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Digitale Synode

Zusammenfassung: Frühjahrssynode zwischen Pflegenotstand und Zukunftsplanung

EKHN/RahnDigitale Frühjahrssynode der EKHN 2021Digitale Frühjahrssynode der EKHN 2021: Blick ins Dominikanerkloster Frankfurt.

Die Kirchensynode tagte wieder per Videoschalte. Dabei wurden wichtige Weichen auf den Weg in die Zukunft gestellt aber auch aktuelle Herausforderungne klar benannt.

Bildergalerie

Dr. Ulrich Oelschläger Kirchenpräsident Jung Kirchenpräsident Jung Stephan Arras Susanne Bei der Wieden und Präses Oelschläger Wolfgang Prawitz Carsten Tag Ulrich Oelschläger und Volker Jung

Die Kirchensynode der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat am Samstag (24. April) ihre traditionelle Frühjahrstagung beendet. Seit Donnerstag hatten die 140 Delegierten des mit einem Parlament vergleichbaren Kirchengremiums unter der Leitung von Präses Ulrich Oelschläger per Videoschalte getagt. Die Synode forderte unter anderem einen grundsätzlichen Umbau der Pflegeversicherung. Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung kritisierte bei dem digitalen Treffen die aktuelle europäische Flüchtlingspolitik. Gleichzeitig wurde intensiv an dem Zukunftsprojekt „ekhn2030“ weitergearbeitet. Zudem wählte die Synode Stephan Arras zum neuen Propst für Starkenburg.

 

Synode: Grundlegende Reform der Pflegversicherung gefordert

Die Synode der EKHN hat sich auf ihrer Frühjahrstagung für eine grundlegende Reform der Pflege ausgesprochen. In einem Positionspapier und in einer Resolution fordert sie, den „Kollaps der Pflege“ zu verhindern. Eine „grundlegende Reform der Pflegeversicherung“ sei nötig. Ziel müsse am Ende eine „solidarisch finanzierte Vollversicherung mit festem, kalkulierbarem Eigenanteil“ sein. Die Delegierten machten auch auf die schwierigen Arbeitsbedingungen für Pflegekräfte aufmerksam und warnten vor zunehmender „Berufsflucht“.

 

Kirchenpräsident: Kritik an EU-Flüchtlingspolitik und Position zu Sterbehilfe

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung kritisierte auf der Synode die gegenwärtige Flüchtlingspolitik scharf, die zunehmend auf „Abschottung und Abschreckung“ setze. Er sieht gegenwärtig eine h verweigert“. Dies alles sei kein „kein schicksalhaftes tragisches Ereignis, sondern Ergebnis einer hochproblematischen Flüchtlingspolitik“, bei der starke EU-Staaten „das Flüchtlingsproblem an die schwachen Staaten im Süden und Osten der EU ausgelagert haben“. Das ist nicht nur inhuman gegenüber den Geflüchteten, sondern auch unsolidarisch gegenüber EU-Staaten wie Griechenland. Abschottung ist hier offenbar wichtiger als die Menschenrechte, zu deren Einhaltung sich alle EU-Staaten verpflichtet haben.“ Jung ging vor der Synode auch auf das Thema Sterbehilfe ein. Seiner Ansicht nach solle sich die bevorstehende Ausgestaltung der Regelungen zum assistierten Suizid „am großen Ja Gottes zum Leben“ orientieren. Dies bedeute nicht, „dass es tragische Einzelfälle geben kann, in denen Menschen durch einen assistierten Suizid beim Sterben geholfen werden kann“.

 

Kirchenzukunft: Weiterarbeit am Projekt „ekhn2030“

Die Synode hat auf ihrer Online-Tagung auch die Arbeit an dem Zukunftsprozess „ekhn2030“ weiter fortgesetzt. Mit dem seit 2019 laufenden Projekt will die hessen-nassauische Kirche tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen und knapper werdenden Ressourcen begegnen. So ist es angesichts der prognostizierten Mitgliederentwicklung nötig, die jährlichen Ausgaben von aktuell rund 700 Millionen Euro um 140 Millionen Euro im Jahr 2030 zu senken. Vorgestellt wurde unter anderem ein Entwurf für die Zukunft der Medienarbeit in. Er sieht unter anderem eine engere Kooperation mit dem Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (gep) vor. Beim Bericht über die Arbeit mit Jugendlichen und Familien wurde deutlich, dass die EKHN ihre Kommunikation besser an die Zielgruppe anpassen und mehr digitale Begegnung ermöglich müsse.

 

Propstwahl: Stephan Arras neuer Propst für Starkenburg

Stephan Arras ist der neue Propst für den Bereich Starkenburg. Die hessen-nassauische Kirchensynode wählte den 59 Jahre alten Theologen in das evangelische Leitungsamt. Ab dem kommenden Jahr ist er die geistliche Leitungsperson in der südhessischen Region um Darmstadt für rund 300.000 Kirchenmitglieder in über 150 Gemeinden. In seiner Wahlrede sprach sich Arras für eine Kirche aus, die die gesellschaftliche „Großwetterlage“ genau kennen müsse. Dazu gehöre etwa die „wachsende Religionslosigkeit der Menschen in Europa“. Arras tritt die Nachfolge von Karin Held an, die 2022 in den Ruhestand geht. Zur Wahl hatte sich auch Kristina Augst (52) gestellt, Studienleiterin im Religionspädagogischen Institut der hessen-nassauischen Kirche für die Region Darmstadt.

 

Stellvertretender Präses: Wolfgang Prawitz gewählt

Der Rüsselsheimer Pfarrer Wolfgang Prawitz ist neuer stellvertretender Präses der EKHN-Kirchensynode. Prawitz tritt die Nachfolge von  Susanne Bei der Wieden an. Die Frankfurter Pfarrerin wurde im März zur Kirchenpräsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche mit Sitz in Leer gewählt. Prawitz ist bereits seit vielen Jahren ein vertrautes Gesicht in der Synode. Er hat seit dem Jahr 2002 einen Sitz in dem mit einem Parlament vergleichbaren Gremium. Seit 2010 sitzt der 63 Jahre alte evangelische Theologe im Kirchensynodalvorstand, dem Präsidium der Synode. Prawitz ist zudem seit 2009 Mitglied in der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

 

Alter Dom St. Johannis: Bau wird weiterentwickelt

Die hessen-nassauische Kirche will den Alten Dom St. Johannis in Mainz in den kommenden fünf Jahren schrittweise zu einem „gottesdienstlich-kulturellen Ort und zugleich einem gesellschaftlich wirksamen Ort“ in der Mainzer Innenstadt weiterwickeln. Die aktuellen Planungen dazu wurden auf der digital tagenden Synode vorgestellt. Das Konzept sieht vor, dass ein Projektausschuss des Dekanats die konzeptionellen Beratungen fortsetzt. Bislang wurden fast zehn Millionen Euro für den Bau verausgabt oder verplant.

Unser Glaube kann davon ausgehen,
dass Gott mit seiner ganzen Kraft
bei den Schwachen auf uns wartet.

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