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Gedenkgottesdienst und Video-Livestream

Kirche nimmt Dienstag Abschied von Peter Steinacker

Esther StoschTrauer um den ehemaligen Kirchenpräsidenten Peter SteinackerTrauer um den ehemaligen Kirchenpräsidenten Peter Steinacker

Die EKHN würdigt ihren ehemaligen Kirchenpräsidenten Peter Steinacker mit einem Gedenkgottesdienst. Die Feier am Dienstag um 17 Uhr in der Frankfurter Katharinenkirche ist öffentlich und Gäste sind willkommen. Sie wird auch auf www.ekhn.de live im Internet übertragen.

Darmstadt, Frankfurt, 27. April 2015. Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) nimmt am Dienstag (28. April) Abschied von ihrem ehemaligen Kirchenpräsidenten Peter Steinacker. Sie würdigt den vor knapp zwei Wochen nach schwerer Krankheit verstorbenen Theologen mit einem Gedenkgottesdienst in der Frankfurter Katharinenkirche an der Hauptwache. Die Feier beginnt um 17 Uhr. Gestaltet wird der Gottesdienst unter anderem vom amtierenden Kirchenpräsidenten Volker Jung, seiner Stellvertreterin Ulrike Scherf, dem hessen-nassauischen Präses Ulrich Oelschläger und Gästen aus der Ökumene. Zu der Veranstaltung werden zahlreiche hochrangige Vertreter aus Kirche und Politik erwartet, darunter der Mainzer Kardinal Karl Lehmann, der hessische Landtagspräsident Norbert Kartmann und Hessens Kultusminister Alexander Lorz. Angekündigt haben sich auch Leitende Geistliche aus den Nachbarkirchen wie der Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck Martin Hein, der rheinische Präses Manfred Rekowski und der pfälzer Kirchenpräsident Christian Schad. Der Gedenkgottesdienst ist öffentlich. Die Feier wird per Video zeitgleich in die in fußläufig erreichbare Heiliggeistkirche (Dominikanergasse) übertragen. Sie ist zudem live im Internet auf der Seite der hessen-nassauischen Kirche www.ekhn.de zu sehen.

Profilierter Theologe mit weitem Horizont

Der frühere Kirchenpräsident Prof. Dr. Dr. hc. Peter Steinacker war am Abend des 14. April 2015 in Frankfurt nach schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren verstorben. Er stand von 1993 bis 2008 an der Spitze der EKHN. Kirchenpräsident Volker Jung würdigte seinen Vorgänger als „klar profilierten Theologen des offenen und kontroversen Dialogs“. Steinacker habe immer „für eine weltoffene, theologisch anspruchsvolle, gesellschaftlich engagierte und zugleich dialogbereite Kirche gestanden“. Der Präses der Kirchensynode der EKHN, Ulrich Oelschläger, bezeichnete Steinacker als Leitenden Geistlichen, der „seine Kirche immer mit theologischer Prägnanz und gesellschaftspolitischer Relevanz“ geführt habe. Er sei nicht nur ein „hoch geachteter Theologe, sondern auch ein ebenso hochgebildeter intellektueller Denker mit weitem Horizont“ gewesen.

Zur Person

Vom Theologen zum Kirchenpräsidenten

Peter Steinacker wurde am 12. Dezember 1943 in Frankfurt geboren. Der evangelische Theologe promovierte in Marburg über „Das Verhältnis der Philosophie Ernst Blochs zur Mystik“. 1972 absolvierte er mit dem Vikariat in Marbach bei Marburg die praktische Ausbildungsphase zum Pfarrer und war Assistent von Carl Heinz Ratschow an der Marburger Universität. Ab 1975 wechselte Steinacker als wissenschaftlicher Assistent an die damalige Gesamthochschule in Wuppertal und lehrte dort Altes Testament und Systematische Theologie. 1980 habilitierte er sich in Marburg mit einer Arbeit über „Die Kennzeichen der Kirche“. Der Marburger Universität blieb Steinacker viele Jahre lang, auch während seiner Kirchenpräsidenten-Zeit, als Honorarprofessor für Systematische Theologie verbunden. 1985 übernahm Steinacker ein Pfarramt in Wuppertal-Unterbarmen. Im Dezember 1992 wählte die Kirchensynode der EKHN Steinacker zum fünften Kirchenpräsidenten. Er trat dieses Amt am 1. März 1993 an. Im Jahr 2000 bestätigte ihn die Synode für weitere acht Jahre im Amt.

Bundesweites Engagement und Auszeichnungen

Steinacker war zudem vielfach bundesweit engagiert, etwa als Vorsitzender des Kontaktausschusses des Rates der EKD mit dem Evangelisch-theologischen Fakultätentag, als Mitglied des Beirates der Seelsorge an Soldaten der Bundeswehr, im Präsidium des Deutschen Evangelischen Kirchentags und im Bereich der Entwicklungspolitik. In zahlreichen Vorträgen widmete er sich bis zuletzt theologischen und ethischen Grundsatzfragen zu wirtschaftlichen und sozialen Problemen, sowie zu Fragen der gesellschaftlichen und politischen Kultur. Er galt zudem als profilierter Kenner der Werke des Komponisten Richard Wagner und hielt dazu zahlreiche Vorträge. Im Juni 2000 verlieh die Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt/Main Steinacker die Ehrendoktorwürde für seine Verdienste um die wissenschaftliche Theologie im Raum von Universität und Kirche. Für sein Engagement im interreligiösen Dialog erhielt er gemeinsam mit Kardinal Karl Lehmann, dem Vizepräsidenten des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn sowie dem Schriftsteller und Orientalisten Navid Kermani 2009 den Hessischen Kulturpreis.

Steinacker lebte bis zuletzt in Frankfurt am Main. Er hinterlässt seine Ehefrau Inge Steinacker, seine verheiratete Tochter und drei Enkelkinder. 

In der Konzentration auf das, was ist,
kann sich so etwas wie ein Raum öffnen,
ein Gewahrsam schärfen für die Gegenwart Gottes.

(Carsten Tag)

Carsten Tag

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von gettyimages / rusm

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