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Pfad mit Pilgerkreuz

Der Lutherweg hat einen neuen Höhepunkt

Verein Lutherweg HessenDas Höhenkreuz auf dem Lutherberg bei der Burg Herzberg nahe Alsfeld.Das Höhenkreuz auf dem Lutherweg bei der Burg Herzberg nahe Alsfeld.

Der Lutherweg quer durch Hessen-Nassau hat ein neues Wahrzeichen. Der Pfad lohnt sich. Denn Pilgern kann in Coronazeiten gerade jetzt eine gute Gelegenheit sein, mit sicherem Abstand unterwegs zu sein und doch eng mit dem Inneren und Gott verbunden zu bleiben.

Verein LutherwegLutherweg: Das Höhenkreuz bei der Burg Herzberg nahe Alsfeld.Lutherweg: Das Höhenkreuz bei der Burg Herzberg nahe Alsfeld.

Der „Lutherweg 1521“ hat einen neuen Höhepunkt. Der Pfad, der die Strecke von Martin Luthers Weg vom Reichstag in Worms zur Wartburg nachfolgt, hat sich seit seinem Bestehen 2017 zu einem bedeutenden Pilgerweg entwickelt, der mitten durch das hessen-nassauische Kirchengebiet führt. An seinem höchsten Punkt hat der hessische Luther-Weg-Verein nun ein besonderes Zeichen gesetzt. An der mittelhessischen Burg Herzberg nahe Alsfeld errichteten sie ein großes Pilgerkreuz samt kleinem Rastplatz für ermattete Wanderer. Mit dem markanten Wegzeichen an der Grenze des Vogelsbergkreises wollen sie für Menschen aus der Region,  für Pilger und Wanderer aus der ganzen Welt ein Zeichen setzen. Der Überlieferung nach machte an der Stelle  auch Martin Luther Rast auf seiner Flucht auf die Wartburg.

Vorbild Jakobsweg

Die Initiatoren folgten dabei dem Vorbild des Jakobswegs in Spanien. Vom „Camino“ inspiriert, möchte der Verein mit diesem Kreuz nicht nur die höchste Stelle auf seinem Weg markieren, sondern eine Landmarke für Pilger setzen, die sich auf den landschaftlich eindrucksvollen Weg zwischen der Wartburg bei Eisenach und Worms in Rheinland-Pfalz machen. Schon von weitem ist jetzt ein schmiedeeisernes Kreuz auf einem fünf Meter hohen Lärchen-Stamm zu sehen. Es hat die Form eines keltischen Sonnenkreuzes, das ursprünglich die Giebelspitze einer an dieser Stelle abgebrochenen Kirche krönte.

Lokale Initiativen 

Die Idee, Kirchengemeinden, Handwerker, Architekten und lokale Stiftungen weiter in die Belebung des Weges einzubeziehen, hatte der Vorsitzende des Vereins Lutherweg in Hessen e.V., Bernd Rausch. „Es wäre schade und vertan, wenn wir die Chance der Förderung und das große Potenzial des erschlossenen Weges nicht besser und gerade jetzt, in und nach der Corona-Krise für den gesamten Weg nutzen würden", ist Rausch überzeugt. „Denn jeder Pilgerweg symbolisiere nicht nur in sich Aufbruch, Spiritualität und Veränderung für den Pilger, sondern biete besonders in diesem Jahr ein Sich-auf-den-Weg-Machen, das von Herzen kommt und trotzdem auf Distanz möglich ist." Um die Wege selbst instand zu halten, sie zu gestalten und den Pilgern und Wanderern auf dem Lutherweg eine spirituelle Infrastruktur zu bieten, benötige der Verein aber die Zusammenarbeit mit Kommunen, Kirchengemeinden, Herbergsfamilien und Partnern.

Mit Hilfe vieler

Und das  funktioniert. So hatte Albert-Frederick Freiherr von Dörnberg, der als Burghauptmann die Geschicke der von Dörnberg'schen Familienstiftung lenkt, bereits Ende vergangenen Jahres  angekündigt, dass ein Kreuz samt Sitzgelegenheiten am Fuße der Burg errichtet werden so. Nun fertigte die Firma Clemens Schneider Holzbau den Lärchenstamm. Der Hungener Schmiedemeister  Helmut Rahn ließ das Kreuz entstehen. Ohne die Unterstützung weiterer Unternehmen wie dem  Alsfelder Architekturbüros Weppler-Jungermann, Gerst-Bau, dem Landesbetrieb Hessen Forst oder der Dörnberg'schen Stiftung Burg Herzberg hätte das Kreuz nicht entstehen können.

Quer durch Hessen, Thüringen und Rheinland-Pfalz

Der „Lutherweg 1521“ führt von Eisenach in Thüringen über Bad Hersfeld und Alsfeld Richtung Friedberg, Frankfurt und Rüsselsheim nach Oppenheim in rheinland-pfälzisches Gebiet, um dann in Worms zu enden. Ein charakteristisches "L" auf grünem Hintergrund markiert für Wanderer und Pilger den Weg. Die Strecke durchquert heute neun Landkreise sowie 39 Städte und Kommunen. Sie folgt vor allem alten Handelsrouten, die auch Martin Luther auf seiner Reise nutze. Über 30 ehrenamtliche Wegepaten entlang der Strecke sorgen heute dafür, dass beispielsweise Schilder korrekt aufgestellt sind oder Hecken niemanden auf dem Weg behindern. Getragen wird das Projekt von einem eigenen Verein. Zuvor hatte der Romröder Pensionär Bernd Rausch die Idee, einen Wanderweg allen zugänglich zu machen, der Luthers historische Strecke nachzeichnet. Festes Ziel war  die Fertigstellung im 500. Jubiläumsjahr der Reformation 2017.

Belebung von Tourismus und Glaube

Kirchen und Kommunen erhoffen sich neben einer Belebung des regionalen Tourismus auch eine erhöhte Aufmerksamkeit für historische Fragen, das Leben Martin Luthers und den Glauben. Das Land Hessen unterstütze den Lutherweg  beim Aufbau 2017 mit rund 320.000 Euro. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau half mit 30.000 Euro und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck trug 15.000 Euro bei. Daneben engagierten sich viele Sponsoren sowie Kommunen entlang des Weges. So steuerte die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen über 100.000 Euro bei. Insgesamt werden die Kosten für den Lutherweg 1521 mit knapp einer halben Million Euro beziffert. Alleine die Ausstattung mit Wegweisern, Info-Tafeln und Ruheplätzen kostete fast 250.000 Euro.

Alles, was dir vor die Hände kommt,
es zu tun mit deiner Kraft, das tu.

(Prediger 9,10)

Prediger 9,10

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/tolga tezcan

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