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Heimat

Heimat in der Kirchengemeinde

Hans GentheFeste gehören zum Leben aller KirchengemeindenFeste gehören zum Leben aller Kirchengemeinden

Den meisten Menschen, und auch vielen Kirchenmitgliedern, ist die evangelische Kirche viel zu "churchy". Oder anders gesagt: Die Gesellschaft insgesamt ist viel viel breiter aufgestellt, als eine einzelne Gemeinde. Dort fühlen sich viele einfach nur fremd – und halten Abstand. Dennoch haben hunderttausende in ihren Kirchengemeinden eine Heimat gefunden. Wir stellen zwei Beispiele vor.

Es vergehen nie mehr als ein oder zwei Tage bis Doris Meyer wieder im Gemeindehaus auftaucht. Sie ist zwar mehr zu Hause als in der Kirche, aber die Kirche sei für sie schon so etwas wie eine zweite Heimat. Doris Meyer leitet den internationalen Gesprächskreis in der evangelischen Kirchengemeinde Eschborn bei Frankfurt. Sechs bis zwölf Frauen aus dem Iran, aus Russland, aus  Afghanistan und Indien bessern gemeinsam ihr Deutsch auf. Eine Chinesin ist mit einem Koreaner  verheiratet. "Die Männer sind beruflich in Deutschland und ihre Frauen haben noch Probleme in  ihre Berufe hineinzukommen." Im Sommer essen sie gemeinsam im Café Vis-á-vis, das die  Kirchengemeinde im Mehrgenerationenhaus unterhält. Im Winter wird regelmäßig gekocht,  selbstverständlich international. 

Heimat bedeutet auch, Aufgaben und Verantwortung zu haben

Gerade ist Doris Meyer von der sechstägigen Seniorenfahrt aus dem Saarland zurückgekehrt, als Betreuerin. Außerdem macht die den Blumendienst in der Kirche und arbeitet im ökumenischen Arbeitskreis mit. Zusammen mit der Christköniggemeinde sorgen die Mitwirkenden im Arbeitskreis für Advents- und Passionsandachten, sie eröffnen gemeinsam den Weihnachtsmarkt, feiern zusammen einen Gottesdienst am Pfingstmontag, feiern sogar gemeinsam Gottesdienst am Karfreitag und genießen den großen Erfolg des ökumenischen Buß- und Bettags-Gottesdienstes im voll besetzten großen Gemeindesaal mit Agapemahl. Der Buß-und Bettag werde gerade von den Katholiken sehr gut angenommen. "Da stehen wir alle Hand in Hand in der großen Runde." 

selbst gewählte Heimat

Für Doris Meyer ist ihre Kirchengemeinde Heimat, "wo man sich geborgen fühlt, wo man gerne  hingeht". Manchmal sei sie selbst recht streitbar, "dass erfrischt auch und reinigt die Luft". In dieser Gemeinde sei sie beheimatet, weil sie hier immer wieder Menschen treffe, "mit denen man es gern zu tun hat." Familie müsse man nehmen wie sie sei. Aber Freunde könne man sich aussuchen. "Und ich habe mich für diese Gemeinde entschieden."

In die Heimat der Gemeinde hineingewachsen

"Hier fühle ich mich zu Hause" sagt auch Willi Ackermann, und er meint den Gottesdienst. Immer wenn es ihm möglich ist, geht er am Sonntag in die kleine Kirche mit Gemeindesaal im Birkenauer Ortsteil Nieder-Liebersbach im Odenwald. Der schmucklose Bau aus den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts ist dem 78-Jähren heimatlich vertraut. Immerhin hat er sich 24 Jahre als Kirchenvorsteher um die Gemeindearbeit und um dieses Haus gekümmert. Jetzt wartet der pensionierte Elektroingenieur und Berufsschullehrer noch die Photovoltaik-Anlage. 

Heimat ist das, was mir vertraut ist

Im Gottesdienst genießt er vor allem die Liturgie, "das Althergebrachte", wie er sagt. "Bei den liturgischen Gesängen weiß ich immer, was als nächstes kommt. Auch ist Willi Ackermann bis heute ein sehr aufmerksamer Predigthörer. Als er noch jünger war, hat er vor dem Kirchgang schon mal den Predigttext gelesen und sich darüber Gedanken gemacht. "Aber jetzt predigen die jungen Pfarrerinnen und Pfarrer meist andere Texte." Ihm gefällt aber, wie sie vieles anders machen als frühere Pfarrer, wie sie die Gemeinde begrüßen und wie schön es sei, sich im Kirchencafé oder beim Kirchenbrunch zu unterhalten. "Jetzt kommen wieder mehr junge Leute zur Kirche."

[Pfarrer Hans Genthe]

Wem viel gegeben ist, bei dem wird man viel suchen; und wem viel anvertraut ist, von dem wird man um so mehr fordern.

Lukas 12, 48

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages/ekely

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