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St. Johannis

Bauzaun mit „Guckis“ am Alten Dom in Mainz

Text + Foto: Heiko BeckertDr. Faccani, Stadtkirchenpfrarrer Zirokewicz, Dekan Klodt

Dass ein Holzzaun viel mehr kann, als nur eine Baustelle zu sichern, beweist die evangelische Johanniskirche in der Mainzer Altstadt.

Auf bislang zwölf Tafeln, die an dem Bauzaun in der Schöfferstraße angebracht sind, werden wichtige Etappen der rund 1500-jährigen Kirchengeschichte für Interessierte aufbereitet. Dazu sollen Ende August sogenannte „Guckis“ eingerichtet werden, die den Blick auf verschiedene Drei-D-Modelle des Alten Doms freigeben. Darüber hinaus werden in der Johannisstraße weitere Tafeln mit einem Panoramafoto und detaillierteren Informationen zu besonderen Funden der archäologischen Grabung angebracht werden.

Passanten sind immer auf dem neuesten Stand

„Wenn Sie etwas über St. Johannis wissen wollen, müssen Sie nur hierherkommen“, zeigt sich Andreas Klodt überzeugt. Auf den Tafeln, so der evangelische Dekan, seien ausschließlich „wissenschaftlich belastbare Informationen“ festgehalten. Sollten die Forschungsarbeiten in der Kirche neue Erkenntnisse erbringen, könnten die Informationstafeln erneuert werden. Passanten wären somit immer auf dem neusten Stand. Entworfen wurden die 2,50 Meter auf 1,25 Meter großen Tafeln von Semar Design aus Mainz-Kastel. „Wir wollten entlang dieser wichtigen Verkehrsachse etwas bereithalten, damit sich Passanten ein Bild von der Kirche und den Forschungsarbeiten machen können“, so Gregor Ziorkewicz, Pfarrer für Stadtkirchenarbeit.

Es gibt wieder was neues ...

Und möglicherweise ist Forschungsleiter Dr. Guido Faccani auch bereits einer neuen großen Entdeckung im Alten Dom auf der Spur: Noch ist der Schweizer Archäologe vorsichtig, doch das Wort „Baptisterium“ macht die Runde. Sicher ist, dass Baufragmente aus spätantiker oder frühmittelalterlicher Zeit an der Westseite der Kirche entdeckt wurden. Es könnte sich dabei um eine alte Taufkapelle, also ein Baptisterium handeln. Festlegen will sich Faccani aber noch nicht: „Wir wissen nicht, was es ist.“

Bauarbeiten dauern noch Jahre

Ein Ende der Bau- und Forschungsarbeiten in der Johanniskirche ist noch nicht absehbar: Bis zum Herbst soll ein Konzept zur Zukunft des Gotteshauses für die Kirchenleitung erstellt werden. Die wird dann beschließen, ob das Konzept der Synode zur Entscheidung vorgelegt wird. Auf die Bauarbeiten angesprochen betont Dekan Andreas Klodt: „Es wird noch Jahre dauern.“

Gemeindeleben großteils in der katholischen Nachbarschaft

Für die Kirchenmitglieder ist das keine einfache Situation, wie Pfarrer Volker Truschel berichtet: „Es kostet die Gemeinde sehr viel Disziplin.“ Ein Großteil des Gemeindelebens spielt sich in der nahe gelegenen katholischen Augustinerkirche ab. „Das gibt uns Sicherheit“, so Truschel. Immerhin können Gläubige jeden Freitag um 19 Uhr zu einer kleinen Andacht in die Johanniskirche kommen. Doch im Herbst wird im Alten Dom zu kalt, dann wird auch die Andacht in die Augustinerkirche verlegt.

Archäologen machten spektakuläre Funde

Seit 2013 arbeiten Archäologen in und am Alten Dom, der 1828 von der evangelischen Gemeinde übernommen wurde. 2019 entdeckte das Forschungsteam um Guido Faccani im Mittelschiff der Johanniskirche den Sarkophag von Erkanbald, Mainzer Bischof zwischen 1011 und 1021. Das war der bislang spektakulärste Fund, der deutschlandweit für Aufsehen gesorgt hat. Da die Grabungen mittlerweile bis zu dreieinhalb Meter in die Tiefe reichen, muss die Statik des Gotteshauses gesichert werden. Dafür ist das Architekturbüro Milch aus Wendelsheim zuständig. Darüber hinaus kümmern sich die Architekten, wie Andreas Milch betont, um Ausstellungen im Gotteshaus. Das ist keine ganz kleine Aufgabe, denn der Alte Dom wird ein authentischer Korrespondenzort der Landesausstellung „Die Kaiser und die Säulen ihrer Macht“ sein. Die Schau im Landesmuseum soll vom 9. September 2020 bis 18. April 2021 laufen.

Weitere Informationen zu St. Johannis: alter-dom-mainz.de


Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

(Psalm 31,9)

Psalm 31,9

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/tolga tezcan

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