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Ehrenamt

Wie zufrieden sind junge Erwachsene mit ihrem Ehrenamt in der EKHN?

© Tobias Frick / fundus.ekhn.deMan sieht Jugendliche in einem Klassenzimmer im ReligionsunterrichtJunge Erwachsene in der Kirche

Jetzt liegen die Ergebnisse einer Umfrage unter jungen Erwachsenen im Ehrenamt vor, welche die ekhn2030-Arbeitsgruppe im Frühjahr gestartet hatte. Demnach fühlen sich 80 Prozent der Befragten mit ihrem Engagement anerkannt. Es wurden allerdings auch Verbesserungsvorschläge genannt. So solle die Jugend besser gestärkt und Gottesdienste moderner gestaltet werden. Das war aber noch nicht alles.

Wie ist die Situation von jungen Erwachsenen im Umfeld kirchlichen Handelns in der EKHN? Diese Frage stellte eine ekhn2030 Arbeitsgruppe - und 731 Antworten kamen zurück. Insgesamt sind sie sehr zufrieden im Ehrenamt, haben aber Verbesserungsideen für die EKHN. Die Arbeitsgruppe war überwältigt vom hohen Rücklauf der Online-Befragung im Mai 2021.

Ausgewählte statistische Daten:

731 Personen antworteten auf die von (jungen) ehrenamtlichen Mitgliedern erarbeitete Umfrage, davon waren 65% weiblich, 33% männlich, 0,5% divers, 1,5% gaben kein Geschlecht an. Das Durchschnittsalter lag bei 22 Jahren. Die meisten Befragten haben Abitur (45%) oder sind noch Schüler*innen (33%). Die selbst eingeschätzte Religiosität wurde auf einer Skala von 1-10 auf 7-8 eingestuft. Das Engagement findet überwiegend auf Kirchengemeinde-Ebene für Kinder und Jugendliche statt (94%), auf Platz zwei für Familien (73%) und auf Platz drei für Menschen mit Migrationshintergrund (72%). (Mehrfachnennungen waren möglich.)

Die Befragten äußerten eine extrem hohe Zufriedenheit mit dem Engagement in der Kirche, über 80% fühlen sich mit ihrem Engagement in der Kirche gesehen und anerkannt und empfinden ihr Engagement als wirksam.

Vor Corona waren die jungen Ehrenamtlichen überwiegend mehrmals in der Woche aktiv (200), einmal in der Woche aktiv (125), mehrmals im Monat (120), während Corona seltener. Die Ehrenamtlichen sind durchschnittlich seit etwa sieben Jahren (mit Unterbrechungen) engagiert. Von denjenigen, die in der Kirche engagiert sind/waren (90% der Befragten), könnten sich 47% vorstellen, ihr Engagement noch auszuweiten.

Kirche als zukünftige Arbeitgeberin können sie sich überwiegend nicht vorstellen (54%), unentschlossen sind 19%, es bejahen diese Frage 27%.

Verbesserungswünsche in den Freitext-Angaben:

Die Befragten würden als Sofortmaßnahmen die Jugend stärken, sie mehr beteiligen und mehr Geld in Jugendarbeit, Räume und Angebote stecken. Sie fordern modernere Gottesdienste (an anderen Orten, mit anderer Musik, interaktiver, lockerer, spaßiger, jünger, interessanter, mehr Bezug zum Leben, online) und wünschen sich mehr Offenheit und Toleranz, Sichtbarkeit und Gleichberechtigung von marginalisierten Gruppen. Im Personalbereich wird mehr und jüngeres Personal gefordert (auch in der Gemeindepädagogik) und sich gegen eine weitere Verbeamtung ausgesprochen. Lohnstufenangleichung und geänderte Einstellungsvoraussetzungen finden bei den Sofortmaßnahmen ebenfalls Erwähnung.

Strukturell wünschen sich die Befragten mehr Vernetzung, weniger Bürokratie, dass mehr vor Ort stattfindet, dass Strukturen übersichtlicher, einfacher und niedrigschwelliger werden und dass patriarchale und rassistische Strukturen intern bekämpft werden.

Rolle der Kirche im eigenen Leben

Kirche ist für die Befragten (christliche) Gemeinschaft, Glaube, Gebet, Gott, Jesus sowie die Gemeinde, (ein Gefühl von) Heimat, Geborgenheit, Ruhe, Zusammenhalt, aber auch die Menschen. Kirche ist “Vielfalt erleben und angenommen sein”.

Gefragt danach, wie sie Kirche für ihr persönliches Leben wahrnehmen, nennen nahezu 90 Befragte Kirche als festen Bestandteil, als wichtig und relevant. Knapp 70 Nennungen sehen Kirche als Randbereich des Lebens/irrelevant; 55 nennen Gemeinschaft und Freizeit.

Für Kirche begeistert werden die Befragten hauptsächlich durch Eltern, Familie und Freund*innen sowie durch erlebte Gemeinschaft und Austausch und die Gemeinde. An dritter Stelle begeistert das Ehrenamt selbst, das Team, gefolgt von christlicher Glaube, Gott, Heiliger Geist, Jesus.

Mehr Innovations- und Veränderungswille wird gewünscht

An Kirche nervt die Befragten der mangelnde Innovations- und Veränderungswille, das Festhalten am Alten, an altmodischen Traditionen. Die Schwerfälligkeit der Kirche mit ihren Strukturen und Gremien und der hohen Bürokratie werden als negativ wahrgenommen. Auch das negative Image nicht zeitgemäß, uncool, unehrlich, konservativ und skandalös zu sein, nervt die Befragten. Gottesdienste und Predigten, die zu traditionell, zu langweilig, zu altbacken sind und manche Hauptamtlichen werden als nervig genannt. Die Befragten wünschen sich von Kirche mehr Offenheit gegenüber Jugendlichen / jungen Erwachsenen.

Zusammenfassung:

Insgesamt lässt sich konstatieren, dass die jungen Ehrenamtlichen in der EKHN sehr zufrieden mit ihrem Engagement und der Anerkennung im Ehrenamt sind und sich vorstellen könnten, dies auch noch auszuweiten. Sie bezeichnen sich selbst als religiös und sind hoch engagiert, sowohl was die Häufigkeit als auch die Gesamtdauer anbelangt. Nicht vorstellen können sich die meisten Befragten, bei der EKHN als Arbeitgeberin tätig zu werden. Hier sollte genauer hingeschaut werden.

Forderungen der jungen Ehrenamtlichen gehen in Richtung von mehr Innovation, Modernität (von Gottesdiensten und des Gesamtimages der Kirche), mehr Beteiligung und mehr sichtbare Toleranz. Strukturell legen sie das Augenmerk auf die Gehalts- und Personalsituation sowie auf Bürokratieabbau und Geschlechtergerechtigkeit.

Die Familie ist erster Anlaufpunkt, um für Kirche zu begeistern, aber auch Gemeinde und das Team der Ehrenamtlichen werden hier genannt. Das deckt sich mit Studien, die belegen, dass die Spiritualität und der Glaube im gemeinsamen ehrenamtlichen „Tun“ steigen.

Zur Ausführlichen Auswertung

[iwit/red]

Religion ist das,
was uns unbedingt angeht.

(Paul Johannes Tillich)

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