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Väterstudie

Männer wollen perfekte Väter und Ernährer sein

Ursula Deja/istockphoto.comGestresster Mann mit KindGestresster Mann mit Kind

Väter schwanken zwischen der Rolle als Ernährer und dem Idealbild des perfekten Vaters. Sie wollen mehr für die Familie da sein, trauen sich aber nicht, sich im Beruf Freiräume zu schaffen. Das zeigt die repräsentative Studie „Väter 2014 – zwischen Wunsch und Wirklichkeit“.

Väter wollen nicht außen vor sein, sondern mitten drin im Familienalltag. Dabei haben sie klare Vorstellungen davon, was einen guten Vater ausmacht. Das geht aus einer repräsentativen Forsa-Studie im Auftrag der Zeitschrift ELTERN hervor. Für die Erhebung „Väter 2014 – zwischen Wunsch und Wirklichkeit“ wurden über 1.000 Väter und Stiefväter zwischen 20 und 55 Jahren in Deutschland befragt, deren Kinder noch im gleichen Haushalt wohnen.

Männer zwischen Ernährer und dem Idealbild des perfekten Vaters

Die Ergebnisse der Studie offenbaren eine große Widersprüchlichkeit, in der sich die Väter von heute bewegen. Sie schwanken zwischen dem traditionellen Rollenbild als Ernährer der Familie und dem Idealbild des perfekten Vaters. Auf die Frage: Was macht einen guten Vater aus? antworten 81 Prozent: „Er verbringt so viel Zeit wie möglich mit den Kindern.“ Aber gleichzeitig kreuzen 61 Prozent an: „Er sorgt mit seinem Einkommen dafür, dass es der Familie gut geht.“ Letzteres tut er, indem er nach wie vor meist in Vollzeit tätig ist. 

Zwar hätten 43 Prozent der berufstätigen Väter gern mehr Zeit für die Familie, gleichzeitig ist die Mehrheit von ihnen aber nicht bereit, in Teilzeit zu arbeiten. 89 Prozent der Väter sind in Vollzeit tätig und zwei Drittel der abhängig Beschäftigten wollen das auch so. Nur vier Prozent der Befragten arbeiten in Teilzeit und nur ein Drittel würde gern in Teilzeit arbeiten. Was die Arbeitszeit angeht, neigen moderne Väter demnach nicht zum Experimentieren.

Schadet die Familienzeit der Karriere?

 „Viele Männer sind verunsichert. Sie wollen ihr Kind aufwachsen sehen und legen Wert darauf, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Gleichzeitig haben sie Angst vor schlechteren Karriereaussichten durch die verringerte Arbeitszeit oder eine längere Elternzeit“, erklärt Carmen Prasse, Referentin für Chancengleichheit in der EKHN. Sie engagiert sich dafür, Rollenklischees aufzubrechen und Maßnahmen zur Vereinbarung von Familie und Beruf zu etablieren. Die Erwartung von außen, als Mann die Familie ernähren zu müssen treffe auf den Wunsch, mehr Zeit mit der Familie zu verbringen. Das bestätigt die Studie: 41 Prozent der abhängig beschäftigten Väter vermuten, dass die Elternzeit sich sehr oder eher negativ auf die Karriere auswirken könnte.

Zwar nehmen immer mehr Väter Elternzeit – bei den Vätern mit Kindern bis sechs Jahren sind das sogar 38 Prozent – doch die große Mehrheit von ihnen (80 Prozent) nimmt sich nur bis zu zwei Monate Zeit zu Hause, lediglich 11 Prozent kümmern sich länger als sechs Monate um das Kind. 

Männer engagieren sich mehrheitlich bei Kinderbetreuung, weniger im Haushalt

Nach außen hin bleibt der Vater von heute also dem traditionellen Männerbild verbunden. Trotzdem engagieren sich die Männer mehrheitlich bei Kinderbetreuung. Auf die Frage, welche Aspekte sie an sich als Vater gut finden, antworten 71 Prozent der Väter, sie hätten sich von Anfang an um die Babypflege gekümmert, 58 Prozent geben an, sie seien bei Babygeschrei nachts aufgestanden, 54 Prozent der Männer toben nach eigener Aussage viel mit dem Kind herum und jeder zweite schmust gern und viel mit dem Nachwuchs. 

Die Hausarbeit überlassen viele Männer lieber der Partnerin: 61 Prozent der Väter erledigen nach eigenen Angaben wenig bis gar keine Hausarbeit, 27 Prozent übernehmen die Hälfte. „Viele Frauen müssen auch zulassen, dass der Mann diese Rolle übernimmt und dann vielleicht weniger gut wischt, als die Partnerin es erwartet“, verteidigt Prasse die putzfaulen Männer. Dasselbe gelte für die Erziehung: „Viele Frauen meinen, dass sie für die Erziehung zuständig sind.“

Die Mehrheit der Väter findet, dass ihr Leben Dank Kind glücklicher und erfüllter ist

Wie viel sich die Väter in die Erziehung ihrer Kinder einbringen, hängt auch vom Alter der Kinder ab. Am Anfang sind die Väter voll da: 82 Prozent der befragten Väter haben die Geburt ihres Kindes miterlebt, von denen, die in den letzten drei Jahre Vater geworden sind, sogar fast jeder (97 Prozent). Für 71 Prozent war die Geburt „ein sehr schönes Erlebnis“, obwohl viele von ihnen während der Entbindung nicht nur positive Gefühle hatten. Je älter die Kinder werden, desto mehr nimmt die Vater-Kind-Zeit ab. Die Mehrheit ist sich aber in einem Punkt einig: Grundsätzlich finden 58 Prozent der Väter, dass ihr Leben dank der Geburt ihres Kindes „glücklicher und erfüllter“ geworden ist.

Vollzeit im Beruf und möglichst viel Zeit mit der Familie

Der moderne Vater bringt sich sehr viel stärker ein als in der Generation davor, arbeitet aber meist Vollzeit und wünscht sich viel Zeit für die Familie, er will weder im Beruf noch in der Familie zurückstecken. Dadurch gerät so mancher Vater unter Druck, da er seinen eigenen Vorstellungen vom perfekten Vater nicht gerecht wird. So hat die Mehrheit aller befragten Väter das Gefühl, nicht ausreichend für ihr Kind da zu sein und deswegen ein schlechtes Gewissen. „Das gesamtgesellschaftliche Meinungsbild muss sich dahingehend verändern, dass Männer selbstverständlich die Vaterrolle übernehmen“, stellt Prasse fest. „Im Kita-Bereich haben wir bereits Männer, die drei Jahre Elternzeit nehmen.“

Siehe, jetzt ist die Zeit der Gnade, siehe, jetzt ist der Tag des Heils!

2. Korinther 6, 2

Bild: Mit freundlicher Genehmigung von Hans Genthe

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