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Zusammenleben

Inklusion wird Normalität

Charlotte MattesRollifahrer mit KofferTänzer Rainer Kratz freut sich über seinen gelungenen Auftritt. Das Rollstuhl-Tanztheater „Zeitlos“ probt beim EVIM in Wiesbaden.

Der Bundestag hat vergangene Woche das Behindertengleichstellungsrecht novelliert, die hessische Landesregierung hat am vergangenen Mittwoch eine Kampagne zum besseren Zusammenleben von behinderten und nichtbehinderten Menschen gestartet. Auch in der EKHN ist das Thema Inklusion längst in der Phase der Umsetzung, wie einige Beispiele zeigen.

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Gebäude Schulhund Confetti spielt mit einem würfel Die Mitarbeitenden der Mühltalwerkstatt machen aus Stadionbänken Gartenmöbel. Rollstuhl-Tanzgruppe „Zeitlos“ Rund 30 Quadratmeter Rasen aus dem Stadion werden in 400 blaue Boxen gepflanzt. Szene mit Mutter, Kleinkind und Senior

Bereits 2013 hatte die Kirchenleitung EKHN das wichtige Thema mit einem Thesenpapier zur „Inklusion“ in Gemeinden und Einrichtungen verstärkt zur Sprache gebracht. Anfang 2015 hat der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) unter dem Titel „Es ist normal, verschieden zu sein. Inklusion leben in Kirche und Gesellschaft“ eine Orientierungshilfe veröffentlicht.  Die Evangelische Jugend in Hessen und Nassau hatte im April dieses Jahres das Thema „Inklusion“ auf der Tagesordnung ihrer Hauptversammlung. Vorträge und Workshops verdeutlichten den Jugendlichen, dass Inklusion als Ziel die gleichberechtigte Beteiligung aller zum Ziel hat. Konfirmandenarbeit, die Gestaltung von Gottesdiensten, Freizeitenarbeit und die Barrierefreiheit von Kirchengebäuden standen im Fokus der Diskussionen. Die Ergebnisse sollen in eine Arbeitshilfe einfließen.

Einige Beispiele aus verschiedenen Bereichen zeigen, dass Barrierefreiheit und Inklusion längst in den Alltag vorgedrungen sind, aber immer auch Prozesse sind, an denen weiter gearbeitet werden muss.

Darmstädter Martin-Luther-Gemeinde weiht Gemeindehaus ein

Seit Sommer 2014 ist das Gemeindehaus „Martinsstift“ neben der Evangelischen Martinskirche in Darmstadt umfassend zu einem modernen,  barrierefreien, hellen Gemeindehaus mit Außenaufzug umgebaut worden. „Der Aufzug ist der Dreh- und Angelpunkt des Gemeindehauses“, so die Vorsitzende des Bauausschusses, Beate Gruschwitz. Dieser ermögliche nun Menschen mit Rollstuhl, Rollator oder Kinderwagen in jedes Stockwerk zu gelangen. Auch dass es im Eingangsbereich nun ein kleines Foyer zum Aufhalten gebe, spiegele eine besondere Willkommenskultur wider. 77000 Euro konnte die Gemeinde durch Spenden und Veranstaltungserlöse für den Innenausbau einnehmen. Am Pfingstmontag hat die Gemeinde das neue Gemeindehaus mit einem Fest eingeweiht. Jetzt wird weiter um Spenden für eine Mikrofonanlage für den Saal gebeten, wie Pfarrerin Tanja Bergelt mitteilt.

Martin-Luther-Gemeinde Darmstadt

 

Inklusiver Konfi-Unterricht in Offenbach und die Folgen

Die ersten inklusiven Schritte ist die Evangelische Stadtkirchengemeinde bereits gegangen: der Konfirmandenunterricht, der für Jugendliche mit und ohne Lernschwierigkeiten angeboten wurde, war ein voller Erfolg. Wichtig war dabei, ein gegenseitiges Begegnen „auf Augenhöhe“. Aus der Erfahrung mit inklusiver Konfirmationsarbeit ergab sich ein weiteres Gemeindeangebot für Menschen mit Lernschwierigkeiten. Seit Februar 2016 ist die Kochgruppe der Lebenshilfe in der Gemeinde zu Gast und bietet für Menschen mit und ohne Lernschwierigkeiten ein gemeinsames Koch- und Genusserlebnis an.

All das hat den Kirchenvorstand der Stadtkirchengemeinde dazu inspiriert, sich verstärkt um Barrierefreiheit zu bemühen: Neben baulichen Maßnahmen ist außerdem die Anschaffung von Gesangbüchern im Großdruck im Gespräch sowie ein anderes Format für den Gemeindebrief zur besseren Lesbarkeit und zum leichteren Verstehen.

Pfarrerin Christiane Esser-Kapp: „Es war gut, sich die Dinge genau anzusehen und wahrzunehmen, wo unsere Barrieren im Kopf und im Gemeindeleben sichtbar und spürbar werden und darüber ins Gespräch zu kommen.“

Der Kirchenvorstand der Stadtkirchengemeinde hat sich auf einer Klausurtagung mit dem Thema Inklusion befasst und das gesamte Angebot der Gemeinde unter die Lupe genommen.

