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Wertschätzung

Mütter - ziemlich wichtige Bezugspersonen

Bild: © Getty Images, martinedoucetMutter mit TöchternWichtige Bezugspersonen wie Mütter haben einen großen Einfluss auf das Leben ihrer Kinder; verlässliche Eltern-Kind-Beziehungen sind ein gutes Fundament für soziale Kompetenz, Stressresistenz und seelische Gesundheit

Die meisten Mütter sind die wichtigsten Personen im Leben ihres Kindes. Denn eine Mutter beeinflusst stark den Bindungsstil ihres Kindes. Diese Prägung wird die Tochter oder den Sohn erst einmal im weiteren Leben begleiten. Dabei haben auch Väter einen zunehmend großen Einfluss. Aber für viele Kinder bleibt die Mutter eine wichtige Ansprechpartnerin.

Mütter, Väter oder andere zentrale Bezugspersonen haben eine wichtige Rolle im Leben eines Menschen. Schon im Kleinkindalter entscheidet sich, wie ein Mensch im späteren Leben mit Beziehungen umgehen kann. „Kinder brauchen einen sicheren Hafen, jemanden, an den sie sich wenden können, wenn Ängste oder Bedürfnisse bestehen“, berichtet Bettina Schilling, Diplompsychologin vom Evangelischen Zentrum für Beratung und Therapie am Weißen Stein in Frankfurt.

Bindung zur Mutter

Die Expertin erklärt, dass sich die Bindung von Eltern zu ihren Kindern in vier Kategorien einteilen lässt. Diese sogenannten Bindungstheorien reichen von „sicherer Bindung“, wo Nähe und Distanz zwischen Eltern und Kindern angemessen reguliert sind, über die „unsicher-vermeidende“ und die „unsicher-ambivalente“ Bindung zur „desorganisierten Bindung“, dem Fehlen einer klaren Linie. „Die Kategorien beschreiben, wie das Kind die Bindung erlebt“, erklärt Schilling. Wichtig für die Eltern sei, sich nicht aufzudrängen, aber in wichtigen Momenten eine Anlaufstelle zu sein. „Wenn ein Kind Unsicherheit verspürt, sucht es den Blickkontakt. Wenn es den nicht gibt, wird es schwierig.“

Mütter als zentrale Ansprechpartnerinnen

Die wichtigste Bindungsperson sei dabei die Mutter. Zwar sei das Leitbild von Familie und damit auch die Rolle des Vaters im Wandel, dennoch seien Väter weiterhin stärker beruflich eingebunden. Mütter kümmerten sie sich stattdessen intensiver um die Erziehung. Und wenn Mütter arbeiten, dann vor allem in Teilzeit. Das zeigen die letzten Zahlen des Statistischen Bundesamtes von 2017. Bettina Schilling sieht, dass sich die Verhältnisse wandeln und auch Väter sich immer häufiger zu einer wichtigen Bezugsperson entwickeln. Sie betont, "dass Väter und auch außenstehende Personen enge Bezugspersonen sein können, was eine wichtige Entlastung für die Mütter sein kann."

Mit positiven, gemeinsamen Erlebnissen die Basis für Konfliktlösung schaffen

Die Beziehung  zwischen Mutter und Kind kann auch von Konflikten und Problemen geprägt sein. Da will das Kind plötzlich nichts mehr essen oder die Hausaufgaben werden für beide Seiten zur Qual. Bettina Schilling ordnet ein: „Konflikte sind erstmal gar nichts Schlimmes. Ein Konflikt in der Familie ist sogar sehr lehrreich für mögliche Konflikte im späteren Leben“. Wichtig sei aber, dass Konflikte die Beziehung nicht überschatten. Die evangelische Psychologin erklärt: „In solchen Fällen geht es darum, erstmal wieder gemeinsam positive Erfahrungen zu machen.“ Wenn es nötig ist, könne das Problem auch für eine Weile hintenan gestellt werden. Durch schöne gemeinsame Erlebnisse entstehe eine Basis, ohne die ein Konflikt nicht gelöst werden könne. „Das ist etwa so, als wolle man ein Haus bauen, ohne dass ein Fundament vorhanden ist“, beschreibt sie.

Einfühlung braucht Zeit

Um solche Konflikte zu vermeiden, sei eine gewisse Feinfühligkeit auf Seiten der Mutter von Bedeutung. „Man muss die Bedürfnisse des Kindes erkennen und sich seine eigenen klarmachen. Dann kann man sich aufeinander abstimmen“, erklärt Schilling. „Dabei ist es auch wichtig, Räume zu schaffen. Es reicht nicht, dem Kind zu sagen: Jetzt erzähl doch mal. Räume müssen aber auch keine großen Unternehmungen sein. Der gemeinsame Spaziergang oder die regelmäßige Fahrt zum Sportunterricht können sich zum Beispiel gut eignen.“

Unterstützung für Mütter und Väter

Schilling betont zudem die Niedrigschwelligkeit der evangelischen Familien- und Erziehungsberatung: „Es ist doch völlig normal, dass man sich mal Rat holt.“ Manchmal reichten schon wenige Beratungssitzungen aus, um zu wichtige Impulse für die Beziehung von Mutter und Kind zu bekommen.
 
Evangelisches Zentrum für Beratung und Therapie am Weißen Stein 
Weitere evangelische Beratungsstellen in Frankfurt am Main 
Psychologische Beratungsstellen in Hessen und Nassau 
Beratungsstellen der Diakonie vor Ort 
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[Christopher Hamich]

Dies Gebot haben wir von ihm,
daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe.

1. Johannes 4, 21

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/issalina

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