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Späte Familien-Gründung

Video: Vater werden mit über 50 Jahren?

privatPfarrer mit SohnPfarrer Helwig Wegner-Nord mit seinen Sohn Rasmus

Zunehmend mehr Menschen im fortgeschrittenen Alter bekommen ein Kind. Das birgt Risiken, wie beispielsweise Fehlbildungen beim Kind. Laut Studien hat die späte Elternschaft allerdings auch Vorteile für den Nachwuchs. Wie erlebt ein 9-jähriger Pfarrersohn die Situation mit seinem 66-jährigen Vater?

„Manche fragen, ob das mein Opa ist. Und dann antworte ich: Nein, das ist mein Papa. Das ist normal für mich, ich habe mich daran gewöhnt“, erzählt der 9-jährige Rasmus und jüngster Sohn von Helwig Wegner-Nord, Pfarrer im Ruhestand. Als Rasmus zur Welt kam, war sein Vater 56 Jahre alt.
Es gibt viele Gründe, mit über 40 oder gar 50 Jahren vor der Entscheidung für ein Kind zu stehen. Manche Frauen oder Männer haben den passenden Partner erst spät gefunden, für andere war der Weg zu festem Job und finanzieller Sicherheit sehr lang. Für manche Witwe oder manchen Witwer eröffnet sich eine zweite Chance für eine Familiengründung. Wegner-Nord hat die Chance genutzt. Im Video erzählt er von seiner Entscheidung für ein Kind: „Was ist denn die Alternative? Dass es dieses Kind nicht gibt. Das ist überhaupt nicht denkbar. Es ist wunderbar, dass es dieses Kind gibt.“

Besondere Herausforderungen

Doch es stehen durchaus Herausforderungen und Risiken im Raum. Davon erzählen die Kinder, die mit älteren Eltern aufgewachsen sind und sich dem Journalisten Eric Breitinger für das Buch „Späte Kinder“ anvertraut haben.  So haben manche bereits in ihrer Jugend einen Elternteil verloren, einige hatten das Gefühl in einer altmodischeren, traditionelleren Familie aufgewachsen zu sein oder mussten recht früh ihre Eltern pflegen. Doch die meisten äußerten sich durchaus loyal.
Von positiven Erfahrungen berichtet der Pfarrersohn Rasmus. Er erlebt, dass die jüngeren Väter seiner Schulkameraden oft weg seien, manchmal erst nach 22 Uhr nach Hause kämen. „Und es ist einfach schön, wenn ein Vater Zeit hat“, erzählt der Junge im Video. Und sollte seinen Eltern doch etwas zustoßen, weiß er sich in einer großen Familie mit Geschwistern, Neffen und Cousinen aufgehoben.

Gesundheitliche Risiken

Allerdings birgt das höhere Alter von Müttern durchaus gesundheitliche Risiken für das Kind. So steigt beispielsweise die Wahrscheinlichkeit für eine Fehlgeburt, zudem erhöht sich das Risiko für ein Kind, mit Downsyndrom geboren zu werden oder später an Alzheimer, Bluthochdruck oder Diabetes zu erkranken. Der Amerikaner Brian Dònofrio hat die Väter mit einer 2014 veröffentlichten Studie in den Blick genommen. Sie zeigt, dass Kinder, deren Väter bei der Geburt mindestens 45 Jahre alt waren, ein höheres Risiko haben, an Autismus, ADHS, bipolaren Störungen und einer Drogensucht zu erkranken.

Alter der Eltern steigt

Doch der Blick auf Industrieländer, bzw. Länder, in denen die Bildungschancen von Frauen steigen, zeigt, dass Menschen sich immer später entscheiden, Eltern zu werden. Laut Presseberichten haben fünf Prozent aller Neugeborenen mittlerweile einen Vater über 50. Insgesamt hatten 2014 auch rund fünf Prozent der Neugeborenen eine Mutter über 40. Frauen bekommen in zunehmend höherem Alter ihr erstes Kind. 1970 waren die Frauen noch 24 Jahre alt, 2012 waren sie laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich 29 Jahre alt. Auch der Anteil der Erstgebärenden über 40 Jahren ist gestiegen: 1991 lag er bei 0,8 Prozent, 2012 lag er einen Prozentpunkt höher.

Positive Aspekte der späten Elternschaft

Doch es gibt auch Studien, die Männern und Frauen im höheren Alter Mut machen: Eine Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung (MPIDR) in Rostock und der London School of Economics zeigt, dass die Kinder älterer Mütter gesünder, größer und besser ausgebildet seien. Zudem zeigte eine weitere Studie mit Müttern, die nach ihrem 35. Geburtstag ihr erstes Kind bekommen haben, dass sie besser auf ihr Kind eingehen, es besser unterstützen und fördern sowie konsequenter erziehen. Zudem hat eine andere Studie des Rostocker Instituts ergeben, dass ältere Eltern zufriedener als jüngere seien und dies auch noch lange bleiben. Weiterhin gibt eine US-amerikanische Studie Hinweise, dass ältere Väter die genetische Voraussetzung für Langlebigkeit und Gesundheit im Alter vererben.

Was kann die Entscheidung neben dem Abwägen aller Vor- und Nachteile erleichtern? Karin Ackermann-Stoletzky, bei deren Geburt ihre Mutter 49 Jahre alt war, sagt: „Am Ende zählt doch, wie beziehungsfähig Eltern sind.“ Und Pfarrer Wegner-Nord lebt heute noch immer im Einklang mit seiner Entscheidung zur späten Vaterschaft, sein Fazit: „Geht in Ordnung.“

Späte Eltern in der Bibel: Abraham und Sara

Laut Bibel gilt Isaak neben seinem Vater Abraham als Stammvater Israels. Der biblische Verfasser erzählt, dass seine Eltern bei seiner Geburt hochbetagt waren: "Hundert Jahre war Abraham alt, als ihn sein Sohn Isaak geboren wurde. Und Sara sprach. Gott hat mir ein Lachen zugerichtet." (1. Mose 21,5). Zuvor hatte Gott dem über 80-jährigen Abraham versprochen, dass ihm ein Sohn und Erbe geboren werde und ihm eine so zahlreiche Nachkommenschaft folgen werde, wie Sterne am Himmel stehen. Dabei schließt Gott auch mit Abraham einen Bund, nach dem Abrahams Nachkommen Land erhalten werden. Damit ist Abrahams späte Elternschaft auch eng mit dem Heilsplan Gottes verbunden.
Das "biblische Alter" für Personen aus dem Alten Testament ist legendär. Ein möglicher Grund ist, dass in der jüdisch-biblischen Tradition das Alter verehrt wurde. Mit den hohen Altersangaben wurde die Weisheit der Urmütter und -väter hervorgehoben. Zudem ist möglich, dass hebräische Gelehrte im babylonischen Exil die Tradition altorientalischen Mythen mit zehntausende Jahre alten Königen aufgegriffen hatten und Teile der biblischen Überlieferung überarbeitet hatten. Zudem könnten die Verfasser auch versucht haben, das Alter der Figuren an die Zeitrechnung des hebräischen Textes anzupassen, die mit der Schöpfung begann.

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Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Hans Genthe

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