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Brasilien

Zika-Folgen: Kinder mit Mikrozephalie brauchen Therapie

benhammadi/istpckphoto.comMücken übertragen ZikaMücken übertragen Zika

Als Folge der Zika-Epidemie kommen in Brasilien immer mehr Kinder mit Mikrozephalie zur Welt. Ein Projekt der Christoffel-Blindenmission hilft betroffenen Kindern und ihren Familien kostenlos mit Therapiemaßnahmen.

FAV RecifeDer kleine Pedro hat MikrozephalieDer kleine Pedro hat Mikrozephalie

Das Olympia-Land Brasilien kämpft Monate nach dem epidemie-artigen Ausbruch des Zika-Virus immer noch gegen den Erreger. Vor allem die langfristigen Folgen für die Menschen rücken jetzt in den Blick: Seit dem vergangenen Herbst meldeten die brasilianischen Gesundheitsbehörden rund 1.700 bestätigte Mikrozephalie-Fälle bei Neugeborenen. 

Christoffel-Blindenmission unterstützt Reha-Zentrum

Mikrozephalie ist eine Fehlbildung, die auch auf eine Zika-Infektion der Mutter während der Schwangerschaft zurückgeführt wird. Um den betroffenen Kindern und ihren Eltern zu helfen, unterstützt die Christoffel-Blindenmission (CBM) ein Rehabilitationszentrum in Recife, rund 2.000 Kilometer nördlich von Rio de Janeiro. In dieser Region gibt es besonders viele Zika-Infektionen und Fälle von Mikrozephalie. 

Mikrozephalie kann zu körperlichen und zu geistigen Behinderungen führen

Im Rehabilitationszentrum des örtlichen CBM-Partners Fundação Altino Ventura arbeiten Ärztinnen und Ärzte sowie Therapeuten verschiedener Fachrichtungen zusammen, um die Patienten umfassend zu versorgen. Denn Mikrozephalie kann sowohl zu körperlichen als auch zu geistigen Behinderungen führen. Auch Schäden an den Augen und der Netzhaut sind häufig, es drohen dauerhafte Sehbehinderungen bis hin zur Erblindung. 

155 Kinder stehen auf der Warteliste

Da sich viele der zumeist aus armen Verhältnissen stammenden Familien die aufwändige Behandlung nicht leisten könnten, ist sie für sie kostenlos. 116 Jungen und Mädchen betreut das Zentrum in seinem interdisziplinären Frühförderprogramm derzeit, doch der Bedarf ist wesentlich höher: 155 weitere Kinder stehen noch auf der Warteliste.

„Ich wusste nichts über die Krankheit“

Zu den Patienten gehört auch der Sohn von Marcela Rodrigues (19). Die junge Mutter hatte sich im zweiten Schwangerschaftsmonat mit dem Zika-Virus infiziert. Die Ultraschalluntersuchungen gaben keinen Hinweis auf mögliche Folgen für das ungeborene Kind. Doch als vor acht Monaten der kleine Pedro zur Welt kam, fiel sofort sein kleiner Kopf auf: Mikrozephalie.

„Das war ein Schock für mich“

„Das war ein Schock für mich“, sagt Marcela heute. „Ich wusste nichts über die Krankheit und habe mich hilflos gefühlt.“ Bei Pedro äußert sich die Mikrozephalie vor allem durch spastische Anfälle und eine Fehlstellung der Füße. Außerdem wäre er ohne Sehhilfe fast blind. 

Einmal die Woche kommen Marcela und ihr Sohn aus ihrem eineinhalb Stunden entfernten Wohnort Bezerros nach Recife zur Fundação Altino Ventura. Dort erhält der Junge Physiotherapie zur Stärkung seines Bewegungsapparats, Orthesen helfen gegen die Fußfehlstellung. Auch seine Sinne werden durch spezielle Übungen stimuliert.

„Ohne die Behandlung wäre mein Kind ein Pflegefall und würde wahrscheinlich nur apathisch herumliegen“

Seit Beginn der Therapie ist Pedro schon viel aufnahmefähiger geworden. Für seine Mutter ist dies eine große Erleichterung. „Ohne die Behandlung wäre mein Kind ein Pflegefall und würde wahrscheinlich nur apathisch herumliegen“, erklärt Marcela. Und auch sie fühlt sich dank des psychologischen Beistands und des Erfahrungsaustauschs mit anderen Betroffenen nicht mehr so alleine gelassen.

Die Christoffel-Blindenmission (CBM) zählt zu den größten und ältesten Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit in Deutschland. Sie fördert seit über 100 Jahren Menschen mit Behinderungen in Entwicklungsländern. Die Aufgabe der CBM ist es, das Leben von Menschen mit Behinderungen zu verbessern, Behinderungen zu vermeiden und gesellschaftliche Barrieren abzubauen. Die CBM unterstützt zurzeit 650 Projekte in 63 Ländern. Weitere Informationen unter www.cbm.de.

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In der Serie „good news“ geben wir den Menschen eine Stimme, die das Leben noch ein bisschen lebenswerter machen– unabhängig von ihrer Weltanschauung. Denn wir finden: Es gibt so viele fantastische Aktionen von bisher unbekannten Heldinnen und Helden des Alltags, die die goldene Regel mit Leben füllen. Die goldene Regel sagt: „Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest“.

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Tu, was zu tun kannst.
Und dann ist gut, denn mehr geht nicht.
Alles weitere kann ich in die Hände Gottes legen
und darauf vertrauen, dass er es wohl gut mit mir meint.
(Carsten Tag zu Prediger 9,10)

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