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Fest in Mainz

Am Johannistag brennt die Flamme der Menschenwürde

Susanne Mankel/pixelio

21. Juni - Sommersonnenwende. Mitte des Jahres. Ab jetzt werden die Tage wieder kürzer, die Nächte länger. Das kann einen wehmütig machen: Kaum legt der Sommer los, geht es auch schon wieder bergab. Doch die Botschaft des Festes in eine Leben bejahende.

Am hellsten Tag des Jahres hat man sich daran erinnert, dass es auch die Dunkelheit gibt. Man feierte mit Feuer und Tanz und allerlei Ritualen. Die Christen haben das übernommen. Allerdings haben sie dafür den 24. Juni festgelegt, den Gedenktag von Johannes dem Täufer. 

Johannes der Täufer – der Wegbereiter Jesu

24. Juni - noch sechs Monate bis Weihnachten. Laut Bibel ist Johannes der Täufer ein halbes Jahr vor Jesus geboren. Er gilt als Vorläufer von Jesus. Johannes, der Wüstenprediger im Kamelhaarmantel, der sich von Heuschrecken und Honig ernährt, liest seinen Zeitgenossen die Leviten: Das Gericht Gottes ist nahe. Wer seine Sünden bekennt, kann sich retten. Zur Sündenvergebung tauft er im Jordan. Er weist auf einen Größeren hin, der nach ihm kommen soll. Der wird nicht mit Wasser, sondern mit Feuer und dem Heiligen Geist taufen. Auch Jesus lässt sich von Johannes taufen. Das lehnt der erst ab: Er sei es nicht wert, Jesus die Schuhriemen zu lösen. Wahrscheinlich war Jesus ein Anhänger von Johannes. Als der Täufer wegen seiner Kritik am König verhaftet wurde, trat Jesus mit eigener Botschaft auf. Johannes ist Vorbild für asketisches Leben. Als „Stimme in der Wüste“ ist er Patron der Kirchenmusik. Sein Gedenktag am 24. Juni wird auch „Klein-Weihnachten“ genannt. 

Bräuche mit Bedeutung

Um die Nacht vor dem Johannistag ranken sich uralte Traditionen. Das Johannisfeuer, das in dieser Nacht entzündet wird, soll für die Liebe von großer Bedeutung sein. Nach altem Brauch springen Liebespaare, an den Händen gefasst, mit Blumen und Kräutern umgürtet über die Flammen. Das soll Dämonen und Krankheiten vertreiben, Glück und Segen bringen. Klugerweise pflegt solches Brauchtum nur, wer über gute Kondition und Sprungkraft verfügt. Und nur, wenn ein Johanniter in der Nähe ist. Wer ins Johannisfeuer hineinschaut, soll gute Augen bekommen. Das ist wohl der seherischen Kraft des Johannes zuzuschreiben. Es passt in übertragenem Sinn auf das, was Christen tun sollen: sehen, wo ein Mensch Hilfe braucht. 

Verbindung zum Johanniter-Orden

Johannes der Täufer ist der Ordenspatron für die evangelischen Johanniter bzw. die katholischen Malteser. Johannes, der Täufer steht als Seher für die Vision von einer menschenwürdigen Gesellschaft, in der jede und jeder die Unterstützung erhält, die er oder sie für ein selbständiges Leben benötigt. Das Johannisfeuer entzündet eben nicht nur Liebespaare. Es soll die Flamme der Nächstenliebe, des Mitgefühls und tatkräftigen Helfens entfachen. 

Mainzer Johannisfest

Wer Johannes oder Johanna heißt, Hannes oder Hanna, kann sich freuen. Dessen Namenspatron gehört zu den ganz Großen der Glaubensgeschichte. Der Name hat außerdem eine schöne Bedeutung: Johannes, Johanna heißt „ Gott hat Gnade erwiesen“. Groß gefeiert wird das Johannisfest in Mainz vom 20. bis 23. Juni in Erinnerung an einen besonderen Johannes, den Meister der Buchdruckerkunst Gutenberg. 

Maria sprach:
"Meine Seele erhebt den Herrn,
und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes.
Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen."

(nach Lukas 1,46-55)

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