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„Wir kriegen das bestimmt gut hin“

Clemens Bittlinger übernimmt Vertretungsdienst in Mörlenbach

Erika HemmerichClemens Bittlinger

Als Liedermacher ist Clemens Bittlinger bundesweit unterwegs, als Pfarrer für Ökumene und Mission ist er mit halber Stelle im Dekanat Darmstadt-Land tätig und als Gemeindepfarrer ab dem 1. September in Mörlenbach im Dekanat Bergstraße. Und das wiederum hat mit seinen Konzerten zu tun.

Normalerweise gibt Clemens Bittlinger rund 100 Konzerte pro Jahr und ist damit stets zwei Jahre im Voraus ausgebucht. Doch normal ist in Corona-Zeiten nichts mehr. Viele seiner fest geplanten Auftritte mussten abgesagt oder auf die kommenden Jahre verschoben werden. In dieser Situation erreichte ihn eine Anfrage der mit ihm befreundeten Mörlenbacher Gemeindepfarrerin Edith Unrath-Dörsam, ob sie auf eine Tasse Kaffee vorbeikommen könne, sie bringe auch Kuchen mit. „Wir kennen uns nun schon ziemlich lange, aber so etwas hatte sie bislang noch nie getan“, sagte Clemens Bittlinger und vermutete hinter der Kuchen-Offerte ein ganz spezielles Anliegen. Und damit lag er richtig. Ob es an der Qualität des Kuchens lag, ist nicht überliefert. Jedenfalls sagte er zu, vertretungsweise für ein Jahr die vakante halbe Pfarrstelle in Mörlenbach zu übernehmen. „Neben der Tatsache, dass ich auf diese Weise einer Freundin aus der Patsche helfen kann, passt das Ganze auch gut in diese Zeit. Mit den Konzerten ist alles ziemlich durcheinander geraten und ich habe den Freiraum, die Mörlenbacher Gemeinde mit zu betreuen. Und darauf freue ich mich.“

Gemeindearbeit in Corona-Zeiten

Von seinem Wohnort im benachbarten Rimbach hat Clemens Bittlinger eine kurze Anfahrt zu seiner neuen Wirkungsstätte auf Zeit. In Mörlenbach will er das volle Programm eines Gemeindepfarrers mit halber Stelle absolvieren. „Ich helfe, wo immer ich gebraucht werde. Wir haben die Planung bis August nächstes Jahr schon durchgetaktet und vieles kommt dann noch spontan dazu. In Mörlenbach gib es ja auch eine gute ökumenische Zusammenarbeit und auch darauf freue ich mich.“

Für ihn ist die größte Herausforderung für die Gemeindearbeit in Corona-Zeiten, mit den Gemeindemitgliedern in Kontakt zu bleiben sowie einen trostvollen und besonnenen Umgang mit dieser Krise zu vermitteln. „Paulus schreibt im 2. Timotheusbrief (1,7): ‚Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit gegeben‘, das sollte in diesem ganzen Wirrwarr aus Fake News, Vorschriften und Verschwörungstheorien unsere Botschaft in Wort und Tat sein.“ Dabei sieht er es auch als hilfreich an, dass die evangelische Kirche digitaler geworden sei. „Das kann man ja an vielen Stellen beobachten und es wird auch höchste Zeit. Ich veröffentliche ja selbst jeden Sonntag eine Liedandacht, manche wurden bis zu fünftausendmal angeklickt. Wir erreichen dadurch zum Teil auch Leute, die nicht mehr in die Kirche kommen oder die Angst vor einer sich versammelnden Gemeinde haben.“

Musik verbindet

Nicht allein mit der Mörlenbacher Gemeindepfarrerin ist Clemes Bittlinger befreundet, auch mit ihrem Ehemann Adax Dörsam. Beide treten immer wieder zusammen als Musiker auf. "Wir mögen uns, ohne Frage und mit Adax musiziere ich von Herzen gern. Aber gerade, wenn man sich näher steht, ist es auch ein gewisses Risiko, wenn man plötzlich ‚geschäftlich‘ miteinander zu tun hat. Aber wir sind ja Profis und kriegen das bestimmt gut hin.“

Gott stellt unsere Füße auf weiten Raum
und ich glaube, er tut das auch durch die,
die mit uns leben.

(Melanie Beiner zu Psalm 31,9)

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