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Familien-Orientierungshilfe

Kirchenpräsident verteidigt Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

Jörn von LutzauGummibärchen im Grünen

Der EKHN-Kirchenpräsident verteidigt erneut die Segnung homosexueller Partnerschaften. Er betont, dass die kirchliche Trauung bei Protestanten kein Sakrament ist.

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung hat das umstrittene Familienpapier der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und die in seiner Landeskirche seit Jahren praktizierte Segnung homosexueller Partnerschaften erneut gegen Kritiker verteidigt. In der von ihm selbst mitverfassten Orientierungshilfe gehe es nicht darum, die traditionelle Ehe ab-, sondern andere Formen von Familie aufzuwerten, sagte er am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion in Mainz. Entscheidend seien die Wertvorstellungen, mit denen Menschen Partnerschaft leben und nicht die institutionelle Form: „Eine Familie, die nach außen funktioniert, aber in der innen Gewalt herrscht, kann kein Leitbild sein.“

Mit der Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Partnerschaften rücke die evangelische Kirche etwas „in ein gutes Licht, was wir viele Jahrhunderte falsch bewertet haben“, sagte er. Nach evangelischem Verständnis sei die kirchliche Trauung kein Sakrament. Vielmehr stelle sich ein Ehepaar im Traugottesdienst unter Gottes Segen. Theologisch gebe es somit keinen Unterschied zwischen einer Trauung und einem Segnungsgottesdienst für ein gleichgeschlechtliches Paar. „De facto ist es bereits eine Gleichstellung“, sagt Jung. Weil das Thema sehr viele emotionale Diskussionen auslöse, benutze die Landeskirche bislang zwei verschiedene Begriffe.

Die rheinland-pfälzische Familienministerin Irene Alt (Grüne) lobte die evangelische Kirche ausdrücklich für ihre Haltung. Alt hatte in diesem Jahr eine Bundesratsinitiative gestartet, die eine vollständige Gleichstellung homosexueller Paare zum Ziel hat. Der frühere Verfassungsrichter und Ex-Oberbürgermeister von Wiesbaden, Hans-Joachim Jentsch (CDU), sprach sich gegen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Partnerschaften aus. Kirche und Politik müssten alle Formen des Zusammenlebens respektieren, aber an der traditionellen Ehe als Leitbild festhalten.

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Ich merke, der weite Raum
entsteht nicht in mir und durch mich.
Er entsteht, weil andere da sind,
die mir Räume eröffnen,
gnädig umgehen mit meinen Schwächen,
sich einsetzen für einen menschenwürdigen Umgang
mit allen Menschen.

(Melanie Beiner zu Psalm 31,9)

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