für chronisch kranke Kinder gegründet“ (StiHckK) gegründet. „Viele Betroffene kommen aus dem Ausland und benötigen besondere Hilfe in rechtlichen und finanziellen Fragen, “ erzählt sie.

Geringe Übertragungsraten bei guter medizinischer Versorgung

Dass die meisten Kinder mit HIV aus Eritrea, Äthiopien oder anderen ärmeren Ländern stammen, liegt laut Pach an der schlechteren medizinischen Vorsorge in diesen Ländern. „Es gibt sehr wenige deutsche Mütter von HIV-positiven Kindern, da die Mütter in der Schwangerschaft besser betreut werden. Die HIV-Übertragungsrate von Mutter zu Kind liegt in Deutschland bei 0,1 %.“

Zudem hätten die Kinder heute bei einer täglichen antiretroviralen Therapie eine ganz normale Lebenserwartung. „Medizinisch gesehen geht es den Kindern mit HIV besser als vielen anderen, das Problem ist nur das große Stigma, “ klagt Pach. „Bei anderen Krankheiten bekommt man Mitgefühl, bei HIV nicht."

Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch:
Gottes Gabe ist es.

Epheser 2, 8

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / issalina

Zurück zur Webseite >

to top