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Mehr Geld für Pflegekräfte

Diakonie kritisiert Pflegefinanzierung

pixabay/Sabine van Erpalte Hände, die aufeinander liegen

Pflegeeinrichtungen müssen ihre Mitarbeitenden nach Tarif bezahlen. Eigenanteile für Pflegebedürftige schnellen gerade in die Höhe - auch durch steigende Energie- und Lebensmittelpreise

Seit Donnerstag sind alle Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste verpflichtet, ihre Mitarbeitenden nach Tarif zu bezahlen. Der Bundestag hatte im vergangenen Jahr ein Gesetz verabschiedet, wonach von 01.09.2022 an nur noch solche Einrichtungen mit der Pflegekasse abrechnen können, die Tariflöhne, Vergütungen nach dem kirchlichen Arbeitsrecht oder Löhne mindestens in gleicher Höhe bezahlen. Von den rund 1,2 Millionen Pflegekräften wurden damals nur etwa die Hälfte nach Tarif bezahlt. Die damalige Bundesregierung wollte mit dem Tariftreuegesetz eine Erhöhung erreichen, nachdem ein angestrebter Flächentarif an den Caritas-Arbeitgebern gescheitert war.

Höhere Eigenanteile für Pflegebedürftige

Durch die steigenden Löhne steigt auch der Druck auf die von den Pflegebedürftigen zu bezahlenden Eigenanteile. Diese schnellen durch die steigenden Energie- und Lebensmittelpreise sowieso stark in die Höhe. Im Juli lagen die Eigenalteile für die vollstationäre Pflege bundesweit im Durchschnitt bei 2.048€.

Zuletzt gab es Warnungen unter anderem vom Sozialverband VdK, dass die Mehrkosten, die den Pflegeeinrichtungen nun entstehen nun an die Pflegebedürftigen weitergereicht werden. Der 1. September könne zum «Doomsday» für Pflegebedürftige werden, hatte VdK-Präsidentin Verena Bentele erklärt. Die Preissteigerungen lägen bei 30 bis 40 Prozent, sagte Bentele, die der Politik vorwarf, die eigentlich begrüßenswerte tarifliche Bezahlung nicht gegenzufinanzieren. Die Diakonie appelliert: Es braucht ein neues Konzept für die grundlegende Pflegereform.

"Die Pflegeversicherung braucht eine Kompletterneuerung"

Das sagt die Diakonie-Vorständin für Sozialpolitik Maria Loheide dazu:

"Schon heute fehlen Zehntausende Pflegekräfte. Der Pflegeberuf muss dringend aufgewertet und attraktiver werden. Dazu gehört auch die tarifliche Entlohnung, die in der Diakonie selbstverständlich ist. 

Steigende Löhne und steigende Energie- und Lebensmittelpreise werden weiter zu deutlich höheren Eigenanteilen für Pflegebedürftige in Pflegeheimen führen. 

Wenn nicht endlich eine grundlegende Pflegereform kommt, steht das Pflegesystem absehbar vor einem Kollaps! Die Pflegeversicherung braucht eine Kompletterneuerung.

Die Kosten für die Pflegebedürftigen müssen begrenzt werden. Außerdem muss eine bedarfsgerechte Personalausstattung in den Einrichtungen sichergestellt werden. Familien von pflegebedürftigen Menschen benötigen zudem eine spürbare Entlastung. Dazu ist ein sinnvolles Konzept zur Verzahnung von ambulanten und stationären Angeboten notwendig. Die Diakonie hat dazu bereits ein Konzept vorgelegt."

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Tu, was zu tun kannst.
Und dann ist gut, denn mehr geht nicht.
Alles weitere kann ich in die Hände Gottes legen
und darauf vertrauen, dass er es wohl gut mit mir meint.
(Carsten Tag zu Prediger 9,10)

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