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Hessisches Sozialforum

Käßmann wirbt mit Luther für soziales Engagement

Julia Anna EckertMargot Käßmann vor einer riesigen Bibel auf der ITBReformations-Botschafterin Margot Käßmann spricht auf der ITB in Berlin über die geistlichen Dimensionen und touristischen Chancen für das Reformationsjubiläum.

„Wer Krieg anfängt, der ist im Unrecht“, zitiert Margot Käßmann Luther. Christen sollen sich ihrer Meinung nach für soziale Gerechtigkeit, Flüchtlinge und Umwelt einsetzen.

Die evangelische Theologin Margot Käßmann sieht in der Reformation die Grundlage für den Einsatz von Christen zugunsten sozialer Gerechtigkeit, Frieden, Umwelt und Flüchtlingen. Auf dem Hessischen Sozialforum in Frankfurt am Main bezog sich die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland mehrfach auf Martin Luther. Der habe schon vor 500 Jahren für einen mündigen Glauben gekämpft - dafür, dass die Christen den Mut haben, in aller Freiheit selbst zu denken. „Genau diese Freiheit führt aber nicht zu Egomanie oder mangelndem Engagement, sondern im Gegenteil, sie drängt Menschen dazu, sich einzubringen in die Gesellschaft“, sagte Käßmann.

Sie leitete daraus vor allem vier Folgerungen für die Gegenwart ab. Zum einen dürfe Deutschland nicht stolz darauf sein, den dritten Platz bei den Rüstungsexporteuren erklommen zu haben und somit an Kriegen zu verdienen. „Wer Krieg anfängt, der ist im Unrecht“, zitierte Käßmann aus einer Schrift Luthers von 1526 und warb für konsequenten Friedenseinsatz auch in der Gegenwart. Zweitens schäme sie sich, dass heute grölende Neonazis vor Flüchtlingsunterkünften demonstrierten. Flüchtlingen ein Leben in Würde zu geben, sei ein christliches Gebot, argumentierte die Theologin, nicht aber, Boote zu versenken, mit denen sie nach Europa kommen könnten.

Als dritten Punkt nannte Käßmann, die Erde zu bebauen und zu bewahren sowie Mitgeschöpfe als solche wahrzunehmen. „Wir verbrauchen in einem für die Welt unerträglichen Maß Ressourcen“, beklagte sie. Gutes Leben könne auch heißen: „Ich habe genug.“ Eine solche Ethik sei besser als immer nur die des Wachstums. Ökologie, Ökonomie und Soziales müssten in Einklang gebracht werden. Und viertens sei Geiz keine gute Eigenschaft, wohl aber Freigiebigkeit. Nicht Geld sei der entscheidende Faktor für die Menschheit, sondern Teilhabe. „Freundschaft, Glück, Vertrauen und Liebe kann man nicht kaufen“, mahnte Käßmann.

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Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

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