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20 Jahre

Abrahamisches Forum sieht Erfolg im Nahen Osten

© Ulrike Bohländer / fundus.ekhn.deIn einen Bücherregal stehen nebeneinander je drei verschiedene Ausgaben der Bibel, des Korans sowie zwei Ausgaben der Tora und eine MischnaBuntes Nebeneinander der Religionen im Bücherregal

Der Verein Abrahamisches Forum in Deutschland sieht eine friedensstiftende Wirkung des Dialogs der Religionen auf den Nahen Osten. Die in Deutschland unter diesem Namen begonnene Kooperation von Juden, Christen, Muslimen und später auch Bahai habe im Nahen Osten Nachahmer gefunden, sagte der Geschäftsführer Jürgen Micksch am Montag in Darmstadt zum 20-jährigen Bestehen des Vereins.

Politische Auswirkung habe die Arbeit auf die „Abraham Accords”, dem im vergangenen Jahr geschlossenen Friedensvertrag zwischen Israel, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain, gehabt.

In Ägypten, Israel, Marokko und Tunesien haben sich nach den Worten von Micksch interreligiöse „Abrahamische Foren” gebildet. In Ägypten habe das Dutzend Mitglieder bereits rund 90 Besuche an Schulen absolviert, in Israel sei ein Institut für interreligiösen Dialog gegründet worden. Abraham, auf Arabisch „Ibrahim”, verbinde die Arabisch sprechenden Muslime und Christen Ägyptens, sagte der ägyptische evangelische Theologe Tharwat Kades. Die Mitglieder des Abrahamischen Forums bekämen Räume in den coronabedingt leeren Schulen zur Verfügung gestellt. „Sogar radikale Muslime haben den Dialog gesehen”, sagte Kades.

Verknüpfung mit weiteren Projekten

In Deutschland verfolge der Verein derzeit das Projekt „Religionen und biologische Vielfalt”, sagte die Mitarbeiterin Johanna Hessemer. Das Projekt knüpfe an die Traditionen der Schöpfungsbewahrung an und bringe Gläubige mit Naturschützern zusammen. In den 20 Jahren des Bestehens habe das Abrahamische Forum mehr als 600 Dialog-Veranstaltungen abgehalten, berichtete Micksch. „Die Anfänge waren schwierig, aber heute erfahren wir eine hohe Akzeptanz.”

Insbesondere hätten Abrahamische Teams Schulklassen besucht und die Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Religionsgemeinschaften erklärt. In den vergangenen Jahren habe der Arbeitskreis „Religionen laden ein” während der Internationalen Wochen gegen Rassismus Veranstaltungen in rund 1.700 Moscheen und vielen Synagogen initiiert.

In den ostdeutschen Bundesländern schwach vertreten

Das in Hessen im Jahr 2001 von 17 Personen gegründete Forum hat nach Mickschs Angaben heute 35 Einzelmitglieder in ganz Deutschland. Viele von ihnen hätten repräsentative Funktionen in ihren Religionsgemeinschaften, so wie Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Salomon Korn, Vorstandsvorsitzender der Jüdischen Gemeinde Frankfurt am Main oder Verena Hammes, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft der Christlichen Kirchen in Deutschland. In den ostdeutschen Bundesländern sei das Abrahamische Forum deutlich schwächer vertreten und werde kaum angefragt. „Es ist dort schwer, in die Schulen zu kommen”, sagte Micksch.

Abraham stiftet Identität

„Abraham ist die identitätsstiftende Figur für Juden, Christen und Muslime”, erklärte der Vorsitzende des Forums, der katholische Theologe Karl-Josef Kuschel, „keine Person ist so konsensfähig.” Der ehemalige Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Ayyub Axel Köhler, hob hervor, dass im Forum das Gemeinsame im Vordergrund stehe. „Importieren wir nicht die Konflikte von außerhalb in unser Land”, warnte er. Die gemischtreligiösen Abrahamischen Teams würden in der direkten Begegnung mit Schulklassen oder in der Erwachsenenbildung Ängste und Vorbehalte überwinden, sagte die Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit in Frankfurt am Main, Petra Kunik.

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Aus Gnade seid ihr selig geworden durch Glauben, und das nicht aus euch:
Gottes Gabe ist es.

Epheser 2, 8

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / issalina

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