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Theologiestudium

Warum junge Menschen heute den Pfarrberuf wählen

Bildquelle: istockphoto, kzenonStudierendeMit Spaß und Motivation durchs Studium - eine Voraussetzung ist eine stimmige Entscheidung für die passende Richtung. Diese Fragen können die Studienwahl erleichtern: Wofür stehe ich morgens gerne auf? Was kann ich gut? Wofür engagiere ich mich? (Symbolbild)

Sechs Wochen Ferien. Für Schülerinnen und Schüler der höheren Klassen bieten sie Zeit, um über den eigenen Weg nachzudenken. Was liegt mir? Welchen Beruf möchte ich ausüben? Pfarrerin oder Pfarrer werden – diese Idee liegt vielleicht nicht auf der Hand. Doch die Berufsperspektiven sind aussichtsreich wie nie. Theologiestudierende erklären, warum sie den Pfarrberuf ausüben möchten.

Theologie: Antworten auf die Fragen des Lebens

„Nach meinem Abitur habe ich Antworten nach Fragen über Leben, Tod, Glaube und menschliches Miteinander gesucht – die habe ich mir schon seit meiner Kindheit gestellt“, erklärt Katharina Groß. Die 26-Jährige habe gehofft, einige dieser Antworten im Theologiestudium zu finden. Derzeit studiert sie in Münster und möchte Pfarrerin in der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau (EKHN) werden: „Ich mag es, Menschen in allen Lebenslagen zu begleiten, der Pfarrberuf ist für mich einer der abwechslungsreichsten Berufe, die es gibt.“

Später Entschluss: „Ich möchte Pfarrerin werden!“

Für Helena Malsy war das Theologiestudium nicht die logische Folge nach dem Abitur: Jetzt ist sie 46, studiert im sechsten Semester an der Goethe-Universität in Frankfurt. Sie sagt: „Für mich war der Glaube immer ein unschätzbarer Kraftspender – gerade in schwierigen Lebenslagen.“ Während ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Kirchenvorstand und der Ausbildung zur Prädikantin habe sie beschlossen, ihren Beruf an den Nagel zu hängen und Theologie zu studieren: „Ich möchte für die Menschen da sein und ansprechbar für solche sein, die ihrem Leben christliche Sinndeutung geben möchten.“

Als Pfarrer: „Anderen Halt und Orientierung geben“

Lorenz Opitz aus Münster erklärt: „Während meines Freiwilligenjahres in der ökumenischen internationalen Kommunität von Taizé ist mit der Glaube als sehr heilsam begegnet und als wichtige Inspiration für gesellschaftliche Werte und Sinnfragen.“ Anderen Menschen möchte der 26-Jährige mit seiner Arbeit Halt, Orientierung, Trost und Sinn im Leben geben. Für ihn entsprechen die Berufsanforderungen auch seinen Talenten: „Ich halte den Pfarrberuf für einen guten Ort, um meine Stärken in Musik, Liturgie, Spiritualität oder gesellschaftspolitischem Engagement einzusetzen.“

Ein sicherer Arbeitsplatz

Die Frankfurter Studentin Friederike Gers schätzt den Pfarrberuf, „weil es ein sicherer Job ist und ich unglaublich gerne mit Menschen zu tun habe.“ Die 27-Jährige hat bereits einige Jahre als Gesundheits- und Krankenpflegerin gearbeitet und möchte nun Pfarrerin in der EKHN werden: „In meinem Beruf wurde ich oft mit Glaubensfragen wie auch den Themen Tod und Sterben konfrontiert – das gab den Anstoß über ein Theologiestudium nachzudenken. Andere Theologiestudierende erklären: „Als Pfarrerin oder Pfarrer kann man etwas bewirken und verändern“, „Pfarrer werden immer gesucht“ oder „weil ich mit Menschen arbeiten möchte.“

Theologiestudium: die Freuden

Für viele Theologiestudierende ist das Studium spannend und interessant und sie fühlen sich gut betreut. Katharina Groß gefällt am Theologiestudium vor allem, dass es viele Fächer übergreift: „Hier geht es oft philosophisch, psychologisch, historisch, politisch oder musikalisch zu – es ist diese Vielfalt, die mich anspricht.“ Die 21-Jährige Anna studiert Theologie an der Goethe-Universität in Frankfurt: „Im Studium haben wir viele Freiheiten und profitieren vom niedrigen Betreuungsschlüssel. Auch sei die Studienberatung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck besonders „hilfreich und inspirierend“ gewesen.

Theologiestudium: die Hürden

Für die meisten Studierenden überwiegen die Vorzüge des Theologiestudiums, doch auch sie sprechen von Hürden: So müssen die angehenden Pfarrerinnen und Pfarrer Hebräisch, Griechisch und Latein lernen. Helena Malsy erklärt, dass das Erlernen dieser Sprachen sehr anstrengend sei: „Kurz vor den Prüfungen dachte ich oft, wie anspruchsvoll und aufwendig das Studium doch ist.“ Auch die 21-Jährige Sara meint: „Man benötigt viel Ausdauer.“ Yannik Schiffer (2. Semester an der Goethe-Universität in Frankfurt) empfindet die Sprachen ebenfalls als große Herausforderungen.

Er meint zudem: „Die Nähe zum Pfarrberuf ist im Theologiestudium bisher kaum zu spüren.“ Katharina Groß bestätigt das: „Mit dem konkreten Pfarrberuf kommt man im Studium kaum in Berührung. Das Studium schafft lediglich die theoretischen Grundlagen.“ Lorenz Opitz empfiehlt daher Theologiestudierenden, sich um ein geistliches Leben neben dem Universitätsalltag zu kümmern: „Dazu zählen Gottesdienste, aktives Gemeindeleben, persönliche Spiritualität, aber auch geistliche Begleitung durch eine Pfarrerin oder einen Pfarrer.“

Hervorragende berufliche Perspektiven

Pfarrerinnen und Pfarrer werden gesucht – ein sicherer Job also. Das glauben auch diese Studierenden auf die Frage nach den beruflichen Perspektiven: Lennart: „Optimal!“, und Sara: „Sehr gut. Stellen sind in jeder Stadt zu vergeben.“ Und Katharina meint: „Als Pfarrerin ist man breit aufgestellt und kann in den verschiedensten Berufsfeldern arbeiten. Sowohl im Gemeindepfarramt als auch in Sonderpfarrstellen wie als Gefängnis-, Krankenhaus-, Schul- oder MilitärpfarrerIn, Hauptberuflich als SeelsorgerIn oder bei Zeitung, Radio oder Fernsehen.“ Auch Lorenz ist optimistisch, was die Berufswahl angeht, doch: „Es könnte schwierig werden, eine passende Stelle zu finden. Vorstellungen von Gemeinde und Pfarrer in Hinblick auf das Gemeindeleben, liturgische Vorlieben und theologische Auffassungen sollten gut zueinander passen.“

Um junge Menschen mit  Interesse am Theologiestudium und dem Pfarrberuf zu unterstützen, hat die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) das Online-Portal MachDochWasDuGlaubst.de ins Leben gerufen. Dort erzählen Pfarrerinnen und Pfarrer von ihrem Weg in den Beruf und ihren Erfahrungen. Auf der Website gibt es sogar einen Theologie-Berufstest. Der ist hier zu finden.

(Text: David Metzmacher)

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