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Soziale Geschäftsideen

Zukunftsmodelle: Kinderbetreuung rund um die Uhr?

Alena Ozerova/colourbox.deMutter mit ihren beiden TöchternMission Leben in Darmstadt sucht nach neuen diakonischen Geschäftsideen

Wie kann die Diakonie auch in Zukunft funktionieren? Diakonie-Mitarbeiter in Darmstadt entwickeln nun neue soziale Geschäftsideen.

Ein 165 Jahre altes diakonisches Unternehmen beschreitet neue Wege in der Wohlfahrtspflege: Mission Leben in Darmstadt hat die Mitarbeiter aufgerufen, sich als Unternehmer zu begreifen und neue soziale Geschäftsideen zu entwickeln. Der Aufruf hatte Erfolg: 28 Mitarbeiter reichten mehr als 30 Konzepte ein - von der Ausbildung junger Erwachsener mit geistigen Einschränkungen zu Alltagshelfern in der Altenpflege, einer rund um die Uhr buchbaren Kinderbetreuung zu Hause bis zur Einrichtung eines Stromsparfonds für arme Haushalte.

„Unsere Fachleute machen immer wieder die Erfahrung, dass Grenzen des Sozialsystems notwendige Hilfen versperren“, sagt der Geschäftsführer von Mission Leben, Klaus Bartl. „Wir brauchen neue Zweige der sozialen Dienste und wollen als alter großer Tanker nicht den Anschluss verlieren.“ So fallen nach den Worten von Bartl etwa junge Erwachsene durch den Rost der sozialen Hilfe, die noch vor dem Eintritt in den Arbeitsmarkt stehen und von Wohnungslosigkeit bedroht sind. Für sie sei weder die Kinder- und Jugendhilfe noch die Wohnungslosenhilfe zuständig.

Daher hat das Unternehmen, das Einrichtungen in Süd-, Mittel- und Rheinhessen zur Altenpflege, Hilfen für Behinderte, Kinder und Jugendliche sowie Menschen in sozialen Notlagen und Pflegeschulen betreibt, in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Hochschule Darmstadt ein „Labor für Diakonisches Unternehmertum“ gegründet. Mit dem beispiellosen Vorhaben will Mission Leben nach den Worten von Bartl neue Dienstleistungen für aktuelle Bedürfnisse entwickeln und gemäß des Gründungsgeistes der Diakonie „am Puls der Zeit agieren“.

Beste zwei Geschäftsideen werden gegründet

Im Dezember sollen die besten zwei Geschäftsideen aus den Konzepten gekürt werden, informiert der Projektleiter der Evangelischen Hochschule Andreas Schöer. Diese sollen dann mit Hilfe der Diakonie gegründet werden. Die anderen Ideen sollen sozialen Investoren, wie Stiftungen vorgestellt werden. Laut Schröer ist das Labor ein konsequenter Schritt in die Zukunft der diakonischen Arbeit: „Warum sollen Gründungsberater außerhalb der Diakonie soziale Modelle entwickeln?“ 

Auch die Diakonie Hessen begrüßt das Labor in Darmstadt. Horst Rühl vom theologischen Vorstand weist darauf hin, dass die Diakonie in ihrer Arbeit gegen andere Unternehmen bestehen müssen. „Wir stehen mit beiden Füßen in der Welt und sind dazu verpflichtet, Arbeitsplätze zu erhalten“, sagt Rühl. Er sei gespannt, wie die Geschäftsideen aus Darmstadt umgesetzt werden und hofft, dass auch innerhalb der Diakonie von solch guten Ideen profitiert werden könne.

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Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

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