Interview mit Christiane Esser-Kapp, Pfarrerin für Behindertenseelsorge im Evangelischen Dekanat Offenbach und Fachberatung Inklusion in der Propstei Rhein-Main

 

Schule inklusive Hund

Die Integrative Schule Frankfurt ist eine Schule, in der Kinder mit und ohne Behinderung im Grundschulalter gemeinsam leben und lernen. Seit 1985 gibt es sie im Frankfurter Stadtteil Dornbusch, finanziert wird die Schule von den Trägern – der Evangelischen Französisch-Reformierten Gemeinde Frankfurt und dem Evangelischen Regionalverband Frankfurt – sowie der Stadt Frankfurt, dem Land Hessen und den Eltern.

In jeder Klasse leben und lernen 20 Kinder, vier von ihnen haben unterschiedliche Beeinträchtigungen. Sie werden von einem Team aus drei Fachkräften (Grundschullehrer/in/Förderschullehrer/in, Erzieher/in) und einem jungen Menschen im Freiwilligen-Dienst begleitet. „Wir gehen von dem Menschrecht auf Teilhabe am gesellschaftlichen Leben aus. Zur menschlichen Würde gehört das Leben und Lernen in Gemeinschaft und die Wertschätzung jedes Einzelnen”, heißt es im Schulkonzept der IS Frankfurt.

Der Schulhund „Confetti” unterstützt die Kinder beim Lernen. Gelegentlich darf die Hündin auch mit auf Klassenfahrt.

www.integrative-schule-frankfurt.de

 

Integration in den Arbeitsmarkt

Das „Café Arkade“, neben dem Ökumenischen Kirchenladen „Kirche & Co.“ im Offenen Haus in der Darmstädter Rheinstraße ist Arbeitsplatz für Menschen mit Beeinträchtigungen. Das „Café Arkade“ ist mehr als ein Treffpunkt zum Frühstücken und zum preiswerten Mittagessen. Viele Senioren, die im „Lilienpalais“ im Haus leben, kommen regelmäßig. Man kann auch das ganze Café für eine Familienfeier, ein Klassentreffen, für private oder geschäftliche Veranstaltungen buchen. Fingerfood und Büffet für Veranstaltungen kommen derzeit ebenso wie die täglichen zwei Menüs zum Mittagessen vom der Zentralküche der Nieder-Ramstädter Diakonie. Das „Café Arkade“ war 2012 das erste von mehreren Integrationsbetrieben der Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD).

Auch im April neu eröffnete Mühltaler Gartenmarkt auf dem NRD-Gelände in Mühltal wurden mittlerweile zu Intergrationsbetrieben. Die NRD leistet durch die Gründung dieser Betriebe einen konkreten Beitrag zur Umsetzung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderung. Integrationsbetriebe bieten als neu geregelte Form der Beschäftigung eine gute Ergänzung zwischen der Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) und dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

www.nrd.de

 

Radio B46: Inklusion heißt hier "all inclusive"

Beim evangelischen Veranstaltungsradio „Radio B46“ ist Inklusion schon Tradition. Das von der Evangelischen Jugend in Michelstadt getragene Radio sendet jedes Jahr zum Bienenmarkt etwa 10 Tage lang, in diesem Jahr vom 13. bis 22. Mai.

Seit Jahren gestalten Menschen mit Behinderung ein inklusives Magazin mit dem Titel „all inclusive”. Nicht nur die Moderation, sondern auch die Technik liegt in deren Händen. Jeweils ab 11 Uhr übernimmt dann die Crew der Gemeinnützigen Integra GmbH. Die Integra bietet Angebote für Menschen mit körperlicher, geistiger sowie seelischer Behinderung und psychischer Erkrankung an. Auch das Evangelische Dekanat Odenwald ist Mitglied der Integra.

www.integra-erbach.de

www.radio-b46.de

 

Mehrgenerationenhäuser

2007 wurde in Eschborn das erste Mehrgenerationenhaus in einer Kirchengemeinde der EKHN mit der damaligen Bundesfamilienministerin feierlich eröffnet. Weitere Häuser von Kirchengemeinden oder der Diakonie Hessen kamen hinzu. Die Angebote der Häuser richten sich nach den Bedürfnissen vor Ort. So können Interessierte beispielsweise Spiel- und Gesprächskreise, Sprach- und Tanzkurse, Chöre, Sportgruppen, Beratungsangebote und einen Pflegeservice entdecken. In jedem Haus gibt es einen offenen Treff, in dem sich Jung und Alt begegnen können. Inklusion bedeutet hier, die Barrieren zwischen allen Menschen abzubauen und Gemeinschaft entstehen zu lassen. Ganz im Sinne des Thesenpapiers der EKHN:

„Die Inklusion aller Menschen, unabhängig von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Sprache, Behinderung, sozioökonomischem Hintergrund, politischer Anschauung oder sexueller Identität, realisiert sich als ein unabschließbarer Prozess. Die christlichen Kirchen beteiligen sich daran aufgrund ihres Gottes- und Menschenbildes aus voller Überzeugung und mit großem Engagement. Der Prozess selbst ist von großer Bedeutung für Kirche und Gesellschaft, weil er die Qualität des sozialen Zusammenlebens ganz verschiedener Menschen in Gesellschaft und Kirche betrifft.“

Infos zu den Mehrgenerationenhäusern in der EKHN

 

 

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

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