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Über Gott reden

Religionspädagogin: Religiöse Bildung von Kindern neu denken

EKHN-Öffentlichkeitsarbeit„Wie über Gott reden?“, so lautete das Thema der Bildungskonferenz 2019.

Von Gott reden: Wie sieht eine zeitgemäße Glaubenssprache aus? Dieser Frage ist die EKHN mit ihrer Bildungskonferenz nachgegangen. Einer der Schwerpunkte: Wie mit Kindern über Gott gesprochen wird.

Die Rostocker Religionspädagogin Anna-Katharina Szagun hat Theorien zur religiösen Entwicklung von Kindern infragegestellt. Die Rostocker Langzeitstudie mit 200 Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis 19 Jahren lasse an den traditionellen Modellen einer stufenweisen Entwicklung des religiösen Bewusstseins zweifeln, sagte die Professorin in Frankfurt am Main auf einer Bildungskonferenz der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Kinder zeigten schon im Kindergartenalter mit intuitiv gestalteten Bildern und Figuren-Szenen, dass sie abstrakt auf einer übertragenen Ebene denken können.

Kinder konstruieren nach den Worten von Szagun religiöse Konzepte kreativ aus Versatzstücken, die sie in ihrer Umgebung aufschnappen. Dabei sei die Darstellung von Gott in Menschengestalt wesentlich durch Erwachsene angestiftet, nachhaltig fixiert insbesondere bei atheistischen oder fundamentalistischen Familien. Bei Kindern aus religiös reflektierten Kontexten fehlten solche Anthropomorphismen fast völlig. Volkskirchliche Überlieferungen förderten allerdings unbewusst „problematische Schienensetzungen“.

Missverständnisse bei Kindern über Gott

Der Zusammenprall von traditionellen theologischen Begriffen mit der Lebenswelt der Kinder führe „automatisch zum Missverstehen“, erklärte die Religionspädagogin. So werde Gott als Mann oder Über-Vater verstanden, der Himmel als Atmosphäre und der Heilige Geist als ein Gespenst. In Folge blieben die meisten Kinder und Jugendlichen „in der Symbolkritik stecken“. Szagun regte an, mittels Metaphern und Analogien über Gott zu sprechen. Kinder müssten Modelle religiösen Verstehens erleben, „die zum Mitschwingen einladen“. „Wir müssen die Inhalte aus alten Schachteln holen“, forderte Szagun auf.

„Die Kirche muss deutlicher darüber nachdenken, wie sie in der Bildungsarbeit die Gottesfrage stellt“, bekräftigte Kirchenpräsident Volker Jung. „Wie können wir heute angemessen von Gott reden?“ Christen lebten in einer eher traditionslos gewordenen Umgebung in geistigen Räumen, die die Tradition eröffnet habe. Diese müssten durch die pädagogische Arbeit in Kitas, Religionsunterricht, Erwachsenenbildung und Gemeinden weiter zugänglich gehalten werden. Bei Religion gehe es nicht um die Einführung in eine Geheimwissenschaft, sondern um die Erschließung einer bestimmten Sicht auf das Leben.

An der „siebten gesamtkirchlichen Bildungskonferenz“ der EKHN in der Evangelischen Akademie Frankfurt nahmen rund 70 Theologen, Religionspädagoginnen und Erzieherinnen teil.

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Denn alles, was aus Gott geboren ist, überwindet die Welt;
und unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.

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