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#volkmarsen

Betroffene brauchen Solidarität und Zusammenhalt

© Rolf Oeser / fundus.ekhn.deJunge und Erwachsener halten ihre zum Gebet verschränkten Hände ineinander.

Ihre Erschütterung über die Autoattacke beim Rosenmontagsumzug in Volkmarsen haben die Bischöfin der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Prof. Dr. Beate Hofmann, und der Fuldaer katholische Bischof, Dr. Michael Gerber, am Dienstagabend zum Ausdruck gebracht.

In einem ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Marien in der nordhessischen Kleinstadt hielten die beiden Kirchenoberen eine gemeinsame Ansprache.

Hofmann: Gott hört unsere Klage, Gott sieht unseren Schmerz

Hofmann beschrieb den Augenblick der Tat als „Moment, der das Leben in Volkmarsen radikal verändert“ habe. Unausweichlich stellten sich viele Menschen die Frage nach dem „Warum?“. Doch darauf könne es hier noch keine Antwort geben. Aber man könne jetzt, so die Bischöfin, Gott seine Gedanken und Gefühle, sein Unverständnis und seinen Schmerz hinhalten. Der Bericht aus dem Matthäusevangelium von den Frauen, die Jesus ans Kreuz begleiten, gebe ein gutes Beispiel für das, was heute getan werden könne: „Wir können zusammenbleiben, wir können gemeinsam klagen und trauern. Wir können uns von dem erzählen, was wir gehört und gesehen haben, unseren Gefühlen, unseren Ängsten, unserem Entsetzen, auch unserem Zorn Ausdruck geben, und wir können auch schweigen, wenn die Worte ausbleiben und die Tränen versiegen.“ Die Bischöfin zeigte sich davon überzeugt: „Gott ist bei uns in diesen dunklen Momenten und geht mit durch diesen Schmerz. Darauf können wir uns verlassen. Gott hört unsere Klage, Gott sieht unseren Schmerz und Gott stellt uns Menschen an die Seite, die jetzt da sind, begleiten, zuhören, aushalten.“

Gerber: Die Betroffenen und unser Land brauchen Solidarität und Zusammenhalt

Der katholische Oberhirte des Bistums Fulda rief die Menschen dazu auf, zusammenzuhalten, einander zuzuhören und Trauer und Schmerz miteinander auszuhalten. „Lassen Sie sich nicht von Hass und Zorn verleiten zu weiterer Gewalt. Der Mensch, der hier Gewalt gesät hat, wird vor Gericht gestellt.“ Er werde sich verantworten müssen, vor Gott und vor den Menschen, er, nicht seine Familie, nicht seine Freunde. Der Mann habe hier eine Gewalttat begangen, die man nicht verstehen könne. „Wir spüren den Schmerz an Leib und Seele und haben die Ahnung, dass so manche Narbe zurückbleibt.“ Die entscheidende Erfahrung aus der Zeit Jesu vor und nach Ostern sei es, dass das Leid und der Schmerz zusammenführen und eine bleibende Verbundenheit und Solidarität entstehen. Diesen Impuls müsse man mit in die beginnende Fasten- und Passionszeit nehmen. „Diese Solidarität brauchen die unmittelbar Betroffenen, und diese Solidarität braucht unsere Gesellschaft und unser Land.“ Es gelte, den Blick auf die unverlierbare Würde eines jeden Menschen zu richten.

Gemeinsamer Dank an Einsatzkräfte

Bischöfin Hofmann und Bischof Gerber dankten besonders den Einsatzkräften von Polizei und Feuerwehr, den Sanitätern und Notärzten sowie den Notfallseelsorgern, die die Menschen in einer fürchterlichen Situation begleitet hätten: „Wir danken allen Menschen, die in diesen Tagen auf irgendeine Weise ein Zeichen der Solidarität senden mit den Menschen hier in Volkmarsen und auch mit den Trauernden und Leidenden in Hanau.“

Beten mit Worten der Bibel:

Gott,
wir erfassen kaum, was auf Erden ist,
und begreifen nur schwer,
was wir in Händen haben.
Was aber im Himmel ist, wer hat es erforscht?
Und wer hat deinen Ratschluss erkannt?
Es sei denn, du hast Weisheit gegeben und
deinen heiligen Geist aus der Höhe gesandt.
Amen

(Weisheit 9,16 ff)

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