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Woche für das Leben - Mit Video

„Für einen würdevollen Umgang im Alter“

EKHN/RahnWoche für das Leben: Eröffnung mit Kardinal Marx, Kardinal Lehmann, Stellvetretender Kirchenpräsidentin Scherf und EKD-Ratsvorsitzendem Bedford-Strohm (v.l.)Woche für das Leben: Eröffnung in Mainz mit Kardinal Marx, Kardinal Lehmann, Stellvetretender Kirchenpräsidentin Scherf und EKD-Ratsvorsitzendem Bedford-Strohm (v.l.).

Im Mainzer Dom ist die „Woche für das Leben“ 2016 bundesweit mit einem Appell eröffnet worden, ältere Menschen nicht allein zu lassen. Den Gottesdienst gestalteten der EKD-Ratsvorsitzende Bedford-Strohm, die Kardinäle Marx und Lehmann und die Stellv. Kirchenpräsidentin Scherf.

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Eröffnung der Woche für das Leben in Mainz mit (v.l.) Kardinal Marx, Kardinal Lehmann, ELD-Ratsvorsitzendem Bedford-Strohm und Stellvertretender Kirchenpräsidentin Scherf Woche für das Leben: Eröffnung im Mainzer Dom 2016 Eröffnung der Woche für das Leben 2016 in Mainz Mardinal Marx, Stellvetretende Kirchenpräsidentin Scherf und EKD-Ratsvorsitzender Bedford-Strohm Altern in Würde: Motiv der Woche für das Leben 2016
Woche für das LebenAltern in Würde: Motiv der Woche für das Leben 2016Altern in Würde: Motiv der Woche für das Leben 2016

Mainz/Darmstadt, 9. April 2016. Mit einem Appell, ältere Menschen in ihrer letzten Lebensphase nicht allein zu lassen, haben die evangelische und die katholische Kirche am Samstag (9. April) die bundesweite „Woche für das Leben“ in Mainz eröffnet. „Wenn ältere Menschen darüber nachdenken, ihrem Leben ein Ende zu setzen, weil sie Angst vor dem Alleingelassen-Sein haben, wäre dies ein Armutszeugnis für die Gesellschaft“, betonen die beiden Kirchen. Die „Woche für das Leben“ steht unter dem Leitwort „Altern in Würde“ und findet vom 9. bis zum 16. April 2016 statt.

Bedford-Strohm: Verletzlichkeit im Alter annehemen lernen

Beim ökumenischen Eröffnungsgottesdienst im Mainzer Dom sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm: „Im Alter erleben wir in besonderer Weise unsere Verletzlichkeit. Deswegen zeigt sich die Humanität einer Gesellschaft daran, wie sie mit Menschen im Alter umgeht. Als Christinnen und Christen setzen wir uns mit besonderem Nachdruck dafür ein, dass Menschen in Würde alt werden können.“ Die Zunahme an Lebenserwartung führe oft zu einem Leben mit altersbedingten Krankheiten, mit erheblichen Einschränkungen, mit erhöhtem Pflegebedarf und mit Angewiesenheit auf andere. „Eine der wichtigen Aufgaben im hohen Alter – darauf weist der Gerontologe Andreas Kruse immer wieder hin – besteht deswegen darin, nicht nur die eigene Verletzlichkeit anzunehmen, sondern zugleich offen zu sein für neue Erlebnisse, Erfahrungen und Entwicklungsmöglichkeiten. Als Beispiel nennt er die Schaffenskraft von Johann Sebastian Bach, der noch im hohen Alter trotz größter körperlicher Einschränkungen zwei bedeutende Werke schuf: Die Kunst der Fuge und die h-Moll-Messe. Nicht jeder Hochbetagte ist ein Johann Sebastian Bach. Aber solch ein Beispiel mag doch etwas von der Hoffnung vermitteln, auch „im Alter neu werden zu können“, wie es eine Orientierungshilfe des Rates der EKD vor einigen Jahren formuliert hat“, so der Ratsvorsitzende der EKD.

