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Eine Million Briefe, 400 Gemeinden und ein Thema

Aktion „Toleranz-Üben üben“ eröffnet

Evangelische Kirche in Hessen und Nassau startet neue "Impuls-Post" Aktion. Diesmal steht das Thema Toleranz im Mittelpunkt.

EKHNEröffnung der Toleranzaktion: Kirchenpräsident Volker Jung, Geschäftsführerin Evangelisches Medienhaus Birgit Arndt, Offenbachs Dekanin Eva Reiß, Pfarrer der Französisch-Reformierten Gemeinde Offenbach, Ludwig Schneider-Trotier.

Darmstadt / Offenbach, 23. September 2013. Über eine Million Briefe, gut 400 beteiligte Gemeinden und ein Thema: Das ist die neue Aktion „Toleranz-Üben üben“, mit der sich die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau ab dieser Woche an ihre Mitglieder und die Öffentlichkeit wendet. Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung eröffnete sie am Montag (23. September) in Offenbach. In den kommenden Tagen werden die insgesamt 1,7 Millionen Mitglieder der EKHN Post zum „Toleranz-Üben üben“ von ihrem Kirchenpräsidenten erhalten. Darin soll ihnen Lust auf mehr Verständnis füreinander gemacht werden. Bunte Motive mit Alltagssituationen am Kaffeetisch, im Badezimmer oder im Fußballstadion sollen dazu anregen. Unterstützt wird der Briefversand von fast 400 Kirchengemeinden, die sich mit großflächigen Fassadenbannern und eigenen Veranstaltungen vor Ort beteiligen. Darüber hinaus ist ein Internetauftritt mit einem Toleranztest, interaktiven Aktionen und Aussagen Prominenter zum Thema unter www.toleranz-ueben.de geschaltet. Eine Postkartenaktion lädt außerdem zum Mitmachen ein und der Privatsender Hit-Radio FFH wird Werbespots im Hörfunk ausstrahlen.

Toleranz im Alltag leben

Nach Worten von Kirchenpräsident Volker Jung ist es das Ziel, zu zeigen, „wie wichtig und wie schön Toleranz im Alltag ist, wenn es gelingt, sie zu leben.“ Toleranz müsse jedoch immer wieder neu eingeübt werden, worauf das Motto „Toleranz-Üben üben“ anspiele. Die lebendigen Bildmotive auf Briefen und Plakaten sollen dabei helfen, das „oft mit schwergewichtigen gesellschaftspolitischen Fragen befrachtete Thema in den Alltag der Menschen zu bringen“, erklärte Jung. Gegenseitige Akzeptanz sei nach wie vor zentral für ein friedliches Zusammenleben. Toleranz üben bedeute dabei auch zu akzeptieren, „dass andere anders glauben und denken“. Die Kirchen müssten sich nach Ansicht Jungs zudem kritisch mit ihrer eigenen Toleranzgeschichte auseinandersetzen. Auch für Christen gelte: „Toleranz ist niemandem in die Wiege gelegt.“ Christen hätten dabei aber aus der eigenen Botschaft heraus eine besondere Verpflichtung zur Toleranz. Ihre Motivation ist nach Jung die Liebe, „weil wir als Menschen von Gott geliebt und angenommen sind“. Deshalb spiele der Bibelvers: „Liebe deinen Mitmenschen, denn er ist wie du“, eine zentrale Rolle bei der Aktion.

