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Erfahrungen mit dem Jobcenter

Tipps: Situation der Arbeitslosen verbessern

Stock photo © monkeybusinessimagesKündigungDie Kündigung, ein Schock. Die Kirche macht Mut, sich Hilfe bei Arbeitloseninitiativen zu suchen.

Ein Aktionstag will auf Missstände in Jobcentern aufmerksam machen. Passende Tipps helfen, damit ein Beratungsgespräch positiver verläuft.

„Der Ton wird schärfer“, sagt Dirk H. Seit mehr als zehn Jahren bezieht er das Arbeitslosengeld Hartz-4. „Ich habe das Gefühl, dass die Leute von den Behörden unter Druck gesetzt werden. Diesen Druck bekommen wir Hartz-4-Empfänger ab.“ Er bekomme gesagt, er solle etwas gegen seine eigene Situation tun. „Aber mehr als bewerben kann ich mich nicht.“

Aktionstag will Rechte von Arbeitslosen stärken

Mit dieser Erfahrung steht Dirk H. nicht alleine da. Verlorengegangene Bescheide, vorenthaltene Leistungen und unfreundliche Mitarbeiter in den Jobcentern, das kritisiert auch die Erwerbsloseninitiative „Tacheles“. Deshalb ruft sie für Donnerstag, 16. April, zu bundesweiten Kundgebungen und Diskussionsveranstaltungen auf. Motto der Aktion ist „AufRecht bestehen: 10 Jahre Hartz-4 sind genug.“  An der Initiative beteiligt sich auch die Bundesarbeitsgemeinschaft Prekäre Lebenslagen, das Netzwerk und die Koordinierungsstelle gewerkschaftlicher Arbeitslosengruppen und die Initiative „Soziales Europa“. In Frankfurt am Mai startet die Kundgebung am 16. April um 10.30 Uhr in der Fischerfeldstraße auf Höhe der Bundesagentur für Arbeit.

Marion Schick vom Zentrum für Gesellschaftliche Verantwortung der EKHN bestätigt, dass es in den Jobcentern in einigen Fällen Schwierigkeiten bei der Bearbeitung gebe. Allerdings warnt sie davor, die Kritik zu pauschalisieren: „Viele Mitarbeiter dort leisten wichtige Arbeit und machen ihre Arbeit auch gut“, sagt sie.

Widerspruchsstelle des Jobcenters

Das Jobcenter in Frankfurt bietet bei Problemen auch Hilfe an: Kunden können beim Kundenreaktionsmanagement, der Ombudsstelle und der Widerspruchsstelle nachfragen, wenn Probleme mit Bescheiden oder der Beratung auftauchen. „Wenn Unterstützung gebraucht wird, bieten wir Hilfe an“, sagt Steffen Römhild-Wilson, Pressesprecher des Jobcenters in Frankfurt. Die Behörde arbeite auch mit Erwerbsloseninitiativen zusammen: „Wir sprechen miteinander, machen Vorschläge für Verbesserungen und arbeiten sehr konstruktiv zusammen“, so Römhild-Wilson.

Tipps für ein erfolgreiches Beratungsgespräch im Jobcenter:

  • Nicht alleine zu einem Beratungsgespräch ins Jobcenter gehen
  • Die Erwerbslosen-Initiativen bieten Beratungsgespräche vor den Terminen beim Job-Center an und helfen bei der Bearbeitung von Unterlagen
  • Bei unleserlichen Unterlagen oder verlorengegangenen Bescheiden helfen die Erwerbsloseninitiativen.
  • Immer eine Kopie von wichtigen Bescheiden anfertigen, um im Zweifelsfall etwas schriftlich vorweisen zu können.
  • Bei Problemen im Job-Center stellt die Beratungsstelle den Kunden Ansprechpartner zur Verfügung.
  • Eine Ombudsfrau des Job-Centers hilft bei Problemen oder erläutert die Sachverhalte, sollten weitere Fragen auftauchen.

Kirche unterstützt Beratung und Betreuung

Die evangelische Expertin Marion Schick im Bereich „Arbeit und Soziales“ begrüßt, dass die Arbeitslosen im Rahmen des Aktionstages auf ihre Situationen aufmerksam machten. „Ich möchte den schwarzen Peter aber nicht den Mitarbeiterin im Jobcentern zuschieben“, sagt die Referentin. Viele Beratungsgespräche in den Jobcentern verliefen positiv und tauchten deshalb nicht in den negativen Statistiken auf. „Ich weiß aber, dass es immer wieder Schwierigkeiten bei der Bearbeitung gibt.“ Von den Mitarbeitern von Erwerbsloseninitiativen bekomme sie häufig Rückmeldung von Beratungsgesprächen. Die Landeskirche unterstützt die Initiativen in der EKHN bei der Beratung und Betreuung von Erwerbslosen.

Grundsätzliche Kritik an Arbeitslosenpolitik

Die Initiatoren der Kundgebung „AufRecht bestehen“ kritisieren zudem grundsätzlich die Arbeitslosenpolitik: Die Hartz-4-Gesetze hätten zu einer zunehmenden Verarmung und gesellschaftlichen Ausgrenzung geführt, erklärt „Tacheles“ in einer Mitteilung. Pfarrer Dr. Wolfgang Gern, der Vorstandsvorsitzenden der Diakonie Hessen, hat bereits Anfang des Jahres über seine Einschätzung gesprochen: „Hartz IV ist ein Gesetz der Angst. Die soziale Fallhöhe hat sich für alle Gesellschaftsschichten erheblich vergrößert.“

Informationen zu den Erwerbslosen-Initiativen

Tipps und Hilfe bei Arbeitslosigkeit 

Videowettbewerb gegen Hartz IV Vorurteile

Von Theresa Röser

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

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