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Siebenschläferfamilie in Beedenkirchener Orgel

Kein Winterschlaf in der Kirche

reptiles4all/istockphoto.comSchlafender SiebenschläferSchlafender Siebenschläfer

Im Herbst fressen sich Kleinsäuger wie Mäuse, Igel und Siebenschläfer die Fettreserven für ihren langen Winterschlaf an. Den Plan, diesen Winter in der Evangelischen Kirche in Lautertal-Beedenkirchen zu verbringen, muss eine mehrköpfige Siebenschläferfamilie jetzt aber begraben. Die Gemeinde freut das.

Sonntag, 11. Oktober, 9:30 Uhr: Die Orgel klingt wieder! Und die Gottesdienstteilnehmer in Lautertal-Beedenkirchen stimmen zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr wieder in die Klänge des mächtigen Instruments ein.  

Rückblick

Im Oktober 2014 hatten es sich Siebenschläfer in der alten Kirchenorgel wohnlich eingerichtet und dafür unter anderem einen ledernden Blasebalg und diverse Schläuche zerbissen. Der Königin der Instrumente blieb die Luft weg. Sie brachte keinen Ton hervor und musste für die Sanierung in alle Einzelteile zerlegt werden. Zur selben Zeit bemühten sich Experten vom Naturschutzbund (NaBu), die artgeschützten Siebenschläfer lebendig zu fangen und umzusiedeln. Die Kirchengemeinde schloss vorsorglich alle Fugen und Ritzen in der Außenwand, durch die die Tiere eingedrungen waren. Ein elektrischer Abwehrzaun am Kirchendach versperrt auch diesen Eingang.

Offenbar mit Erfolg. Seit einigen Monaten gibt es in der Kirche keine frischen Spuren von Siebenschläfern mehr. Aber zu welchem Preis? „Der Gesamtschaden beträgt rund 28.000 Euro“, erklärt der Kirchenvorstandsvorsitzende Jürgen Schellhaas. Die Gemeinde brachte die Summe aus Eigenmitteln und Spendengeldern zusammen. 

Bleiben die Siebenschläfer draußen?

Die Beedenkirchener hoffen, dass sich ihr Siebenschläferproblem nun ein für alle mal gelöst hat. Grund zur Hoffnung besteht auch deshalb, weil die Siebenschläfer im Odenwald wohl schon Ende September ihren Winterschlaf begonnen haben. Der dauert in der Regel bis April des folgenden Jahres und wird nur ein- bis zweimal für kurze Zeit unterbrochen. Zeit zum Umziehen in die Kirche bleibt da nicht.

Hintergrund: 

Der Siebenschläfer (lat. Glis) gehört zur Familie der Bilche. Er wird bis zu 30cm lang und kann 120g wiegen. Ein dichtes grau-braunes Fell, ein weißer Bauch und große runde Augen unterscheiden ihn zum Beispiel von Eichhörnchen. Er ist nachtaktiv und ernährt sich überwiegend von Bucheckern, Eicheln, Obst und Nüssen. Weil die Mischwälder in Deutschland schrumpfen, siedelt er heute vermehrt in Scheunen, auf Dachböden oder in Streuobstwiesen. Auch weil sein Bestand mittlerweile bedroht ist, wurde er 2004 zum deutschen „Tier des Jahres“ bestimmt.

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

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