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Hochwasser

Diakonie: Jahrelanger Einsatz in Flutgebieten nötig

Frank Schultze/Diakonie KatastrophenhilfeZehn mobile Teams der Diakonie sind nach einem Jahr noch im Hochwassergebiet aktiv.Mobiles Fluthelferteam der Diakonie Katastrophenhilfe im vom Hochwasser betroffenen Nordrhein Westfalen, Jens Rattray (Mitte), Quartiersmanager, Verena Langender (links), Fluthilfe, Leonie Frings (rechts), Leiterin der Fluthilfe, besuchen die Beratungsstelle für Fluthilfe.

Ein Jahr nach der Flutkatastrophe sind Hilfsorganisationen weiter im Einsatz - um den Menschen psychosozial und finanziell zu helfen. Auch das Ausfüllen von Anträgen gestaltet sich schwierig.

Ein Jahr nach der Hochwasserkatastrophe benötigen die Betroffenen weiterhin Hilfe. „Der Weg zurück in die Normalität ist noch lang. Wir werden einen langen Atem brauchen. Wir versprechen den Betroffenen, so lange vor Ort zu bleiben, wie wir gebraucht werden“, sagt Dagmar Pruin, Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe.

Anna Horneffer, Projektverantwortliche bei der Diakonie Katastrophenhilfe, geht von einem jahrelangen Engagement aus: „Das Ausmaß der Katastrophe ist so groß. Viele Menschen erwachen erst jetzt aus ihrer Schockstarre, kommen aus ihrem psychischen Tief und merken, dass sie in einem verschimmelten Haus leben “, berichtet sie. Die zehn mobilen Teams der Diakonie in den Gebieten leisteten daher nach wie vor psychosoziale Unterstützung.

Ein Großteil der Spenden bereits ausgezahlt oder fest verplant

Die Hilfs- und Spendenbereitschaft nach der Katastrophe sei überwältigend gewesen. Auch aus Hessen und Nassau haben viele Menschen Geld und Sachspenden in die betroffenen Gebiete geschickt. Insgesamt 43,3 Millionen Euro wurden an die Diakonie Katastrophenhilfe als Reaktion auf die Hochwasserkatastrophe gespendet. 11,3 Millionen Euro seien bereits ausgezahlt, weitere 25 Millionen Euro fest verplant, so Anna Horneffer.

Die Diakonie Katastrophenhilfe hatte in den ersten Tagen nach der Flut Betroffenen rund 2,8 Millionen Euro an Soforthilfen ausgezahlt. Danach folgten mittelfristige Hilfe, die Haushaltsbeihilfen. Dafür sollen 5,5 Millionen Euro ausgegeben werden. „Wir sind selbst überrascht, denn aktuell erhalten wir pro Woche immer noch 30 Anträge auf Haushaltsbeihilfen“, sagt Anna Horneffer. Vor wenigen Monaten sei zudem die Wiederaufbauhilfe angelaufen. Dafür plane ihre Organisation 10 Millionen Euro ein.  

Handwerker, Gutachterinnen und Baufirmen sind gefragt

Die Diakonie Katastrophenhilfe könne Geld an Betroffene erst auszahlen, wenn zuvor Hilfen vom Staat und den Versicherungen geleistet worden seien. Doch dies dauere. Aktuell seien die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der mobilen Teams auch damit beschäftigt, Menschen beim Ausfüllen der komplizierten Anträge zu helfen.

Der Wiederaufbau gerate aber immer wieder ins Stocken, da in den betroffenen Gebieten Fachpersonal fehle. „Es gibt zu wenige Gutachter, Bauunternehmen, Handwerker, die den Menschen helfen, ihr Zuhause wieder aufzubauen“, so die Diakoniefrau. Unternehmen, die Bagger für einen Tag zur Verfügung stellen könnten, Maler, die helfen könnten, ein Haus zu streichen, Arbeiter und Arbeiterinnen, die Bodenplatten verlegen könnten, seien in den von der Naturkatastrophe betroffenen Gebieten gefragt.

Im vergangenen Jahr hatten auch Notfallseelsorger- und Notfallseelsorgerinnen aus dem Lahn-Dill-Kreis in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten ausgeholfen. Damals sagte Eberhard Hoppe, ehemaliger Leiter der Ökumenischen Notfallseelsorge Lahn-Dil: "Man wird sehr dankbar für das, was man zu Hause hat“. Dabei sei nicht das Materielle wie der Garten oder das Auto wichtig. „Dass man Familie hat, ist nichts Selbstverständliches, sondern eine große Bereicherung.“                                

In der Konzentration auf das, was ist,
kann sich so etwas wie ein Raum öffnen,
ein Gewahrsam schärfen für die Gegenwart Gottes.

(Carsten Tag)

Carsten Tag

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / rusm

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