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Darmstadt: Hessen-Nassau solidarisch

Regenbogenfahne weht zum CSD bei evangelischer Kirche

EKHNBuntes Solidaritätszeichen zum CSD in Darmstadt: Vor der Verwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau weht am Paulusplatz die RegenbogenflaggeFarbiges Solidaritätszeichen zum CSD in Darmstadt: Vor der Verwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau weht am Paulusplatz die Regenbogenflagge

Regenbogen über dem Paulusplatz in Darmstadt: Die hessen-nassauische Kirchenverwaltung setzt beim Christopher Street Day in Darmstadt ein buntes Zeichen der Solidarität mit Homosexuellen und hisst die bunte Flagge der Toleranz.

EKHNRegenbogen am Paulusplatz: Carmen Prasse (l.) und Anita Gimbel-Blänkle von der hessen-nassauischen Kirchenverwaltung hissen die bunte Fahne zum CSD in DarmstadtRegenbogen am Paulusplatz: Carmen Prasse (l.) und Anita Gimbel-Blänkle von der hessen-nassauischen Kirchenverwaltung hissen die bunte Fahne zum CSD in Darmstadt

Darmstadt, 19. August 2016. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) setzt beim bevorstehenden Christopher Street Day (CSD) in Darmstadt ein buntes Zeichen der Solidarität. Am Samstag (20. August) wird bei der Veranstaltung, die für die Rechte von Schwulen, Lesben und Transsexuellen eintritt, am Gebäude der Kirchenverwaltung am Paulusplatz als Symbol des Kampfes für mehr Akzeptanz eine regenbogenfarbene Flagge gehisst. Zudem beteiligt sich die EKHN aktiv am Programm des Darmstädter CSD, der bundesweit als einer der politischsten Veranstaltungen zum Thema gilt.

Kirche macht bei CSD-Programm in Darmstadt mit

So wird am Samstag um 15.30 Uhr die hessen-nassauische Beauftragte für Chancengleichheit und Darmstädter Innenstadtpfarrerin Anita Gimbel-Blänkle, unter anderen mit dem Journalisten Christian Deker (NDR) auf der Hauptbühne am Riegerplatz über das Thema „Du sollst nicht schwul sein – Christliche Kirchen zwischen neuer Offenheit und alter Ausgrenzung“ diskutieren. Nach Worten von Gimbel-Blänkle ist „die sexuelle Orientierung von Menschen Bestandteil der jeweiligen Persönlichkeit“. Sie dürfe auf keinen Fall zu Diskriminierung führen. „Geschlechtervielfalt und Geschlechtergerechtigkeit sind eine Herausforderung, Vielfalt in Kirche und Gesellschaft zu leben und miteinander zu gestalten“. Wo dies nicht geschehe, sei es auch Aufgabe der Kirche, „nicht nachzulassen und immer wieder darauf hinzuweisen, dass jegliche Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung dem christlichen Menschenbild zutiefst wiederspricht“.

Kirchenpräsident für Neubewertung der Geschlechter

Zuletzt hatte auch der Kirchenpräsident der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Volker Jung, sich für eine theologische Neubewertung der Vielfalt der Geschlechter ausgesprochen. Gerade im kirchlichen Kontext sei die Wahrnehmung geschlechtlicher und sexueller Vielfalt häufig „schuldbelastet“. Zudem blieben bis heute Menschen oft diskriminiert, die sich selbst beispielsweise als transsexuell, transgender oder transident bezeichnen. Um der Menschen willen sei vor allem eine „Entmoralisierung“ erforderlich. Für sexuelle Prägungen – ob hetero-, homo-, bi- oder etwa transsexuell – gelte, dass sie gewissermaßen „empfangen“ seien, so Jung. Die Zweigeschlechtlichkeit von Frau und Mann sei zwar eine „besondere Gabe Gottes“. Sie sei aber nicht das einzige Schöpfungsgemäße, gegenüber dem „andere geschlechtliche Orientierungen als defizitär zu beurteilen wären“, erklärte Jung zuletzt auf einem Fachkongress in Frankfurt. 

Hessen-Nassau ist Pionierin bei Gleichstellung

Die hessen-nassauische Kirche gilt bundesweit als Pionierin in der Anerkennung Homosexueller Partnerschaften setzt sich seit Langem für die kirchliche Anerkennung homosexueller Partnerschaften ein. Sie wendet sich gegen jede Form der Diskriminierung von Menschen, auch die aufgrund der sexuellen Orientierung. Dabei beruft sich die EKHN auch auf das Positionspapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) „Zwischen Autonomie und Angewiesensein“, das feststellt: „Es zählt zu den Stärken des evangelischen Menschenbilds, dass es Menschen nicht auf biologische Merkmale reduziert, sondern ihre Identität und ihr Miteinander in vielfältiger Weise beschreibt.“

Hintergrund zum CSD

Der „Christopher-Street-Day“ (CSD) erinnert an den ersten bekanntgewordenen Aufstand von Homosexuellen und Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street am 28. Juni 1969.  Daraus ist eine weltweite Bewegung geworden, im Sommer eine Demonstration für die Rechte von Homosexuellen und Transgender zu veranstalten. Seit 2011 gibt es auch in Darmstadt eine eigene Veranstaltung. In diesem Jahr steht der dortige CSD unter dem Motto „Liebe, Sex und Widerstand“. Aus diesem Anlass hängt an vielen öffentlichen Gebäuden und Firmen der südhessischen Stadt am 20. August eine Regenbogenfahne – als Zeichen der Solidarität mit Menschen ganz unterschiedlicher sexueller Orientierung und Identität und zugleich als Zeichen der Vielfalt, gegen jede Form der Diskriminierung. Aufgrund einer Initiative des Stabsbereichs Chancengleichheit der EKHN wird auch das Gebäude der Kirchenverwaltung mit der Regenbogenfahne versehen sein. 

Beten mit Worten der Bibel:

Gott,
wir erfassen kaum, was auf Erden ist,
und begreifen nur schwer,
was wir in Händen haben.
Was aber im Himmel ist, wer hat es erforscht?
Und wer hat deinen Ratschluss erkannt?
Es sei denn, du hast Weisheit gegeben und
deinen heiligen Geist aus der Höhe gesandt.
Amen

(Weisheit 9,16 ff)

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