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Besuch bei Partnerdiözese

Reformation auch Thema in Nordindien

CNI

Vom 31. Januar bis zum 3. Februar fand in der Alexander School in Amritsar der 26. ordentliche Diözesanrat (Synode) unserer Partnerkirche Diözese Amritsar der Nordindischen Kirche CNI statt. Als Vertreter der EKHN nahm Pfarrer Konrad Schulz an den Beratungen teil.

Der Diözesanrat stand unter dem Thema: „Komm Heiliger Geist - erneuere die ganze Schöpfung. Rö 8,21”. Mit drei eindrucksvollen Bibelarbeiten des hohen Regierungsbeamten Dipl. Ing. LT Jayachandran, der auch methodistischer Theologe ist, wurde das Thema Schöpfung und Heiliger Geist entfaltet. Es wurde ergänzt durch den australischen Ökotheologen Dr. David Reichardt und durch den Vortrag des Pfarrers der deutschen evangelischen Gemeinde in Delhi Markus Lesinski über „500 Jahre Reformation”. Denn als Moderator der Nordindischen Kirche CNI hat Bischof Samantaroy zu einer indienweiten Campagne „500 Jahre Reformation” aufgerufen, die von zahlreichen Diözesen der CNI und auch von anderen Kirchen getragen wird. So wird der weltweite Charakter der Reformation deutlich.

 

Was die Reformation für Indien bedeutet

In der Tat verdanken vor allem die protestantischen Kirchen Indiens der Reformation sehr viel: das egalitäre Verständnis von Kirche, das das indische Kastendenken durchbricht, den persönlichen Glauben des direkten Zugangs zu Gott, die Möglichkeit, die Bibel in der eigenen Sprache zu lesen, das diakonische Engagement für die Ärmsten und für gesellschaftliche Gerechtigkeit. Im Vortrag von Pfarrer Lesinski wurden jedoch auch die Begrenzungen von Martin Luther hinsichtlich seines interreligiösen Verständnisses des Judentums und des Islam deutlich. Hier können wir von der Church of North India und ihren hervorragenden Beziehungen zum Muslimen, Hindus, Sikhs und anderen als deutsche Protestanten viel lernen.

 

Laien spielen eine wichtige Rolle

Aus den Beratungen ging die Kirchenleitung der Diözese erneuert hervor. Einige ältere Mitglieder des Exekutiv-Ausschusses gehen in den wohl verdienten Ruhestand und jüngere Pfarrer und Laien sind nachgerückt. Dabei wurde deutlich, dass mittlerweile die Laien eine wichtige Rolle in der Diözese spielen. Deshalb wurde auch beschlossen, verstärkt Fortbildung für Laien anzubieten.  Natürlich war der Diözesanrat nicht zu denken ohne ein eindrucksvolles Kulturprogramm, dass von Gesangs- und Tanzgruppen der christlichen Schulen in Shimla und Jammu bestritten wurde.

 

Baumpflanzungsprogramm soll ausgeweitet werden

Deutlich wurde auch, dass der Diözese das ökologische Engagement sehr wichtig ist. Jedenfalls erklärte die Versammlung die Diözese Amritsar zur „grünen Diözese”.  Wiederaufforstung, Reduzierung des Ressourcenverbrauchs, Abfallbeseitigung und erneuerbare Energien stehen auf der Tagesordnung der Diözese. Erste eindrucksvolle Erfolge sind bei der Wiederaufforstung erzielt worden. Viele Gemeinden nehmen inzwischen an dem von uns angestoßenen Baumpflanzungsprogramm teil. Es soll auf alle Kirchenländereien ausgeweitet werden, die nicht anderweitig genutzt werden. Außerdem wird in einigen Orten inzwischen auch ein Programm Selbstversorgung durch ökologische Gemüsegärten entwickelt. All das kostet natürlich Geld, das die armen Gemeinden nur schwer aufbringen können. Dennoch werden sie verstärkt aktiv.