Auftakt bewusst in Offenbach

„Toleranz-Üben üben“ greift das Jahresthema „Reformation und Toleranz“ der Evangelischen Kirche in Deutschland  auf. Es gehört zu einer speziellen Themendekade, die auf das 500. Reformationsjubiläum im Jahr 2017 hinführt. Die Aktion ist zudem ein Beitrag zur „Interkulturellen Woche“, die vom 23. bis zum 31. September 2013 in vielen Städten und Gemeinden Deutschlands und auch in Hessen und Nassau begangen wird. Als Ort für den Auftakt von „Toleranz-Üben üben“ wurde bewusst Offenbach ausgewählt. Die Stadt am Main habe eine alte Toleranz-Tradition, wie die Dekanin des Dekanats Offenbach, Eva Reiß, erklärte. Als Beispiel nannte sie evangelische Glaubensflüchtlinge des ausgehenden 17. Jahrhunderts aus Frankreich oder die aktuelle Migrationssituation in Offenbach mit Menschen aus 153 Herkunftsländern. Reiß: „54 Prozent der Offenbacher haben einen Migrationshintergrund. Nirgendwo sonst in Deutschland ist der Anteil an Migranten so hoch. Und das Frappierende im täglichen Leben in Offenbach ist: Es funktioniert.“

Neue Aktion soll überraschen

Entwickelt wurde die Aktion „Toleranz-Üben üben“ von der Kreativagentur „gobasil“ aus Hannover/Hamburg in enger Zusammenarbeit mit der EKHN. Sie ist bereits die dritte sogenannte „Impuls-Post“ im Rahmen eines neuen Öffentlichkeitskonzeptes der EKHN, die sich bewusst an eine breite Empfängergruppe wendet. Nach den Glaubensthemen Weihnachten („Merry Birthday“) Ende 2012 und Ostern („Lichtblick Ostern“) im Frühjahr 2013 wurde diesmal bewusst eine gesellschaftspolitische Problematik aufgegriffen. Eva Jung, Geschäftsführerin Kreation der Agentur kommentiert: „Die Empfänger dieser Impuls-Post werden überrascht durch die erweiterte Themensetzung und aufgefordert, ihr eigenes Toleranzverhalten zu reflektieren. Vielleicht erkennen sie das christliche Potential der Nächstenliebe neu oder machen sich Gedanken über ihre eigenen Grenzen der Toleranz. In beiden Fällen setzen sie sich mit ihrem Gegenüber und unserem Umgang miteinander auseinander.“

Rund 26 Cent Kosten pro Mitglied

Die Kosten für die Briefe an insgesamt 1.016 Millionen evangelische Haushalte im Kirchengebiet betragen 437.000 Euro. Davon entfallen alleine 250.000 Euro (57 Prozent) auf das Porto. Pro Mitglied kostet der Brief rund 26 Cent. Die Kosten für die weiteren Materialien belaufen sich auf rund 500 Euro pro teilnehmender Gemeinde, zusammen 204.000 Euro. Insgesamt gibt die EKHN 641.000 Euro für die Aktion aus; umgerechnet auf jedes Kirchenmitglied weniger als 40 Cent. Ingesamt wurden neben den Briefen an alle evangelischen Haushalte im Kirchengebiet 475 großflächige Hoch- und Querbanner für Gebäude, sowie Fahnen gedruckt. Daneben wurden 20.000 Informationsbroschüren, 5.500 Plakate in verschiedenen Formaten, 18.000 Postkarten-Sets sowie etwa 100 Aufsteller an Gemeinden verschickt. Der dazugehörige Internet-Auftritt wurde im Wesentlichen mit vorhandenen Bordmitteln und mit Hilfe des neuen Online-Redaktionssystems umgesetzt. Erstmals wird die Aktion auch intensiv durch das Meinungsforschungsinstitut „TNS-EMNID“ begleitet, das die Akzeptanz bei den Empfängerinnen und Empfängern auswerten wird. 

Hintergrund Evangelische Kirche in Hessen und Nassau

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat insgesamt 1,7 Millionen Mitglieder in knapp 1200 Gemeinden. Ihr Gebiet erstreckt sich von Biedenkopf im Norden bis Neckarsteinach im Süden und von Schlitz im Osten bis Bingen im Westen. Etwa ein Viertel des Kirchengebiets liegt auch in Rheinland-Pfalz.

Mehr Informationen

www.Toleranz-ueben.de

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

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