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Bevollmächtigung am Tag der Lehrerinnen und Lehrer

Das Fach Religion ist mehr als Information

© Volker WatschounekGruppenfoto in der Wiesbadener MarktkircheIn der EKHN werden pro Jahr rund 150 Lehrerinnen und Lehrer in zwei großen Gottesdiensten bevollmächtigt. Hier der Jahrgang 2022 in der Wiesbadener Marktkirche.

Am internationalen Tag der Lehrerrinnen und Lehrer hat der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung rund 100 Lehrkräften ihre Bevollmächtigung für das Fach Religion übergeben. Dabei erklärte er: Religionsunterricht ist viel mehr als pure Wissensvermittlung.

Rund 100 evangelische Religionslehrerinnen und Religionslehrer aus dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) sind am Mittwochnachmittag (5. Oktober), der auch der internationale Tag der Lehrerinnen und Lehrer ist, in ihren Dienst eingeführt worden. Bei einem feierlichen Gottesdienst in der Wiesbadener Marktkirche überreichte ihnen der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung die Bevollmächtigungsurkunde. Die Lehrerinnen und Lehrer dürfen nun mit allen Rechten und Pflichten das Fach evangelische Religion gestalten. In Deutschland erhalten evangelische und katholische Lehrkräfte dafür neben der staatlichen Befähigung auch eine kirchliche Vollmacht.

Kirchenpräsident Jung: Religionsunterricht ist mehr als Informationsvermittlung

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hob bei der Bevollmächtigung die besondere Rolle des Religionsunterrichtes hervor, der „keine bloße Information über die Welt des christlichen Glaubens und der Religionen“ sein soll, sondern „Schülerinnen und Schülern das Leben und diese Welt mit dem besonderen Blick des Evangeliums“ nahe bringen soll. „Sie reden mit den Kindern in der Grundschule über ihre Erfahrungen und ihre Ängste und meditieren dabei zum Beispiel die großen Bilder des 23. Psalms ‚Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln‘, so Jung. Oder es gehe darum, die Welt nicht nur als Natur, sondern als Schöpfung Gottes zu verstehen. Dies solle kein Gegensatz zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, „sondern ein anderer, ergänzender Blick auf diese Welt“ darstellen, der auch Konsequenzen hat für unseren Umgang mit dieser Welt“‘ Thema sollte nach Ansicht Jungs im Unterricht auch werden, wie es möglich ist, „dem zu begegnen, was Menschen an Schwerem erleben“. Dabei habe der christliche Glaube nicht auf alle Fragen Antworten, „aber wir haben Worte, Geschichten, Bilder, die tragen“. Jung ermutigte die neuen Lehrkräfte weiter: „Sie übernehmen eine großartige Aufgabe. Es ist eine Aufgabe, bei der Sie selbst nicht nur im Kontakt mit Menschen sind. Sie selbst sind dabei in Kontakt mit der frohen Botschaft des Evangeliums. Diese Botschaft öffnet Orientierung in dieser Welt. Und sie ist immer zugleich eine Kraftquelle für das eigene Leben.“

Fakten: Knapp 6000 Religionslehrerinnen und Religionslehrer im Kirchengebiet

In der EKHN werden pro Jahr rund 150 Lehrerinnen und Lehrer in zwei großen Gottesdiensten bevollmächtigt. Insgesamt unterrichten derzeit knapp 6000 Lehrkräfte evangelische Religion im Kirchengebiet der EKHN. Zudem gestalten rund 950 Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer jeweils 2 bis 4 Stunden pro Woche. Weitere 150 Pfarrerinnen und Pfarrer sind dort hauptamtlich tätig. Von ihnen haben gut 100 einen Zusatzauftrag für Schulseelsorge. Für die Förderung und Begleitung der religionspädagogischen Arbeit hat die EKHN fünf Kirchliche Schulämter und betreibt gemeinsam mit der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck das Religionspädagogische Institut in Marburg mit seinen regionalen Arbeitsstellen. Die EKHN hat rund 1,5 Millionen Mitglieder. Ihr Gebiet erstreckt sich von Biedenkopf im Norden bis Neckarsteinach im Süden und von Schlitz im Osten bis Bingen im Westen. Etwa ein Viertel davon liegt in Rheinland-Pfalz.

Hintergrund: Religionsunterricht in Deutschland

Das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland und die Hessische Verfassung garantieren das Recht auf konfessionellen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen. Damit übernimmt der Staat die Verpflichtung zur Einrichtung, organisatorischen Einbettung und personellen Absicherung des Religionsunterrichtes. Die inhaltliche Verantwortung gibt der Staat an die betreffenden Kirchen ab. Sie sind für die Themen der Lehrpläne, für die vermittelten Inhalte, für die verwendeten Unterrichtswerke und die fachliche Integrität und Qualität der Lehrkräfte verantwortlich. Das gilt auch für den neuen islamischen Religionsunterricht, der aus Sicht der EKHN einen wichtigen Beitrag zur Integration der muslimischen Gläubigen in die Gesellschaft leistet.

In der Konzentration auf das, was ist,
kann sich so etwas wie ein Raum öffnen,
ein Gewahrsam schärfen für die Gegenwart Gottes.

(Carsten Tag)

Carsten Tag

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / rusm

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