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Historiker und Oberkirchenrat gestorben

Karl Dienst: „Chronist der evangelischen Kirche“ ist tot

EKHNKarl Dienst

Er galt als das Gedächtnis der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau: Am vergangenen Dienstag (28. Mai 2014) ist der Theologe und Historiker Karl Dienst in Darmstadt im Alter von 84 Jahren gestorben.

Darmstadt, 28. Mai 2014. Oberkirchenrat i.R. Pfarrer Karl Dienst ist am Dienstag (27. Mai) in Darmstadt im Alter von 84 Jahren verstorben. Der evangelische Theologe war viele Jahre lang Leiter der Schulabteilung in der Kirchenverwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Als Historiker und Professor in Frankfurt hat er sich weit über die EKHN hinaus einen Namen gemacht. Kirchenpräsident Dr. Volker Jung würdigte Dienst als „Chronist der evangelischen Kirche“. Mit seinem Detailwissen über Gemeinden, Personen der Zeitgeschichte und historische Zusammenhänge sei er der „profundeste Kenner der Geschichte der EKHN gewesen, den viele als das wandelnde Gedächtnis der Kirche bezeichneten“, so Jung.

Große Auffassungsgabe, beeindruckendes Gedächtnis

Diensts „schnelle Auffassungsgabe, sein Fleiß und sein beeindruckendes Gedächtnis“ haben es ihm nach Worten Jungs ermöglicht, neben seinem Hauptberuf in der Kirchenverwaltung der EKHN auch an der Universität in Frankfurt als Professor für Liturgik, Hymnologie und Praktische Theologie zu lehren sowie zahlreiche Bücher und Artikel über Themen aus der Kirchengeschichte, der Bildung und über Erziehungsfragen zu veröffentlichen. Jung sagte: „Wir trauern sehr um Karl Dienst. Er hat sich weit über seinen Arbeitsbereich hinaus für die Themen der Kirche eingesetzt. Durch sein großes Engagement war er ein herausragender Vertreter der evangelischen Kirche mit höchstem Ansehen.“ Noch im Sommer 2010 hatte Dienst ein 600 Seiten starkes Werk über die Geschichte der evangelischen Gemeinden in Oberhessen herausgegeben. Bis zuletzt schrieb er Artikel im Hessischen und im Deutschen Pfarrerblatt. Diensts Beisetzung ist für Dienstag, 3. Juni um 13.45 Uhr auf dem Friedhof in Darmstadt-Eberstadt vorgesehen.

Zur Person

Der am 24. Januar 1930 in Weisel (St. Goarshausen) am Rhein geborene Karl Dienst legte 1949 sein Abitur in Geisenheim ab. Er studierte von 1949 bis 54 Theologie in Mainz und promovierte dort 1955. Nach seinem Vikariat in Limburg wurde er 1957 Pfarrvikar an der Marktkirche in Wiesbaden. Von 1959 bis 1970 war Dienst Pfarrer in Gießen. 1970 wurde Dienst in die Kirchenverwaltung der EKHN in Darmstadt berufen. Bis 1994 war er dort theologischer Leiter des Referats Schulwesen II mit dem Aufgabenbereich Bildungsfragen, Bildungspolitik, Berufliches Schulwesen. Daneben wirkte er von 1959 bis 1963 als Dozent am Theologischen Seminar in Herborn, war ab 1984 Honorarprofessor für Kirchenmusik an der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Frankfurt am Main und bis Ende 2004 auch Honorarprofessor für Liturgik, Hymnologie und Praktische Theologie an der Theologischen Fakultät der Universität in Frankfurt. Außerdem war Dienst Rektor des Deutschen Instituts für Bildung und Wissen in Paderborn, zweiter Präsident der Luther-Gesellschaft, Mitglied im Vorstand des überkonfessionellen Instituts für Bildung und Wissen in Würzburg und zeitweilig Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und dort Leiter des Ausschusses für Schrift und Bekenntnis.

Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.

Lukas 21, 28

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von david-hertle / unsplash

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