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Menschen auf der Flucht

Kirchenpräsident: Deutschland kann Zuwanderung gebrauchen

John HelferichGleis 24 am Frankfurter Hauptbahnhof heißt Flüchtlinge willkommenGleis 24 am Frankfurter Hauptbahnhof heißt Flüchtlinge willkommen

An der serbisch-ungarischen Grenze liefen Landesbischof Bedord-Strohm und Diakonie-Katastrophenhilfe Chefin Cornelia Füllkrug-Weitzel syrische und afghanische Flüchtlinge vor wenigen Tagen entgegen. Haben diese Menschen eine lebenswerte Perspektive in Europa? Ist Deutschland mit der aktuellen Zuwanderung überfordert? Dazu äußert sich EKHN-Kirchenpräsident Volker Jung in einem Interview im aktuellen September-Dossier der EKD.

Deutschland könne mittelfristig Zuwanderung gut gebrauchen. „Ökonomisch sehe ich eher Chancen als Risiken“, sagte Dr. Volker Jung, Kirchenpräsident der EKHN, in einem Interview im aktuellen EKD-Dossier zum Thema „Flüchtlinge“. Er vertritt in der September-Ausgabe der EKD-Publikation die Auffassung, dass Deutschland durch die Ankunft der Flüchtlinge nicht überfordert sei. Er nennt die Voraussetzungen: „Damit die Zuwanderung keine soziale Überforderung wird, ist Integration so wichtig. Integration wiederum gelingt nur, wenn sich eine Gesellschaft mit denen, die schon lange da sind, und denen, die hinzukommen, gemeinsam weiter entwickelt.“ Das geschehe nicht von selbst. Hier müsse viel getan werden. Und: „Dazu können wir als Kirche und Diakonie einiges beitragen“, betonte Volker Jung.

Not der Flüchtlinge an der serbisch-ungarischen Grenze

Über die Notlage der Flüchtlinge hatten sich zuvor der Ratsvorsitzende der EKD, der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, und Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin der Diakonie Katastrophenhilfe, ein Bild gemacht. Die EKD-Publikation berichtet auch über die Reise der Beiden, die sie vom 13. und 14. September durch Ungarn und Serbien führte. Eine Station der Reise war Röszke. Und Füllkrug-Weitzel kritisiert: Ungarn komme in keiner Weise seinen Verpflichtungen aus der Genfer Flüchtlingskonvention und den EU-Bestimmungen nach. Cornelia Füllkrug-Weitzel und Heinrich Bedford-Strohm  halten Abschottung für das falsche Mittel in der Flüchtlingspolitik. „Wer verzweifelt ist, findet seinen Weg. Wenn man in Ungarn diesen Zaun baut, dann werden die Menschen sich andere Routen nach Europa suchen“, sagte Bedford-Strohm.

Angemessenere Asyl-Regelungen für Europa gefordert

Für Europa schlägt EKHN-Kirchenpräsident Jung geänderte Asyl-Regelungen vor: „Wünschenswert wäre kein länderorientiertes, sondern ein europäisches Aufnahmesystem mit Freizügigkeit innerhalb Europas. Um dies zu verwirklichen, ist ein finanzielles Ausgleichssystem für die Erstaufnahme über den europäischen Haushalt oder einen besonderen Fonds denkbar.“

EKD-Dossier "Flüchtlinge", September 2015

Jeder Mensch braucht einen Hoffnungsschrank,
in dem wir die Erfahrungen
von Befreiung sammeln.

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