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Trauerbewältigung

Kann man an Trauer sterben?

xuanhuongho/gettyimagesTrauer gehört zu den menschlichen Gefühlen wie Freude, Liebe, Angst oder Wut. Auch wenn sich Trauer mit der Zeit verändert, so bleibt ein Schmerz zurück.

Oma ist gerade gestorben und kurz danach stirbt Opa. Hat jemand, der einen geliebten Menschen verloren hat, ein höheres Sterberisiko?

„An Trauer selbst kann man nicht sterben“, sagt Trauerberaterin Heidi Müller. Sie ist wissenschaftliche Mitarbeiter am Trauerzentrum in Frankfurt. „Aber große Verluste können großen Stress auslösen und dadurch kann sich das Sterberisiko erhöhen.“ Trauer sei die „natürliche Reaktion“ auf einen Verlust und eine normale menschliche Reaktion. Je nachdem, wie der Einzelne eine „Verlustsituation bewertet“, könne dies unterschiedliche Ausmaße von Stress bei den Betroffenen auslösen. Das Erleben von Stress kann demnach als eine Ursache dafür angesehen werden, dass Hinterbliebene anfälliger für Krankheiten sind.

Männer haben höheres Risiko Verluste schlechter zu verarbeiten

In den ersten Monaten nach dem Tod eines geliebten Menschen besteht somit ein erhöhtes Risiko, ebenfalls zu sterben. Laut einer Studie der niederländischen Universität Utrecht erhöht sich bei Witwern das Risiko um 21 Prozent, bei Witwen um 17 Prozent. Manche Studien schätzen das Risiko auf bis zu 30 Prozent.

Jeder Verlust ist individuell 

Trauer sei jedoch nicht die konkrete Todesursache, sondern entscheidend sei, „wie gewachsen sich jemand dieser Situation gegenüber fühlt“. In den meisten Fällen führe der Verlust gar nicht zu extremen Belastungen. In der Trauerforschung habe sich gezeigt, dass viele Hinterbliebenen schon früh nach dem Verlust zurück in den Alltag finden.

Das sei aber von Fall zu Fall verschieden, erklärt Müller. „So wirken viele Faktoren darauf ein, wie ein Verlust erlebt wird. Darunter etwa der eigene Gesundheitszustand, die Beziehung zum Verstorbenen oder auch das soziale Umfeld.“ Jedes Trauererleben  sei nach der Erfahrung der Expertin individuell. 

Mit Trauernden umgehen

Hier könne das Umfeld aktiv Trauernde unterstützen: „Stellen Sie möglichst wenig Erwartungen an die Betroffenen. Vor allem in zeitlicher Hinsicht“, erklärt Müller. Oft gebe es eine Scheu mit Angehörigen ins Gespräch zu kommen, aber die Angst vor aufwallenden Emotionen sei nicht nötig. „Das Schlimmste ist doch schon passiert. Haben Sie also keine Angst etwas falsch zu machen. Fragen Sie Betroffene einfach, was sie für die tun können.“ Das könne beispielsweise Unterstützung im Alltagsleben sein, wie etwa den Einkauf erledigen, oder auch nur ein offenes Ohr zu haben. 

Die evangelische Kirche bietet Trauerbegleitung als diakonisches und seelsorgerliches Angebot an. Mit ihrer Kampagne „Trauer mit mir“ rückt die Evangelische Kirche in Hessen Nassau Trauer und Trost in den Fokus.
Alle Infos auf der Kampagnenseite www.trauermitmir.de

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!

2. Korinther 6, 2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Hans Genthe

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