 

Mit deutscher Hilfe wird Rentenfonds aufgebaut

Ein weiterer wichtiger Punkt waren Gesundheitsversorgung und Rentenfonds für die Kirchlichen Mitarbeiter der Diözese. Bislang waren die Mittel der Diözese immer so gering und vor allem durch zahlreiche Prozesse wegen veruntreuter Ländereien durch Dissidenten seit der Gründung der CNI 1970 gebunden, dass nun erstmals mit Hilfe der Dekanate Giessen und Wetterau und ihrer Mitarbeiter sowie eigener Anstrengungen der Mitarbeiter in der Diözese ein Gesundheitsfonds von 5000 € pro Jahr besteht und allmählich ein Pensionsfonds aufgebaut wird, der die Mindestanforderungen der Pension für die Mitarbeiter und Pfarrer tragen wird, die in der noch jungen Kirche nun allmählich beginnen. Bischof Samantaroy hob ausdrücklich hervor, dass hier das Engagement seiner deutschen Partner in der CNI einzig ist und die Diözese von einer großen Sorge befreit. In der Tat sind eine Reihe von Pfarrern und Mitarbeitern der beiden Dekanate bereit, hier einen Beitrag für die indischen Kollegen zu leisten.

Konrad Schulz besuchte Projekte und Schulen

Pfarrer i.  R. Schulz war schon vor der Tagung angereist und konnte so verschiedene Gemeinden und Projekte besuchen. Er predigte im Konfirmationsgottesdienst der Gemeinde Chamba, in dem 110 Konfirmanden zwischen 15 und 80 Jahren von Bischof Samantaroy konfirmiert wurden, ebenso predigte er in der St. Paulsgemeinde Amritsar, in der drei Evangelisten zu Diakonen ordiniert wurden und in der Christchurch Gemeinde Amritsar. Darüber hinaus besuchte er die Gemeinde in Jammu und die dortige christliche Alexander Memorial School, die mit 50% christlichen Schülern unter den christlichen Schulen Indiens einmalig ist.

Die meisten Schulen werden von Schülern anderen Glaubens besucht. Hier jedoch hatte der frühere Bischof Aziz Williams, Schwiegervater der gegenwärtigen Schulleitung im letzten Jahrhundert eine klare Option für die Armen Dalits verfolgt, die in den 1930-er Jahren im Norden Indiens in großer Zahl zum christlichen Glauben übergetreten waren und von den herrschenden hinduistischen Familien in der Region Jammu noch immer diskriminiert werden. Mit großem Engagement müht sich die Schule Kindern dieser christlichen Familien, aber natürlich auch anderen Dalit-Kindern eine gute Ausbildung angedeihen zu lassen. Wohlhabende Familien der höheren Kasten sucht man jedoch vergebens in der Schule. Deshalb ist sie auch immer wieder auf Spenden angewiesen. Gerade wurde ein ganz neuer Trakt von Klassenräumen zum 125. Jubiläum der Schule eingeweiht. Allerdings fehlt noch die Inneneinrichtung für drei Laboratorienräume Physik, Chemie und Biologie.

Auch die St. Thomas School Tarn Taran konnte Pfarrer Schulz besuchen. Dort wird mit Hilfe deutscher Unterstützung aus dem Evangelischen Dekanat Wetterau die staatliche Anerkennung bis zur Klasse 10 angestrebt. Dazu sind ebenfalls eine Reihe von Klassenräumen zu erstellen, die in den noch zu renovierendem ehemaligen großen Pfarrhaus eingerichtet werden sollen. Aber Rektor Sushil Daniel ist zuversichtlich, dass die Räume bald bereit stehen werden und auch die staatliche Anerkennung erreicht werden wird. Jedenfalls wird daran mit Hochdruck gearbeitet.

Bischof Samantaroy dankte ausdrücklich in seinem Bericht dem hohen Engagement seiner deutschen Partner aus den Dekanaten Giessen und Wetterau und bat seine Grüsse zu übermitteln. Er selbst wird mit einer Delegation im August nach Deutschland kommen, um am Programm der EKHN und in unserer Region zum Reformationsjubiläum teilzunehmen.

Dies Gebot haben wir von ihm,
daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe.

1. Johannes 4, 21

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/issalina

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