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Kindern helfen

Sich als Pflegefamilie für Kinder engagieren

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Misshandlung, Vernachlässigung, Missbrauch sind Gründe, weshalb Kinder in eine Pflegefamilie vermittelt werden. Die Dekanate Wetterau und Büdiger Land planen, interessierte Familien zu informieren. Umfangreiche Erfahrungen als Pflegefamilie haben Anita und Rüdiger Wolf in ihrem 25-jährigen Engagement gesammelt. 59 Pflegekinder haben sie schon bei sich aufgenommen. Kraft gibt ihnen dabei immer wieder ihr christlicher Glaube.

privatAnita und Rüdiger Wolf helfen Kindern in Not.

„Die Arbeit mit Kindern ist unsere Lebensberufung!“ Da sind sich Anita und Rüdiger Wolf einig. Seit über 25 Jahren helfen sie Kindern in unmittelbarer Not. Kindern, die nicht mehr bei ihren Familien bleiben können, weil es ihnen dort nicht gut geht. 59 Pflegekinder haben die Wolfs schon bei sich aufgenommen. Kraft gibt ihnen dabei immer wieder ihr  christlicher Glaube. Mit ihrem derzeitigen Schützling haben sie viele Tage im Krankenhaus und beim Arzt verbracht. Der Junge war stark unterernährt.

Die Gründe, warum Kinder in eine Pflegefamilie kommen, sind vielfältig: Misshandlung, Vernachlässigung, Missbrauch. Eltern, die drogenabhängig sind oder psychische Probleme haben. Schüttelbabys. Familie Wolf engagiert sich sowohl in der Bereitschaftspflege als auch in der sogenannten Dauerpflege.

Pflegefamilien: Es gibt keine Standards

Die Anfragen zur Bereitschaftspflege kommen kurzfristig, wie Vater Rüdiger erzählt: „Wenn das Telefon klingelt und wir zusagen, haben wir oft nicht mal eine Stunde bis ein neues Pflegekind einzieht. Meist kennen wir nur das Alter – was es erlebt hat, wie lange es bei uns bleibt, in welchem Zustand es ist – das wissen wir nicht.“ Aus der Bereitschaftspflege gehen die Kinder entweder zurück zur Herkunftsfamilie („Das ist immer die erste Option“) oder wechseln in eine Dauerpflegefamilie.

„Es gibt bei uns keine Standards, jedes Kind ist anders und hat eigene Bedürfnisse“, erzählt Mutter Anita. Viele Kinder würden die traumatischen Erlebnisse zunächst verdrängen. „Manchmal holen wir Babys noch im Krankenhaus ab.“ Dann heißt es nachts alle zwei Stunden aufstehen und füttern. Von heute auf morgen entsteht ein neuer Alltag. Vor allem Strukturen und feste Abläufe seien wichtig. Anita und Rüdiger Wolf geben alles, um die Kinder aufzufangen und ihnen eine geschützten Raum zu bieten, in dem sie sich geborgen fühlen.

Pflegefamilien: Motiviert durch christlichen Glauben

Eine große Aufgabe für die im Landkreis Wetterau immer neue Pflegefamilien gesucht werden. Motivation, Kraft und Stärke ziehen die Wolfs dabei aus ihrem christlichen Glauben: „Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan“, zitiert Mutter Anita aus dem Matthäusevangelium. „Für uns heißt das: helft so vielen Kindern wie ihr könnt!“ Ehemann Rüdiger ergänzt: „Wir bauen Lebensfundamente, die den Kindern nie wieder jemand wegnehmen kann.“

Wer sich entscheidet, Kinder bei sich aufzunehmen, sei es in der Dauer- oder der Bereitschaftspflege, erhält Unterstützung von dem Projekt PETRA (Partner für Erziehung, Therapie, Research und Analyse) im Wetteraukreis. Die Mitarbeitenden begleiten gemeinsam mit dem Jugendamt zum Beispiel die monatlichen Treffen der Wolfs und ihrer Schützlinge mit den Herkunftsfamilien. Sie finden immer außerhalb des geschützten Zuhauses statt. Hinzu kommen Behördengänge, die Suche nach einem Kita- oder Schulplatz und eventuell notwendigen Therapieplätzen. Wichtig: „Die Aufnahme eines Pflegekindes hat nichts mit Adoption zu tun.“

Pflegefamilien: Jederzeit Rat und Beratung für Pflegeeltern

Rat gibt es jederzeit von Ärzten und Psychologen, Schulung und Beratung durch das Projekt PETRA. Die Wolfs können sich nach jedem Kind eine Auszeit nehmen, um auch auf die eigene Seele zu achten. „Das größte Geschenk ist es zu sehen, wie geschundene Seelen wieder leuchten, wie Heilung geschieht und die Kinder fröhlich sind und lachen“, sagt Anita Wolf. „Wir erleben kleine Wunder, sehen täglich Fortschritte.“

Um noch mehr Kindern helfen zu können, haben Anita und Rüdiger Wolf 2019 die Puzzle Kids Butzbach gegründet. In der sozialen Einrichtung werden Kinder aus Familien in schwierigen Lebenssituationen begleitet und betreut - unabhängig ihrer Herkunft und ihrer Religionszugehörigkeit auf Grundlage eines christlichen Menschenbildes und des christlichen Glaubens.

Pflegefamilien als soziale Eltern

„Irgendwann fangen die meisten Kinder an, uns Mama und Papa zu nennen“, erzählt Rüdiger Wolf. „Wir lassen das zu, ergänzen aber immer unsere Vornamen. Es ist ein gutes Zeichen, wenn die Kinder wieder Bindungen zulassen.“ Sie seien, so erklärt er, die sozialen Eltern. Ihre eigenen Kinder sind immer in die Arbeit miteinbezogen, können jederzeit mitentscheiden. „Das hat uns als Familie weitergebracht.“

Dann kommt die Zeit des Abschieds aus der Bereitschaftspflegefamilie. „Das gehört dazu, ist aber nie leicht“, erklärt Rüdiger Wolf. „Wir schaffen das nur aus unserem Glauben heraus, aus dem Wissen, warum wir das machen“, ergänzt seine Frau. „Unser Engagement als Pflegeeltern ist ein riesiges Abenteuer ohne Netz und doppelten Boden. Aber wer sich darauf einlässt, kann wirklich etwas verändern.“

Infoveranstaltung im Dekanat

Für alle Familien, die Interesse haben, sich als Pflegefamilie zu engagieren, haben die Evangelischen Dekanate Wetterau und Büdinger Land einen Informationsabend organisiert. Er findet am 11. Juli ab 19.30 Uhr online über die Plattform Zoom statt.

Mit folgenden Zugangsdaten können Sie ohne vorherige Anmeldung teilnehmen:

Meeting-ID: 675 1672 4755
Kenncode: 671335

Kontakt für weitere Informationen: Alexander E. Kaiser, a.kaiser@projekt-petra.de, Tel. 0171-3376243

Du wirst Gottes Kraft in der Schwachheit erfahren,
nicht vorher, nicht daran vorbei.
In der eigenen Schwachheit, in den Dingen,
um die ich einen großen Bogen mache,
meine Tabus, meine wunden Punkte.
Aber es tut nicht nur weh, es tut auch gut,
am wunden Punkt berührt und geheilt zu werden.
Und es führt kein Weg daran vorbei,
wenn es richtig gut werden soll.

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