Herzlich Willkommen! Entdecken Sie, welche Angebote der EKHN zu Ihnen passen. Über das Kontaktformular und auf facebook sind wir offen für Ihre Anregungen.

Menümobile menu

„Damit die Glocke des Glaubens erklingt“

Hans Jakob Schmitt nach über 40 Jahren Predigtdienst verabschiedet

A. Waßmann-BöhmLiest jeden Morgen die Herrnhuter Tageslosungen in Hebräisch, Lateinisch und Deutsch: Der 93-jährige Guntersblumer Hans Jakob Schmitt

Hans Jakob Schmitt ist 93 Jahre alt. Über 40 Jahre hat der Guntersblumer Pädagoge ehrenamtlich Gottesdienste gestaltet und unzählige Predigten gehalten. Im Rückblick sieht er dies als Chance, der „Klöppel“ zu sein, „der andere anstößt, damit in jedem selbst die Glocke des Glaubens erklingt“.

A. Waßmann-BöhmSeit 1949 glücklich verheiratet: Erika und Hans Jakob Schmitt.

Er möchte die Menschen anregen, selbst zu denken und selbst zu fragen, damit sie so den Glauben leben und erleben können. Hans Jakob Schmitt ist 93 Jahre alt. Über 40 Jahre hat der Guntersblumer Pädagoge ehrenamtlich Gottesdienste gestaltet und unzählige Predigten gehalten. Im Rückblick sieht er dies als Chance, der „Klöppel“ zu sein, „der andere anstößt, damit in jedem selbst die Glocke des Glaubens erklingt“. Hans Jakob Schmitt, seit über 70 Jahren glücklich verheiratet und Vater von drei Söhnen, lebt einen durchaus kritischen Glauben. Bis heute ist er der Überzeugung, dass insbesondere das Zweifeln den Glauben wachsen lässt.

Schon als Kind auf dem Stuhl stehend gepredigt

In seinem Berufsleben war Hans Jakob Schmitt zunächst Gymnasiallehrer für Griechisch, Latein, Philosophie und Religion, später auch Oberstudiendirektor am Gauß-Gymnasium in Worms. Zeit seines Lebens galt die Leidenschaft des Autors zahlreicher Bücher aber auch der Gestaltung von Gottesdiensten. 1977 erhielt er die offizielle Bevollmächtigung zum Predigtdienst. Gottesdienste hatte er aber schon lange vorher gehalten. Geprägt von einem eng mit der Kirche verbundenen Elternhaus, besuchte er schon als Kind den Kindergottesdienst in Guntersblum. Schmunzelnd erinnert er sich, dass er schon als Kind auf einem Stühlchen stehend Predigten gehalten hat. Später studierte er aufbauend auf sein Lehramtsstudium Theologie, um auch Religion unterrichten zu können und war auch in der evangelischen Kirchengemeinde Guntersblum als Kirchenvorsteher aktiv. Gleichzeitig hielt er zahllose Gottesdienste. In seiner Heimatgemeinde Guntersblum wie auch in ganz Rheinhessen war er unterwegs, also nicht nur im Dekanat Oppenheim, sondern auch in den Dekanaten Mainz und Worms-Wonnegau. Manchmal hielt er an einem Sonntag in einer Region bis zu drei Gottesdienste. Maßgabe für eine gute Predigt war und ist für ihn eine gute Vorbereitung – zwei Nachmittage brauchte er dafür im Schnitt. Außerdem nahm er, damit sein Anliegen auch bei seinen Zuhörern gut zu verstehen war, Sprechunterricht bei einem Schauspieler. Ein klarer Aufbau und eine gute Länge – maximal 20 Minuten – bildeten für ihn die Basis seiner Predigten. 50 dieser Predigten lassen sich übrigens in einem seiner Bücher mit dem Titel „Das Kreuz mit dem Kreuz“ nachlesen. Vor zwei Jahren hielt er mit 91 Jahren seinen letzten Gottesdienst in Gimbsheim. Am 1. März wird er mit einem festlichen Gottesdienst von Pfarrerin Anne Waßmann-Böhm, der stellvertretenden Dekanin und Beauftragten für die Lektoren und Prädikanten im Dekanat Ingelheim-Oppenheim, aus dem Dienst verabschiedet.

Bis heute liest der Altphilologe jeden Morgen die Herrnhuter Tageslosungen, eine Sammlung von kurzen Bibeltexten, auf hebräisch, griechisch und deutsch. Verfolgt jeden zweiten Sonntag die evangelischen Fernsehgottesdienste und ist glücklich, dass seine Enkelin, sein Interesse an der Geschichte und der hebräischen Sprache teilt und derzeit über ein Thema der mittelalterlichen jüdischen Geschichte promoviert. So schließt sich ein Kreis.

Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig.

to top