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Transidentität und Geschlechtervielfalt

Gerhard Schreiber erhält Siegele-Wenschkewitz-Preis

Ralf Stieber, KarlsruhePortrait, Schreiber mit Mikrofon in der HandDr. Gerhard Schreiber, Akademischer Rat am Institut für Theologie und Sozialethik an der TU Darmstadt.

Der evangelische Theologe Gerhard Schreiber erhält den Leonore-Siegele-Wenschkewitz-Preis 2017 für seinen Sammelband „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften”. Das Werk ermutige zum vorurteilsfreien Umgang mit dem Thema Transidentität und Geschlechtervielfalt und zum respektvollen Umgang mit Menschen unterschiedlicher geschlechtlicher Identität und Orientierung.

Der 39-jährige Akademische Oberrat an der Technischen Universität Darmstadt sei der erste Mann, der den mit 3.000 Euro dotierten Preis bekomme, sagte die Vorsitzende des „Vereins zur Förderung Feministischer Theologie in Forschung und Lehre”, Hanne Köhler, am Mittwoch in Frankfurt am Main dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Der im mittelfränkischen Neuendettelsau geborene Schreiber zeigte sich hocherfreut über die Auszeichnung. Sie unterstreiche die Bedeutung des Themas, denn der Umgang mit Trans- und Intersexualität in der Gesellschaft sei noch immer defizitär, sagte Schreiber dem epd. Angetan sei er auch deswegen, weil mit ihm erstmals ein Mann geehrt werde. Dies zeige, dass es der Jury vor allem um das Thema gegangen sei und nicht um das Geschlecht.

Nachwuchspreis an Jolanda Gräßel-Farnbauer

Der mit 500 Euro verbundene Nachwuchspreis geht an Jolanda Gräßel-Farnbauer (26) von der Philipps-Universität Marburg für ihre Examensarbeit über die sogenannte Zölibatsklausel für Theologinnen unter besonderer Berücksichtigung der Situation in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Diese Klausel bestimmte, dass eine Pfarrerin bei ihrer Heirat aus dem Dienst ausscheiden musste. In der EKHN wurde die Klausel 1969 aufgehoben, in anderen Landeskirchen galt sie noch bis in die 1990er Jahre. Gräßel-Farnbauer habe für ihre Arbeit Zeitzeugen befragt, alte Kirchengesetze und Synodenprotokolle ausgewertet und damit ein lebendiges Bild dieses Aspekts kirchlicher Frauenbewegung gezeichnet, sagte Köhler.

Die beiden Preise werden am 12. November in der Evangelischen Akademie Frankfurt verliehen. Die Laudatio auf Schreiber hält Renate Jost, Professorin für Feministische Theologie und Gender Studies an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau. Die Arbeit von Gräßel-Farnbauer würdigen Gisela Kessler und Eva Röger vom Verein für Feministische Theologie.

Leonore-Siegele-Wenschkewitz-Preis

Der alle zwei Jahre vergebene Leonore-Siegele-Wenschkewitz-Preis ist nach der 1999 gestorbenen Kirchenhistorikerin und langjährigen Direktorin der Evangelischen Akademie Arnoldshain benannt. Er dient der Auszeichnung von Beiträgen, die in besonderer Weise die Feministische Theologie oder die Gender Studies in der Theologie fördern. Die Stifter des Preises sind neben dem Frankfurter Verein die Evangelische Akademie Frankfurt, der Verein Evangelische Frauen in Hessen und Nassau und die EKHN. 2015 wurde die Marburger Theologin Aliyah-Almuth El Mansy ausgezeichnet.

Info

Gerhard Schreiber (Hrsg.): „Transsexualität in Theologie und Neurowissenschaften. Ergebnisse, Kontroversen, Perspektiven.”
Berlin/Boston, Verlag de Gruyter 2016, 745 Seiten, 49,95 Euro,
ISBN-10: 3110440806, ISBN-13: 978-3110440805

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Glück ist Verbundenheit,
also eben nicht die unverbundene Selbststeigerung,
die alles andere benutzt zur eigenen Optimierung.

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