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Feier im Zentrum Oekumene

Interreligiöse Perspektive auf die Weihnachtsgeschichte

Quelle: Ulrike BohländerVolker JungKirchenpräsident Jung sprach über Josef, den Vater von Jesus. Volker Jung würdigte, dass Josef offen für die himmlische Stimme des Engels im Traum gewesen sei

Auch in diesem Jahr lud das Zentrum Oekumene in Frankfurt-Praunheim zu einer Adventsfeier mit jüdischen, muslimischen und christlichen Gästen ein. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand die biblische Figur des Josef.

Am Dienstag, den 10. Dezember 2019, feierte das Zentrum Oekumene in Frankfurt-Praunheim zusammen mit Gästen aus christlichen Migrantengemeinden, muslimischen Verbänden, jüdischen Gemeinden sowie anderen Dialogpartnern des Zentrums eine ökumenische Adventsfeier.

Bibeltext in unterschiedlichen Sprachen

In diesem Jahr stand die Figur des Josef im Mittelpunkt der Veranstaltung. Der Text wurde zunächst auf Deutsch von Weihbischof Dr. Thomas Löhr aus Limburg vorgelesen. Anschließend erklang die Geschichte aus Matthäus 1,24 in verschiedenen Sprachen. Die Anwesenden hörten den Text durch Solomon Asfaha von der Eritreisch Evangelisch-Lutherischen Gemeinde Frankfurt, Farhad Mostashari von der Evangelischen Auferstehungsgemeinde Wiesbaden und Pfarrerin Hanna Savukoski von der Finnischen Gemeinde Frankfurt in deren jeweiliger Muttersprache.

Jüdische und muslimische Perspektive auf die Weihnachtsgeschichte

Ein besonderes Merkmal der Feier sind die Kommentare zum jeweiligen Thema aus den Perspektiven verschiedener Religionen. So schauten Dr. Ertuğrul Şahin aus muslimischer und Rabbiner Dr. Jehoschua Ahrens aus jüdischer Sicht auf die Weihnachtsgeschichte.

Kirchenpräsident Jung würdigte Josef

Viel wird über Josef in der biblischen Tradition nicht gesagt. Am meisten ist im Matthäus-Evangelium zu finden. Wer ist eigentlich dieser Josef? Ist er Randfigur oder Heiliger? Diese Fragen stellte sich Kirchenpräsident Pfarrer Dr. Dr. h. c. Volker Jung. Seine Sicht auf Josef ist: Er ist offen für die himmlische Stimme des Engels im Traum. Die hört er, weil er wahrnimmt, wie verletzlich menschliches Leben und wie bedrohlich Gewalt ist, die anderen nach dem Leben trachtet. Damit ist Josef mehr als eine Randfigur. Für Volker Jung ist er so ein zutiefst religiöser und wahrhaft gläubiger Mensch.

Philip Apenteng von der Presbyterian Church of Ghana Frankfurt und Pfarrerin Junita Lasut von der Evangelischen Indonesischen Christusgemeinde Rhein-Main hielten Fürbitte mit den rund 80 Gästen. Musikalisch gerahmt wurde die Veranstaltung durch das Duo Saxophilie. Mit Essen vom koscheren Büffet klang der Abend aus 

Hintergrund: Ökumenische Adventsfeier

Seit über einem Jahrzehnt sind Vertreter der großen Religionen und verschiedener christlicher Konfessionen zu einer besonderen Adventsfeier als Zeichen der gegenseitigen Wertschätzung in das evangelische Zentrum Oekumene nach Frankfurt eingeladen. Erstmals trafen sich christliche und muslimische Vertreter 2003 zu einer ökumenischen Adventsfeier. 2010 kamen auch jüdische Vertreter hinzu. Das interreligiöse Zusammentreffen hat in jedem Jahr ein Motto. Das gemeinsame Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck mit Sitz in Frankfurt soll vor allem Gemeinden und Einrichtungen beider Kirchen beraten. Über 30 Mitarbeitende kümmern sich dort unter anderem um den Dialog mit anderen Religionen, die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen christlichen Glaubensrichtungen, Weltanschauungsfragen sowie die internationale Partnerschaftsarbeit.

mehr über das Zentrum Oekumene

[Ulrike Bohländer]

Beten mit Worten der Bibel:

Gott,
der du alle Dinge durch dein Wort geschaffen
und den Menschen durch deine Weisheit bereitet hast,
Gib mir die Weisheit, die bei dir auf deinem Thron sitzt.
Amen

(Weisheit 9,1 ff)

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