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Inklusion

Wissenschaftler warnt vor „totalitärer Inklusionsideologie“

Udo Kasper/pixelio.de

Ein Wissenschaftler warnt davor, den Inklusionsgedanken zu weit zu treiben. Dies könne zu Schäden bei den Betroffenen führen.

Der Versuch, die völlige Teilhabe von Behinderten in allen Lebensbereichen durchzusetzen, kann nach Aussage des Koblenzer Volkswirts und Sozialwissenschaftlers Stefan Sell einen im Prinzip richtigen Ansatz in sein Gegenteil verkehren. Eine „totalitäre Inklusionsideologie“ führe dazu, dass die Beteiligten das Wort „Inklusion“ schon in wenigen Jahren nicht mehr hören könnten, warnte Sell am Dienstagabend beim ersten gemeinsamen Diakonie-Forum der neuen Diakonie Hessen in Frankfurt am Main. Sell wandte sich auch dagegen, die Vision einer „heimfreien“ Gesellschaft mit der Hoffnung auf Kostenersparnis zu verknüpfen.

Den Regelschulen in Deutschland sagte Sell massive Probleme voraus, wenn die verstärkte Aufnahme behinderter Kinder und die Marginalisierung von Förder- und Sonderschulen mit den gegenwärtigen finanziellen Mitteln bewerkstelligt werden sollten. Der Direktor des Instituts für Bildungs- und Sozialpolitik der Fachhochschule Koblenz beklagte zudem eine „Verengung“ der Inklusionsdebatte auf behinderte Menschen in der Schule und auf dem Arbeitsmarkt. Bei der Frage der Teilhabe gehe es aber ebenso um psychisch Kranke, Langzeitarbeitslose, Arme und Alte.

Der Blick auf die Kosten habe in den vergangenen Jahren in nahezu allen Bereichen zu einer fast schon zwanghaften „Ambulantisierung“ geführt, kritisierte Sell. So würden pflegebedürftige Menschen möglichst lange mit ambulanten Maßnahmen von Pflegeheimen ferngehalten. Dies führe zu einer immer größeren „Fallschwere“ in den Heimen und zu einer unerträglichen Situation sowohl für die Bewohner der Heime als auch für die Pflegekräfte. Auch seien massive und langjährige ambulante Behandlungen sowohl in der Pflege als auch im Gesundheitssektor auf lange Sicht teurer als die stationäre Aufnahme.

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Gott erweist seine Liebe zu uns darin,
dass Christus für uns gestorben ist,
als wir noch Sünder waren.

Römer 5, 8

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages_saemilee

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