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Andacht

Gedanken über den November

R. DeschnerBeerenDie Schätze der kühleren Jahreszeit entdecken

November. Viele Menschen macht das traurig. Kahle Bäume. Die letzten Blätter fallen. Für Pfarrer Noormann aus Gießen sind sie Anlass zurück zu blicken. Auch auf das eigene Fallen. Wer sich dem stellt, blickt eigentlich nach vorne.

Fallende Blätter geben den Blick frei

Es ging wieder ganz schnell, so wie jedes Jahr. Die meisten Bäume haben ihre Blätter verloren. Die Sicht auf die nähere Umgebung hat sich verändert. Da, wo der Blick durch Blätter verdeckt wurde, ist er jetzt wieder weiter und anders möglich. Es fehlt natürlich auch die Farbenpracht. Jetzt machen sie nur noch Arbeit und müssen beseitigt werden, da, wo sie stören. Mich lädt das Fallen der Blätter im November dazu ein über mein Fallen im vergangenen Jahr nachzudenken.

Wo bin ich hingefallen? Wo abgestürzt? Wo musste ich Erlebnisse verkraften, die sich wie ein Fallen anfühlten? Wo habe ich am Boden gelegen? Wo ist etwas, das geblüht hat, zu Ende gegangen? 

Vergänglichkeit des Lebens wird sichtbar

Beim Fallen der Blätter wird die Endlichkeit, die Vergänglichkeit des Lebens sichtbar und erfahrbar. Und die Erinnerung an die Vergänglichkeit von allem kann unserem Umgang mit dem Leben gut tun. Wir werden geerdet. Lernen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. Entdecken worauf es im Leben wirklich ankommt.

Das Fallen der Blätter gehört zum Zyklus unserer Natur, unseres Lebens. So wie das säen, wachsen, blühen und reifen. Ein tröstlicher Gedanke gerade in dieser dunkleren Jahreszeit. Mir hilft dabei der Ausblick wie ihn Rainer Maria Rilke am Ende eines seiner Gedichte ausgedrückt hat: „Wir alle fallen. Diese Hand da fällt. Und sieh dir andere an: es ist in allem. Und doch ist Einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält“

Vielleicht sammeln Sie das eine oder andere Blatt, finden einen Platz in Ihrer Wohnung und nehmen damit die Erinnerungen an gelebtes Leben im Rhythmus des Blühens und Fallens in Ihren Alltag mit hinein.

Und vielleicht gelingt es Ihnen dabei Erfahrungen zu machen mit dem „Jemanden“, der oder die dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält. Für mich ist es Gott. Sie haben vielleicht andere Namen und Begriffe.

[Pfarrer Rolf-P. Noormann]

Gib uns Vertrauen, Gott, in diesen Zeiten.
Gelassenheit, Besonnenheit und Mut.
Und gib uns Freundlichkeit. Die soll sich ausbreiten.
In unseren Herzen und in unserem Land und überhaupt.

(Doris Joachim)

Doris Joachim

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages_stockam

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