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Digitale Kunst

Vom Weltgericht zum neuen Anfang

© Martin LässigKünstler Bernhard Adams vor dem neuen KirchenfensterKünstler Bernhard Adams vor dem neuen Fenster

Die Immanuelkirche in Königstein hat ein neues Kirchenfenster erhalten. Zeigte das alte Motiv eine Szene aus der Apokalypse, ist im neuen Fenster nun die Genesis dargestellt. Den Bildentwurf konzipierte der Künstler Bernhard Adams komplett digital.

Bildergalerie

Neues Kirchenfenster Königstein Stadtansicht Der Künstler Bernhard Adams vor dem neuen Kirchenfenster in Königstein Digitaler Entwurf des neuen Kirchenfensters in Königstein Künstler Bernhard Adams vor dem neuen Kirchenfenster Zwei Mitarbeitende der Firma Derix beim Einbau der Fensterteile in Königstein Ein Mitarbeiter der Firma Derix beim Einbau des Fensters Kirchenfenster Königstein Einbau. Bernhard Adams mit einer Mitabeiterin der Firma Derix

In seinem digitalen Entwurf greift Adams in seiner einzigartigen Bildsprache die biblischen Elemente des Himmels auf. Das zentrale Thema des Rosettenfensters ist gleichzeitig das Leitmotiv seines künstlerischen Schaffens: der Stern. Auf kreative Weise verbindet sich hier das Alte und das Neue, der Entwurf am Computer und die jahrhundertealte sakrale Glaskunst.

„Vor der jetzigen Rautenverglasung war das Fenstermotiv ein Weltgericht mit einem mahnenden Christus in der Mitte des Bildes. Der Ansatz des neuen Fensters ist das genaue Gegenteil. Es zeigt den Anfang, das Entstehen neuer Strukturen, Genesis statt Apokalypse", erzählt Adams.

Zusätzlicher Verkauf als digitales Format

Der innovative Schaffensprozess spiegelt sich insbesondere in einer Novität auf dem Kunstmarkt wieder: Adams Entwurf soll als erstes Kirchenfenster jemals in digitalen Einzelstücken als NFTs (Non-Fungable Tokens) verkauft werden. Die Versteigerung wird zwischen dem 24. Juni und 8. Juli  stattfinden. Die Hälfte des Erlöses ist für die Königsteiner Kirchengemeinde bestimmt.

Das der Stadt zugewandte Rosettenfenster wurde von der Firma Derix eingebaut, die bereits Gerhard Richters Kirchenfenster im Kölner Dom eingesetzt hat. Am 24. Juni wurde das neue Fenster eingeweiht.

Der Kontakt zum Künstler kam durch ein Mitglied des Kirchenvorstands zu Stande. Mit dem Motiv des Sterns konnte sich die Kirchengemeinde schnell anfreunden. „Dahinter steht ja einerseits die Schöpfung Gottes und andererseits das Licht. Gleichzeitig ist Gott das Licht. So steht es in vielen Stellen in der Bibel geschrieben. Das gibt für uns theologisch sehr viel her“, erklärt Pfarrerin Katharina Stoodt-Neuschäfer.

Fenster zeigt die ganze Kraft der Schöpfung

Mit dem Künstler diskutierte der Kirchenvorstand über Farben, Gestaltung und das Licht im Raum. „Ab einem gewissen Zeitpunkt, haben wir ihm dann aber freie Hand gelassen“, erzählt sie. „Im Gegensatz zu den übrigen Fenstern unserer Kirche, ist dieser Stern nicht kleinteilig, sondern erstreckt sich über alle Teile des Rosettenfensters hinweg“, so Stoodt-Neuschäfer.  „Gleichzeitig setzt er einen modernen Akzent in der Kirche, da die anderen Fenster fast alle aus dem Jahr 1908 sind. Lediglich eines wurde im Krieg zerstört und in den 50er Jahren ersetzt. Die Fenster korrespondieren miteinander: der neue Lichtstern mit dem Weihnachtsstern im Chorfenster“, ergänzt sie.

„Der Entwurf hat uns alle hingerissen und überzeugt. Das neue Fenster zeigt die ganze Kraft der Schöpfung. Es leuchtet als deutliches Signal einer lebendigen Gemeinde zur Stadt hin. Damit ist es ein wichtiger Beitrag unserseits zum Zukunftsprozess „ekhn 2030“. Wir sind weiterhin noch da und lassen uns nicht unterkriegen!“, so Stoodt-Neuschäfer. 

In der Konzentration auf das, was ist,
kann sich so etwas wie ein Raum öffnen,
ein Gewahrsam schärfen für die Gegenwart Gottes.

(Carsten Tag)

Carsten Tag

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / rusm

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