Reinhard Marx: Gesellschaft muss Generationen verbinden 

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, betonte in seiner Predigt, dass Altern in Würde für Christen bedeute, den Menschen in jeder Lebensphase anzunehmen: „Wir brauchen eine Gesellschaft, die Generationen verbindet, die das Alter schätzt und jene, die alt und gebrechlich werden, nicht einfach in Heime abschiebt und vergisst. Altern in Würde ist ein Prozess, der vor allem die Familien betrifft. Dieser Prozess verpflichtet aber auch die ganze Gesellschaft.“ Das Altern und erst recht das hohe Alter habe eigene Begleiterscheinungen und mag auch für viele Menschen belastend sein. „Es ist wichtig, das nicht einfach zur Seite zu schieben, sondern ernst zu nehmen. Das bedeutet aber nicht, dass das Alter selbst damit für uns eine Last sein kann. Das hat auch Papst Franziskus in seinem ganz aktuellen Schreiben Amoris Laetitia gut ausgedrückt: ‚Die Kirche kann und will sich nicht einer Mentalität der Unduldsamkeit anpassen, und schon gar nicht der Gleichgültigkeit und der Verachtung gegenüber dem Alter. Daher ist die ‚Fürsorge für die alten Menschen das Unterscheidungsmerkmal einer Zivilisation.‘ Im Prozess des Alterns nähern wir uns natürlicherweise auch unserem eigenen Sterben an. Der besondere Auftrag der Kirchen ist es, Menschen in jeder Lebensphase in ihrer Würde zu respektieren, zu begleiten und anzunehmen, sie auch im Sterben nicht allein zu lassen“, so Kardinal Marx.

Ulrike Scherf: Jedes Alter braucht seinen Platz in der Gesellschaft 

An dem Ökumenischen Gottesdienst in Mainz, mit mehreren Hundert Teilnehmern aus Politik, Gesellschaft und Religionsgemeinschaften, wirkten auch der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann sowie die Stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf im Gottesdienst mit. Sie wies darauf hin, dass jedes Alter besondere Herausforderungen mit sich bringe, entsprechende Wertschätzung nötig habe und „seinen Platz in unserer Gesellschaft braucht“. Zudem werde wie in jeder Lebensphase auch „das Alter in Vielfalt gelebt: anderen helfend oder selbst umsorgt, in Freude über viele Möglichkeiten oder durch Einschränkungen herausgefordert“. Scherf: „Gott weiß darum und er begleitet uns, so verschieden wir sind“.

Karl Lehmann: Alter als ursprüngliches Leben wahrnehmen 

Bei einem anschließenden Festempfang und einer Podiumsdiskussion würdigte Kardinal Karl Lehmann als Mitbegründer der „Woche für das Leben“ die Bemühungen in Kirche und Gesellschaft, ältere Menschen in das Alltagsleben zu integrieren. Dabei sei es wichtig, dass der Mensch selbst sein Leben im Alter annehme: „Es ist wichtig, sich selbst mit seinem Leben im Alter anzunehmen und Ja zu sich zu sagen. Diese Annahme des Alters bringt es mit sich, dass das Älterwerden und erst recht das Altsein nicht als bloßer Verfall, sondern als eine ursprüngliche Form positiven Lebens wahrgenommen wird, das eine eigene Produktivität entfalten kann“, so Kardinal Karl Lehmann. Der Mensch sei endlich, das wisse man auch schon als junger Mensch. „Solange man lebt, sollte man auch leben wollen. Aber zu diesem Leben in unserer Gegenwart gehört für den Christen auch der Ausblick auf das ewige Leben. Es gehört zur wahren Hoffnung, in einer Weise sein Leben zu schließen, wie es Gottes Wille ist.“

Beim Podium über „Alter in Würde“ und lebenspraktische Fragen diskutierten Landesbischof Bedford-Strohm und Kardinal Marx mit Prof. Ursula Lehr, Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit a. D., die auch Gründungsdirektorin des Deutschen Zentrums für Alternsforschung (Heidelberg) und langjährige Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen war.

Hintergrund: Woche für das Leben 

Die „Woche für das Leben“ ist seit mehr als 20 Jahren die ökumenische Aktion der evangelischen und katholischen Kirche für den Schutz und die Würde des Menschen vom Lebensanfang bis zum Lebensende. Themenheft und weitere Informationen zur „Woche für das Leben“ stehen unter www.woche-fuer-das-leben.de zur Verfügung.

Mit der „Woche für das Leben“ leisten die Kirchen einen Beitrag zur Bewusstseinsbildung für den Wert und die Würde des menschlichen Lebens. Angesprochen ist jeder, der sich mit aktuellen Fragen zum Lebensschutz auseinandersetzen möchte. In vielen evangelischen und katholischen Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen in ganz Deutschland finden während der Woche für das Leben Aktionen und Veranstaltungen statt. Sie bilden ein Forum des Austausches und sind zugleich als klare Meinungsäußerung der Kirchen zu verstehen.  

Links zum Thema:

Kirche für Senioren

Nachrichten für Senioren

Veranstaltungen für Senioren

Hilfe für Senioren

Kriegserlebnisse verarbeiten

Website zur "Woche für das Leben"

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Epheser 2,19

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages /nottomanv1

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